Wiesbaden (pm) – Im April 2026 wurde in Deutschland der Bau von 20 200 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 9,2 % oder 1 700 Baugenehmigungen mehr als im April 2025. Dabei stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau um 10,3 % oder 1 600 auf 16 900. Die Zahl genehmigter Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen, stieg im April 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,0 % oder 100 auf 3 200.

Januar bis April 2026: Aufwärtstrend bei neuen Wohngebäuden hält an
Im Zeitraum von Januar bis April 2026 wurde in Deutschland der Bau von 83 700 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 13,2 % oder 9 800 Wohnungen mehr als von Januar bis April 2025.
In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis April 2026 insgesamt 68 400 Wohnungen genehmigt, das waren 13,4 % oder 8 100 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 11,7 % (+1 700) auf 15 900. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 22,9 % (+900) auf 4 900 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 44 300 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 14,7 % (+5 700) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Wohnheimen ging dagegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 % (-150) auf 3 400 Wohnungen zurück.
In neuen Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis April 2026 insgesamt 1 500 Wohnungen (+35,1 %; +400) genehmigt. Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.
Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis April 2026 insgesamt 13 700 Wohnungen genehmigt, das waren 10,2 % oder 1 300 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025.
Quelle: DESTATIS | Statistisches Bundesamt
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Bauindustrie: Bessere Rahmenbedingungen und langfristige Planbarkeit sind notwendig, damit der Geschosswohnungsbau gestärkt wird.
Für April 2026 meldete das Statistische Bundesamt mit 20.200 Baugenehmigungen bei Wohn- und Nichtwohngebäuden (Neu- und Umbau) ein Plus von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Von Januar bis April setzte sich damit der Aufwärtstrend fort: Mit 83.700 Wohnungen wurde ein Zuwachs von 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Diese Entwicklung machte sich auch bei den Mehrfamilienhäusern mit 44.300 neu genehmigten Wohnungen und einem Plus von 14,7 Prozent bemerkbar. Während 2025 nur rund 110.000 Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern fertiggestellt wurden – fast 20 Prozent weniger als im Vorjahr.
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, ordnet die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen ein: „Aus Baugenehmigungen müssen jetzt Projekte werden. Aber genau hieran hat es in den letzten Monaten gehapert, wie die Fertigstellungszahlen für 2025 und der niedrige Auftragseingang der Bauwirtschaft belegen. Es braucht klare, investitionsfreundliche und verlässliche Rahmenbedingungen, damit nun auch wirklich gebaut wird. Von der Investorenkonferenz der Bundesbauministerin an diesem Freitag muss daher ein klares Maßnahmenpaket hervorgehen.“
Müller weiter: „Das Monitoring des Bundes zum Sondervermögen zeigt auf, dass im vergangenen Jahr von insgesamt 327 Mio. Euro für den Wohnungsbau nur rund 37 Mio. Euro abgeflossen sind. Die nicht verausgabten Mittel müssen daher unbedingt im Bundeshaushalt 2027 dafür eingesetzt werden, den Wohnungsbau wieder in Schwung zu bringen. Gleichzeitig muss die Förderkulisse, wie angekündigt, deutlich vereinfacht werden. Hierbei reicht es aber nicht, die schon bestehenden Förderprogramme in die zwei Säulen „Sanierung“ und „Neubau“ aufzuteilen. Vielmehr braucht es auch eigenkapitalunterstützende sowie verbesserte, steuerliche Abschreibungsinstrumente und eine langfristige Planbarkeit der Programme für bezahlbaren Wohnungsneubau.“
Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
ZIA: Jetzt Investitionsbremsen lösen
Das Statistische Bundesamt hat heute die aktuellen Baugenehmigungszahlen veröffentlicht. Im April 2026 wurden 1.700 Baugenehmigungen mehr als im April 2025 erteilt – das entspricht einem Anstieg von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Mehrfamilienhäusern summiert sich die Zahl der Genehmigungen von Januar bis April 2026 auf 44.300 Wohnungen, ein Anstieg von 14,7 Prozent (+ 5.700) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die strukturellen Herausforderungen für die Bauwirtschaft bleiben trotz des Genehmigungsanstiegs erheblich. Gestiegene Baukosten, anhaltend hohe Finanzierungskosten sowie regulatorische Unsicherheiten bremsen Investitionsentscheidungen weiterhin aus. „Genehmigungen zeigen Potenzial, aber das Potenzial muss auch gehoben werden können. Dafür brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen, keine neuen Belastungen“, so ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan.
