9. Juni 2026

Foundation Award 2026: Weiterbauen als Haltung

Münchenstein/CH (pm) – Der Foundation Award 2026 zeichnet drei junge Positionen aus, die den gegenwärtigen Wandel der Architektur unterschiedlich vorantreiben. Gemeinsam ist ihnen das Engagement für ein Weiterentwickeln der bestehenden Ressourcen.

Der Bestand ist die Zukunft

In der Kategorie «Gebautes Projekt» wird das Zürcher Büro Sanchez Morgillo für die Sanierung und Aufstockung des Gemeindehauses Frutigen ausgezeichnet. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich ein unscheinbarer Nachkriegsbau durch präzise Eingriffe transformieren lässt. Der Bestand wird nicht als Problem betrachtet, sondern als Ausgangspunkt. Wie selbstverständlich verbinden Sanchez Morgillo historische und zeitgenössische Elemente zu einem kohärenten Ganzen. Die Jury würdigt insbesondere die Fähigkeit des Projekts, Fragen des Weiterbauens im Bestand mit hoher gestalterischer Präzision zu beantworten.

© Sanchez Morgillo

Zirkularität als Entwurfsaufgabe

Die Auszeichnung in der Kategorie «Ungebautes Projekt» geht an nuar aus Zürich. In drei Wettbewerbsprojekten bündelt das Büro Zirkularität, Ressourcenschonung und räumliche Qualität in einer eigenständigen architektonischen Haltung. Wiederverwendete Bauteile, kompakte Typologien, Low-Tech-Konzepte und langfristige Anpassungsfähigkeit sind keine Nebenthemen, sondern stehen im Zentrum des Entwurfs. Die Projekte sind exemplarisch für eine Generation von Planenden, die Nachhaltigkeit als Entwurfsaufgabe auffasst und daraus neue architektonische Ausdrucksformen entwickelt.

© nuar

Architektur über das Gebäude hinaus

In der Kategorie «Innovation» zeichnet die Jury das Basler Büro Malheur und Fortuna aus. Mit einem digitalen Modell für bestandsorientierte Stadtentwicklung bereichert das Team die Architektur und den Städtebau um datenbasierte Analyse- und Entscheidungswerkzeuge. Das Projekt untersucht die im Gebäudebestand gebundenen Ressourcen und macht sichtbar, welche regulatorischen und planerischen Hebel eine Transformation der gebauten Umwelt unterstützen. Architektur wird hier nicht nur als Entwurf von Gebäuden verstanden, sondern als Arbeit an den Rahmenbedingungen, die eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen.

© Malheur und Fortuna

Junge Positionen im Wandel der Baukultur

Nominiert wurden zudem atelier tsu (Chur/Tokio) und studio ne (Basel) in der Kategorie «Gebautes Projekt», Parabase (Basel) in der Kategorie «Ungebautes Projekt» sowie Collectif Xenia (Genf) in der Kategorie «Innovation». Auch diese Projekte zeigen die thematische Breite einer jungen Architekturszene, die sich intensiv mit Bestand, Ressourcen und gesellschaftlicher Transformation auseinandersetzt.

Der Foundation Award wird seit 2010 von Vectorworks Switzerland (ehem. ComputerWorks) vergeben. Er richtet sich an junge Architekturbüros und interdisziplinäre Teams in den ersten Jahren nach ihrer Gründung und schafft Sichtbarkeit für Positionen, die durch Eigenständigkeit und gestalterische Qualität überzeugen. Der Foundation Award 2026 zeigt, dass die Zukunft der Architektur im intelligenten Weiterbauen bestehender Strukturen, Ressourcen und Systeme gesehen wird.

Quelle: Vectorworks Switzerland AG