Düsseldorf –(pm) – Als World Design Capital 2026 präsentiert die Metropolregion Frankfurt RheinMain derzeit ein breites Designspektrum mit internationalem Fokus. Seit Mai bildet die begehbare Raumskulptur „DRAC – Gaudí und der urbane Resonanzraum“ des spanischen Architekten José Ramón Tramoyeres im Garten des Instituto Cervantes Frankfurt das Herzstück des kulturellen Geschehens. Der spanische Design Pavillon ist Veranstaltungszentrum für Konzerte, Talks, Fashion-Shows und Ausstellungen.
Kreislauffähige Kunst nach Gaudís Vorbild
Mit „DRAC“ wird Gaudís experimenteller Umgang mit Form in ein zeitgenössisches, kreislauffähiges System übersetzt. Für die Unterkonstruktion kam eine traditionelle Vareta-Technik zum Einsatz: Durch Feuchtigkeit biegsame Holzstäbe machten die Form während des Baus flexibel anpassbar. Anschließend wurde das Gerüst mit 14.659 einzelnen Keramikstücken in fünf unterschiedlichen Farben verkleidet, die sich zu 1.276 „Schuppen“ zusammenschließen.
Der Design Pavillon ist vollständig modular gedacht. Trockene Montage, reversible mechanische Verbindungen und der Verzicht auf ein dauerhaftes Fundament machen ihn demontierbar, transportfähig und an anderen Orten wieder aufbaubar.


Gaudí und die Rolle der spanischen Keramik
Neben einem Ort des kulturellen Austausches ist die Installation auch eine Hommage an Antoni Gaudí. Zu seinem 100. Todestag (10. Juni 1926) erinnerte das Kunstwerk an das Erbe des Architekten, welches die spanische Bau- und Kunstszene weiterhin prägt. Seinen organischen Stil mit geschwungenen Linien und von der Natur inspirierten Formen gestaltete Gaudí häufig mit bunten Keramikfliesen.
Spanische Fliesen sind bis heute ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Architektur und fanden so auch ihren Weg in den DRAC-Pavillon. Für die Umsetzung des Projekts steuerten mehrere Hersteller der Vereinigung Tile of Spain Fliesenexponate für das Dach und den Boden des Raumes bei. Das Ergebnis ist ein farbenfrohes, robustes und nachhaltiges Keramikensemble, das die traditionelle spanische Architekturessenz und Elemente des New European Bauhaus miteinander vereint.

Besichtigungen bis in den Herbst möglich
Bis zum 30. Oktober können Besucherinnen und Besucher den spanischen Design Pavillon im Instituto Cervantes in Frankfurt besichtigen. Die Raumskulptur kann uneingeschränkt und kostenlos begangen werden. Einen Überblick über die Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen finden Interessierte auf der Website des Instituts.
Initiiert wurde das Projekt durch eine Zusammenarbeit des spanischen Kulturinstituts, ICEX (Spanien Export und Investitionen), sowie der Wirtschafts- und Handelsabteilung der spanischen Botschaft.
Quelle: Tile of Spain