Baufertigstellungen 2025: Die Schere zwischen Genehmigung und Bau öffnet sich weiter
Steigende Genehmigungszahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kluft zwischen genehmigten und tatsächlich fertiggestellten Wohnungen wächst. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen im zweiten Jahr in Folge deutlich, nachdem sie in den Jahren 2021 bis 2023 noch bei rund 294.000 gelegen hatte.
Um insbesondere auch das dringend benötigte private Kapital für den Wohnungsbau zu mobilisieren, schlägt der ZIA folgende Maßnahmen vor:
- Eigenkapitalersetzende Instrumente stärken: Einsatz staatlicher Bürgschaften, Garantien und Zuschüsse zur Kompensation fehlenden Eigenkapitals und zur Verbesserung des Kreditzugangs für private Haushalte
- Investitionsanreize durch verlässliche Abschreibungen:Verbesserung und Verstetigung der Abschreibungsbedingungen zur Mobilisierung zusätzlicher Liquidität und zur Förderung von Investitionen
- Erwerbsnebenkosten senken: Deutliche Reduzierung bzw. Aussetzung der Grunderwerbsteuer für Ersterwerbende und private Vermieter zur Erleichterung von Wohneigentum und Vermögensbildung
„Wir haben die Instrumente, wir kennen die Stellschrauben – jetzt müssen sie auch gedreht werden“, betont Özkan. „Nur mit einem klaren Bekenntnis zu investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen können wir den Wohnungsmangel in Deutschland nachhaltig überwinden.“
Quelle: Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA)
„Im April wurden 20.200 Wohnungen genehmigt, 9,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damit hält der Aufwärtstrend an, der die Branche seit über einem Jahr begleitet. Das ist eine gute Nachricht.
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe
Aber die Krise am Wohnungsmarkt ist noch lange nicht gelöst. Man darf sich nicht täuschen lassen, die Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte.
Wir kommen von einem historisch niedrigen Niveau. Gemessen am tatsächlichen Bedarf, reichen die aktuellen Genehmigungszahlen bei Weitem nicht aus. Vor allem in den Großstädten, wo am dringendsten Wohnungen gebraucht werden, kommt der Neubau nicht voran. Deswegen ist es richtig, dass der Wohnungsbau im Rahmen der Baugesetzbuch-Novelle als überragendes öffentliches Interesse eingestuft werden soll.
Diese rechtliche Priorität für den Wohnungsbau ist überfällig, denn während auf dem Papier mehr genehmigt wird, sind das monatlich immer noch rund 24 % zu wenige Genehmigungen, um den jährlichen Bedarf von 320.000 Wohnungen zu decken. Die hohen Finanzierungskosten verunsichern immer mehr Investoren und Bauwillige und so verfallen Baugenehmigungen, anstatt dass sie in Baufertigstellungen münden. 2025 erloschen 35.700 Baugenehmigungen. Seit 2002 sind nicht mehr so viele Projekte gescheitert.
Damit wir auf den jährlichen Bedarf von 320.000 Wohnungen kommen, müssen mindestens 26.700 Wohnungen monatlich genehmigt werden. Hierfür brauchen wir bessere Anreize, wie zum Beispiel eine EH-55-Förderung, die langfristig gesichert wird. Die Sonder-AfA gehört endlich an den EH-55-Standard gekoppelt. Und der Gebäudetyp E braucht noch in diesem Jahr einen klaren Rechtsrahmen, damit günstiger gebaut werden kann.
Die Politik muss den Wohnungsbau endlich zur Chefsache machen. Andernfalls verspielen wir die zarte Dynamik steigender Baugenehmigungen und die Wohnungskrise verschärft sich immer weiter.“
Baugenehmigungszahlen: „Besser als nichts, aber nicht annähernd genug“
Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen mahnt anlässlich der Veröffentlichung der Baugenehmigungszahlen weitere Maßnahmen an, um eine echte Trendwende beim Wohnungsbau einzuleiten.
„Besser als nichts, aber nicht annähernd genug. So lassen sich die Baugenehmigungszahlen zusammenfassen. Es ist grundsätzlich natürlich erfreulich, wenn die Baugenehmigungszahlen nicht sinken. Ehrlicherweise gibt es aber keinen Grund zu jubeln. Genehmigt ist nicht gebaut und es sind im Vergleich zum April vergangenen Jahres nur 1 700 Wohnungen mehr genehmigt worden“, betont BFW-Präsident Dirk Salewski in Berlin.
„Die Fertigstellungszahlen haben es uns schwarz auf weiß gezeigt, wir bauen viel zu wenig. 206.600 neue Wohnungen liegen weit unter dem Bedarf.
Wir haben die Chance jetzt weitere Impulse zu setzen, damit der Konjunkturmotor Wohnungsneubau anspringt: Dazu braucht es Anreize für Investitionen durch eine Sonder-Afa und weitere flankierende Maßnahmen. Die Investorenkonferenz morgen in Frankfurt am Main mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundesbauministerin Verena Hubertz bietet die Möglichkeit hier voranzukommen.
Der Ansatz der Bundesregierung ist grundsätzlich richtig: Im Verbund mit dem Gebäudetyp E, der BauGB-Novelle, dem sogenannten Bau-Turbo und einem investitionsfreundlichen Klima kann mehr Wachstum entstehen“, erklärt Salewski.
Quelle: BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen
Mehr Baugenehmigungen sind noch kein Wohnungsbau-Aufschwung
Im April 2026 wurde in Deutschland der Bau von 20.200 Wohnungen genehmigt. Das waren 9,2 Prozent beziehungsweise 1.700 Baugenehmigungen mehr als im April 2025. Von Januar bis April 2026 wurden insgesamt 83.700 Wohnungen in neuen sowie bestehenden Gebäuden genehmigt – ein Plus von 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig wichtigsten Gebäudeart für die angespannten Wohnungsmärkte, wurden 44.300 Neubauwohnungen genehmigt. Das entspricht einem Anstieg von 14,7 Prozent.
„Das Plus bei den Baugenehmigungen ist ein kleines positives Signal, aber noch lange kein Grund zur Entwarnung. Die Zahlen kommen von einem dramatisch niedrigen Niveau. Von einem Aufschwung kann derzeit angesichts stark eingebrochener Fertigstellungen im vergangenen Jahr und einem weiterhin absinkenden Geschäftsklima im Wohnungsbau absolut keine Rede sein. Das muss sich dringend ändern“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.
In Deutschland werden jedes Jahr mindestens 320.000 neue Wohnungen, davon 100.000 Sozialwohnungen benötigt. Von diesem Bedarf ist die Bautätigkeit weiterhin meilenweit entfernt. Besonders in den Städten und Ballungsräumen bleibt die Lage extrem angespannt. Entscheidend ist jetzt, dass aus Genehmigungen auch tatsächlich gebaute Wohnungen werden. Genau daran scheitern derzeit viele Projekte wegen hoher Baukosten, teurer Finanzierung, überzogener Standards und fehlender Planungssicherheit.
„Die Bundesregierung muss jetzt einen echten Befreiungsschlag für den bezahlbaren Wohnungsbau liefern“, sagt Gedaschko. Notwendig sind ein verlässlicher bundesweiter Basisstandard für günstigeres und rechtssicheres Bauen, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie und deutlich bessere Bedingungen für serielles und modulares Bauen. Gleichzeitig muss die Förderung langfristig verlässlich, sozial zielgenau und auskömmlich sein.
Quelle: GdW