München (pm) – Die Immobilienwirtschaft befindet sich in einer Zeit der tiefgreifenden Veränderungen, damit auch beim Thema Führung. Doch während viel über ESG, New Work und Transformation gesprochen wird, bleibt eine zentrale Frage oft unbeantwortet: Wie sieht Leadership aus, die der heutigen Komplexität wirklich gerecht wird? Eine gemeinsame Initiative von CoreNet Global (CNG) und FRAUEN !N FÜHRUNG e.V.(F!F) liefert darauf neue Antworten und stellt gängige Denkmuster bewusst infrage.
„Führung ist heute vor allem die Fähigkeit, Unterschiedlichkeit in Produktivität zu wandeln“
Im Mittelpunkt steht ein klarer Befund: Klassische Führungsmodelle stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Die Rolle der Führungskraft verschiebt sich, weg vom reinen Entscheider, hin zum „Möglichmacher“, der Orientierung gibt, ohne Komplexität zu reduzieren. „Wir erleben gerade, dass die Herausforderungen in der Immobilienwirtschaft nicht mehr aus einer Perspektive heraus lösbar sind“, so Maximilian Czekalla und Marcel Brosend, beide CNG-Plattformlead München. „Führung ist heute vor allem die Fähigkeit, Unterschiedlichkeit in Produktivität zu wandeln und daraus bessere Entscheidungen entstehen zu lassen.“ Damit wird Leadership zur Schnittstelle zwischen Strategie, Kultur und Zusammenarbeit und zur zentralen Kompetenz in Zeiten des Wandels.
Alt gegen Jung? Ein Gegensatz, der keiner mehr ist
Auch die oft zitierte Gegenüberstellung von Generationen verliert an Bedeutung. Die gemeinsamen Diskussionen von CNG und F!F zeigen vielmehr, dass sich unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen sinnvoll ergänzen. Dazu Stimmen von Impulsgeberinnen des CNG-F!F-Austausches. Georgina Layritz, Stadtwerke München: „Wir müssen nicht gleich sein, um gemeinsam wirksam zu sein. Im Gegenteil: Unterschiedlichkeit ist die Voraussetzung dafür, dass Zusammenarbeit wirklich Mehrwert schafft.“ Isabelle Saum, Accenture: „Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Entwicklung für junge Menschen neu zu denken – nicht nur entlang klassischer Karrierepfade, sondern auch durch fachliche Tiefe und individuelle Wachstumsräume.“
„Es geht nicht um Frauen oder Männer – sondern um bessere Entscheidungen“
Ähnlich differenziert fällt der Blick auf das Thema Diversität aus. Die langsam steigende Präsenz von Frauen in der Immobilienwirtschaft wird als wichtiger Fortschritt gesehen, reicht jedoch allein nicht aus. „Die Frage ist nicht, ob Frauen besser führen als Männer“, betont Anne Tischer, F!F-Vorsitzende. „Es geht darum, Führung breiter zu denken und unterschiedliche Perspektiven bewusst einzubeziehen. Denn bessere Entscheidungen entstehen selten aus Gleichförmigkeit, sondern aus Vielfalt.“ Leadership wird damit zunehmend als gemeinsame Leistung verstanden, die von Vielfalt, nicht von Stereotypen geprägt ist.
Komplexität verlangt neue Führungsqualitäten
Die großen Transformationsthemen der Branche verstärken diesen Wandel zusätzlich. ESG-Anforderungen, neue Arbeitswelten und veränderte Nutzerbedürfnisse erhöhen die Anforderungen an Entscheidungen und Prozesse. Führung bedeutet in diesem Kontext, Spannungsfelder auszuhalten und produktiv zu gestalten. Es geht weniger um Kontrolle, sondern um die Fähigkeit, Orientierung zu geben und Dialoge zu moderieren.
Netzwerke als Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit
Locke McKenzie, CNG-Plattformlead München: „Ein zentrales Ergebnis des branchenübergreifenden Austauschs ist die wachsende Bedeutung von offenen Netzwerken. Innovation entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und miteinander arbeiten.“ Der Schulterschluss zwischen CoreNet Global und F!F steht exemplarisch für diese Entwicklung. Er zeigt, dass die Zukunft der Immobilienwirtschaft nicht in abgeschlossenen Systemen entsteht, sondern im Dialog.
Vom Austausch zur Veränderung
Die zentrale Erkenntnis bleibt: Leadership verändert sich – und zwar schneller, als viele Organisationen es bislang wahrnehmen. „Wenn wir die Transformation der Branche ernst nehmen, müssen wir auch Führung neu denken“, so Tischer und Czekalla. „Das bedeutet vor allem, mehr zuzuhören, mehr zu vernetzen und den Mut zu haben, gewohnte Muster zu hinterfragen.“
Die Initiative soll daher kein einmaliger Impuls bleiben. Ziel ist es, den begonnenen Dialog fortzuführen und aus Erkenntnissen konkrete Veränderungen abzuleiten. Denn die Zukunft der Immobilienwirtschaft entscheidet sich nicht allein an Märkten oder Technologien, sondern an der Art, wie wir führen.
Quelle: CoreNet Global (CNG)