21. September 2026

Zwei Leipziger Projekte erhalten Sächsischen Staatspreis für Baukultur 2026

Dresden (pm) – Bei einem Festakt in Dresden hat Staatsministerin Regina Kraushaar am 23. Juni 2026 den Sächsischen Staatspreis für Baukultur verliehen. Der Preis stand in diesem Jahr unter dem Motto »Bauen im Spannungsfeld von Hightech und Lowtech«. Aus 34 eingereichten Beiträgen kürte die Jury erstmals zwei Projekte gemeinsam zum Sieger: die »Umnutzung Maschinenhalle zu Atelier- und Büroflächen in Leipzig-Connewitz« sowie den »Wachposten der Polizei am US-Generalkonsulat in Leipzig«.

Der Wettbewerb wurde im Dezember 2025 vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung mit fachlicher Unterstützung der Architektenkammer Sachsen und der Ingenieurkammer Sachsen ausgelobt. Der Staatspreis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert. Die beiden Staatspreisträger erhalten jeweils 17.500 Euro. Ausgezeichnet werden für die Umnutzung der Maschinenhalle der Bauherr und Entwurfsverfasser KO/OK Architektur aus Leipzig sowie für den Wachposten der Polizei der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Niederlassung Leipzig I, als Bauherr und das Büro Voigt Architekten aus Leipzig als Entwurfsverfasser.

Sachsens Bauministerin Regina Kraushaar gratuliert: »Wenn Technik dem Menschen dient, ist gute Baukultur nicht weit. Die beiden Preisträgerprojekte zeigen das eindrucksvoll. In Connewitz wird eine historische Maschinenhalle mit wenigen, präzisen Eingriffen zu einem zeitgemäßen Arbeitsort. Am US-Generalkonsulat wird aus einer streng funktionalen Sicherheitsaufgabe ein sorgfältig gestaltetes Stück Stadtraum. Das ist innovativ und bodenständig zugleich. Die Projekte setzen Technik nicht als Selbstzweck ein, sondern dort, wo sie dem Menschen, der Nutzung und dem Bestand dient. Genau diese Haltung brauchen wir: klug planen, Ressourcen schonen und Gebäude so bauen oder weiterbauen, dass sie im Alltag funktionieren.«

Intelligentes Weiterbauen und reversible Konstruktionen

Die Jury würdigte die Eigenständigkeit und Konsequenz, mit der beide Projekte das Wettbewerbsthema umgesetzt haben. Die Maschinenhalle in Leipzig-Connewitz steht für intelligentes Weiterbauen im Bestand. In die denkmalgeschützte Halle wurden reversible Einbauten als eigenständige thermische Einheiten gesetzt. So entstehen mit begrenztem Budget flexible Atelier- und Büroflächen, ohne die historische Substanz zu überformen.

Der Wachposten der Polizei am US-Generalkonsulat zeigt hingegen, welches Potenzial selbst in kleinen und stark reglementierten Bauaufgaben steckt. Drei in Holzbauweise vorgefertigte Module wurden ohne eigene Fundamente errichtet. Sie sind transportabel, wiederverwendbar und erfüllen zugleich hohe funktionale, energetische und sicherheitstechnische Anforderungen. Die Jury sieht darin ein Beispiel für reversibles Bauen, das Ressourcenschonung, Funktionalität und gestalterischen Anspruch verbindet.

Drei weitere Projekte erhalten Anerkennungen

Die siebenköpfige Jury wählte darüber hinaus drei weitere Wettbewerbsbeiträge für Anerkennungen aus. Mit jeweils 5.000 Euro wurden prämiert:

Sporthalle Geyer
Bauherr: Stadt Geyer
Entwurfsverfasser: CODE UNIQUE Architekten GmbH, Dresden

Festspielhaus Hellerau – Flügel Ost, Dresden
Bauherr: Landeshauptstadt Dresden
Entwurfsverfasser: heinlewischer Partnerschaft freier Architekten mbB, Dresden

»die fabrik chemnitz«
Bauherr und Entwurfsverfasser: Z 145 New Work GmbH, Chemnitz

Ausstellung im Zentrum für Baukultur Sachsen

Insgesamt kamen 15 Projekte in die Endauswahl der Jury. Diese Beiträge werden ab sofort in einer Ausstellung im ZfBK – Zentrum für Baukultur Sachsen im Erdgeschoss des Dresdner Kulturpalastes gezeigt. Die Ausstellung ist bis 30. Juli 2026 zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung