9. Juli 2026

Positionspapier für die Anerkennung von produktspezifischen Ökobilanzdaten bei QNG

Stuttgart (pm) – Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist das staatliche Nachhaltigkeitszertifikat des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Es legt verbindliche Anforderungen an die ökologische, soziokulturelle und ökonomische Qualität von Bauwerken fest und ist maßgeblich für die Vergabe von Förderprogrammen mit Nachhaltigkeitsbezug.

Handlungsbedarf

Das QNG schreibt für die Ökobilanzierung die Verwendung generischer Branchendurchschnittswerte aus zentralen Rechenwerttabellen vor. Nachweislich CO2-optimierte Produkte einzelner Hersteller, die die Umweltwirkung eines Bauwerks verringern können, finden in der Nachweisführung von QNG und damit in der Förderung keine Anrechnung. Infolgedessen wird der Mehrwert emissionsarmer Produkte in den Ergebnissen der Ökobilanz nicht abgebildet und somit ihr Einsatz nicht gefördert. Planer und Bauherren erhalten dadurch keine Motivation, emissionsarme Produkte einzusetzen, während Herstellern wichtige Anreize zur Entwicklung emissionsarmer Lösungen genommen werden. Dieser Ansatz hemmt die Weiterentwicklung innovativer, klimaschonender Lösungen im Bausektor und steht im Widerspruch zu den Förderzielen des QNG.

Zudem sind Rechenwerttabellen in einem dynamischen Umfeld, wie zum Beispiel die stetige Weiterentwicklung von Produkt- und Materialeigenschaften, nur bedingt auss

Forderung

Produktspezifische, verifizierte Ökobilanzdaten – wie Umweltproduktdeklarationen (EPDs) und Einträge in der ÖKOBAUDAT nach DIN EN 15804+A2 – sollten für die Ökobilanzierung im QNG ausdrücklich zugelassen werden. Nur so können die tatsächlichen Umweltwirkungen von Bauprodukten berücksichtigt und CO2-optimierte Lösungen angemessen bewertet werden.

Die Einbeziehung individueller Produktdaten schafft gezielte Anreize für Innovation und Wettbewerb und ermöglicht eine effektive Förderung emissionsmindernder Bauweisen. Wir fordern daher, die QNG-Vorgaben so anzupassen, dass produktspezifische Ökobilanzdaten nach DIN EN 15804+A2 uneingeschränkt genutzt werden können. Dies fördert die Entwicklung emissionsarmer Produkte und Bauweisen und trägt zur Erreichung der Klimaschutzziele im Bausektor bei.

Mitunterzeichner

Dr. Michael Six, Goldbeck GmbH
Thorsten Hahn, Holcim (Deutschland) GmbH
ppa. Prof. Josef Steretzeder, Lindner Group KG
ppa. Dr. Thomas Schlenker, Schüco International KG
Dr. Eike Messow, Sto SE & Co. KGaA
André Körner, ArcelorMittal Germany Holding GmbH

Positionspapier

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.