22. Juni 2026

IW-Gemeindecheck: Wie gut ist meine Gemeinde versorgt?

Köln (pm) – Wo gibt es genug Ärzte und Schulen, schnelles Internet, gute Verkehrsanbindung und Freizeitangebote? Der neue IW-Gemeindecheck vergleicht alle 10.817 Gemeinden: NRW schneidet am besten ab, Schlusslichter liegen in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern.

Keine Gemeinde in Deutschland ist so gut versorgt wie das 23.000-Einwohner-Städtchen Haar am Rande Münchens – mit Ärzten, Schulen und ÖPNV ebenso wie mit schnellem Internet und Freizeitangeboten. Das zeigt der IW-Gemeindecheck Daseinsvorsorge im Auftrag von Philip Morris.

Jenseits der Metropolen schneiden einige Mittel- oder Kleinstädte überraschend gut ab: Memmingen im Allgäu kommt deutschlandweit auf Rang fünf, Friedrichroda im Thüringer Wald auf Rang zehn. Umgekehrt enttäuschen einige Großstädte: Würzburg landet nur auf Rang 1.705, Oldenburg auf 1.462. Schlusslicht des Rankings ist Hirschthal in der Südwestpfalz.

Ostdeutsche Städte schneiden öfter „sehr gut“ ab

Im Vergleich der Flächenländer liegt Nordrhein-Westfalen vorn: Mehr als jede zweite NRW-Gemeinde fällt in die Kategorie „sehr gut“ versorgt, insgesamt 86 Prozent in eine der beiden Top-Kategorien („sehr gut“ und „gut“). Am anderen Ende steht Mecklenburg-Vorpommern: Dort gilt mehr als jede zweite Gemeinde als „sehr schlecht“ versorgt. Ostdeutsche Städte schneiden demgegenüber besonders gut ab: 30 Prozent von ihnen sind „sehr gut“ versorgt, unter den westdeutschen Städten sind es nur knapp 20 Prozent.

Unzufriedene nur unter AfD-Anhängern in der Mehrheit

Eine repräsentative Umfrage unter mehr als 5.000 Befragten zeigt zudem:

  • 53 Prozent der Menschen in Deutschland bewerten ihre Daseinsvorsorge positiv, nur jeder Vierte ist unzufrieden.
  • Unter Anhängern von SPD, Union und Grünen hält rund jeder Zweite die Versorgung vor Ort für zuverlässig.
  • Allein bei AfD-Anhängern überwiegt die Unzufriedenheit: 39 Prozent halten ihre Daseinsvorsorge für nicht zuverlässig, nur 26 Prozent für zuverlässig.

Dieser Unterschied bleibt bestehen, auch wenn Lebensumfeld und sozio-demographische Merkmale herausgerechnet werden. „AfD-Anhänger nehmen selbst die unmittelbare Versorgung in ihrer Gemeinde durch einen Pessimismusfilter wahr“, sagt IW-Studienautor Matthias Diermeier. Die Bewertung der lokalen Daseinsvorsorge ist aber elementar für die Zufriedenheit mit der Demokratie: „Will man der politischen Entfremdung entgegenwirken, reicht Geld allein nicht. Entscheidend sind nicht nur die tatsächlichen öffentlichen Angebote, sondern vielmehr wie diese wahrgenommen werden.“

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.