Berlin (pm) -Tchoban Voss Architekten haben im September 2025 das Helmhouse in der Senefelder Straße 21 in Berlin-Prenzlauer Berg fertiggestellt. Das siebengeschossige Wohngebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 4.568 m² schließt eine Lücke in der typischen Berliner Blockrandbebauung. Verantwortlich zeichnen die Architekten Sergei Tchoban und Philipp Bauer. Den Projektnamen gab der nahegelegene Helmholtzplatz.
Berliner Wohnhoftypologie weiterentwickelt
Das U-förmige Ensemble orientiert sich am typischen Berliner Wohnhof: Vorderhaus, Seitenflügel und Gartenhaus umschließen einen begrünten Innenhof. Diesen Typus entwickeln die Architekten weiter – zu einem Hybriden mit einer möglichst breiten Bandbreite an Wohnungstypen. Die räumlich eng verzahnte Komposition intensiviert die Elemente Innenhof und Hinterhof. Damit formuliert das Projekt diese Raumtypen individueller aus als die standardisierten Nachbargebäude.
In der dritten Dimension beleben Rückstaffelungen, Dachausbildungen und Terrassen die Raumgrenze. So entsteht eine Außenraumqualität, die sowohl allen Bewohnern insgesamt als auch einzelnen Wohnungen individuell zugute kommt.




21 Wohnungen mit verschiedenen Typologien
Das Helmhouse Berlin umfasst 21 Wohnungen mit unterschiedlichen Wohnkonzepten: zwei dreigeschossige Townhouses, barrierefreie Wohnungen sowie mittlere bis große Wohneinheiten. Im Erdgeschoss des Vorderhauses befinden sich außerdem 140 m² Gewerbefläche. Der straßenseitige Haupteingang führt in den gemeinsamen Eingangsbereich; Seitenflügel und Gartenhaus sind durch separate Eingänge im Innenhof zugänglich.
Das siebengeschossige Vorderhaus beherbergt elf barrierefreie Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern. Der angrenzende, ebenfalls siebengeschossige Seitenflügel folgt der Grundstückstiefe und leitet durch eine zweistufige Staffelung in das fünfgeschossige Gartenhaus über. Dort befinden sich die beiden Townhouses mit je 4,5 Zimmern auf rund 167 und 192 m². Rückseitige, zweigeschossige Kolossalfenster betonen die luftige Galerie im ersten Obergeschoss. Die Erschließung der Townhouses erfolgt über separate Eingänge; ihre Interieurs gestaltete Studio Aisslinger aus Berlin.
Der gemeinschaftliche Innenhof ist intensiv begrünt und bietet Aufenthaltsflächen sowie einen kleinen Spielplatz. Je nach Wohnungstyp stehen Balkone, Loggien, Terrassen oder kleine Privatgärten zur Verfügung. Dachterrassen befinden sich auf dem Vorderhaus und dem Gartenhaus, jeweils über interne Treppen aus den darunterliegenden Wohnungen erreichbar. Vier weitere Dachterrassen sind ebenengleich an zurückstaffelnde Geschosse auf dem Seitenflügel sowie an der Straßen- und Gartenfassade des Hinterhauses ausgebildet.




Naturstein und Bronze: Die Fassade
Das Gebäude wurde in Massivbauweise aus Stahlbeton errichtet. Die flexibel gestalteten Grundrisse ermöglichen eine individuelle Anpassung an die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner.
Die hinterlüftete Straßenfassade mit Natursteinbekleidung ist dreigliedrig gestaltet und wird durch einen markanten, hervortretenden Erker betont. Eine Farbpalette aus Stein- und Bronzetönen nimmt Bezug auf die historische Umgebung und ordnet sich lückenlos in das Straßenbild ein.
Fenster und Balkone sind mit kannelierten Naturstein-Pfeilervorlagen gerahmt. Das verleiht der Fassade eine disziplinierte, hochwertige Anmutung. Die bodentiefen Fenster erhalten dunkel gebeizte Holzrahmen und außenliegende Markisen als Sonnenschutz. Die Innenhoffassaden sind in hellem mineralischem Putz gehalten.
Die Townhouses im Gartenhaus zeigen helle Putzfassaden mit Naturstein-Fenstergewänden und einem Natursteingesims oberhalb des ersten Obergeschosses. Das zweite Obergeschoss tritt mezzaninartig zurück. Darüber befindet sich ein dreigeschossiges, steil geneigtes Schrägdach mit bronzefarbiger Blechdeckung.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Das Helmhouse Berlin erfüllt den BEG-Effizienzhaus-Standard 55 und wird über Fernwärme versorgt. Das Regenwasser wird weitestgehend auf dem eigenen Grundstück bewirtschaftet. Begrünte Retentionsdächer sorgen für eine hohe Transpirationsrate. Die begrünten Höfe erhalten Primärbewässerung aus der kaskadierenden Retention sowie eine automatische Bewässerungsanlage, die vom Regenrückhaltebecken unter der Tiefgaragenrampe gespeist wird.
Im Untergeschoss befinden sich Kellerräume sowie eine Garage mit Stellplätzen für Fahrräder und PKWs. Die Garage ist für E-Mobilität ausgestattet.
Quelle: Tchoban Voss Architekten · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt