Dakar (abki) – In Dakar hat das Goethe-Institut seinen neuen Standort eröffnet – entworfen von Kéré Architecture. Es ist das erste Mal in der 75-jährigen Geschichte der Institution, dass ein Gebäude eigens für das Goethe-Institut geplant und gebaut wurde. Der Neubau besteht großteils aus verdichteten Lehmziegeln aus der Region und fügt sich sensibel in ein Wohnviertel der senegalesischen Hauptstadt ein.
Ein Meilenstein in der Geschichte des Goethe-Instituts
Am 18. April 2026 wurde der neue Dakar-Standort des Goethe-Instituts feierlich eingeweiht. Zu den Gästen zählten Amadou Ba, Minister für Kultur, Handwerk und Tourismus Senegals, Serap Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Gesche Joost, Präsidentin des Goethe-Instituts, sowie der deutsche Botschafter Kai Baldow und Dr. Stefanie Peter, Direktorin des Goethe-Instituts Dakar.
Das Gebäude markiert einen historischen Einschnitt: Zum ersten Mal hat das Goethe-Institut, das seit mehr als 75 Jahren weltweit aktiv ist, ein Haus von Grund auf neu planen und errichten lassen. Gesche Joost betonte die symbolische Dimension dieses Schritts:
“With this new building, the Goethe-Institut underscores its role as a central player in cultural cooperation in West Africa. Our new location will offer even more space for language instruction, exhibitions, and artistic experimentation. But it will also create new spaces in a symbolic sense: for new discourse in close connection to Dakar’s vibrant cultural scene. As an institution, we are proud to be embarking on this path together with Francis Kéré.”
Gesche Joost, Präsidentin des Goethe-Instituts




Lokale Materialien, organische Form
Das zweigeschossige Gebäude liegt in einem Wohnviertel Dakars, eingebettet in einen üppigen Garten. Der Entwurf von Kéré Architecture reagiert einfühlsam auf die unmittelbare Nachbarschaft – darunter das angrenzende Léopold-Sédar-Senghor-Museum – und vermittelt zugleich die Anforderungen eines lebendigen Kulturbetriebs mit Ausstellungen, Sprachkursen, Konzerten und gesellschaftlichen Zusammenkünften.
Ein zentrales Merkmal des Baus ist die konsequente Verwendung von verdichteten Lehmziegeln aus der Region: Sie bilden die Tragwände, die Trennwände sowie eine zweite, transluzente Außenhaut, die dem Gebäude eine leichte, durchlässige Erscheinung verleiht. Das Tragwerk wurde so geformt, dass es die Kronenlinie der Bäume auf dem Grundstück widerspiegelt. Die Gebäudemasse wirkt als Schutzschild: Sie schirmt die angrenzenden Wohnhäuser vom Lärm ab und isoliert Besucherinnen und Besucher vom Straßenverkehr. Ein weit auskragendes Vordach überspannt alle Ebenen, verbessert die thermische Leistung und schützt das Innere vor Regen.
Für Francis Kéré ist der Bau Ausdruck einer grundlegenden Überzeugung über die Rolle von Architektur im gesellschaftlichen Leben:
“My first building was a school. I have always understood that where people come to learn, they also come to meet, and where people meet is where culture is made. The Goethe-Institut exists to create spaces that facilitate meeting and learning across the world. Designing their first ever purpose-built space is a responsibility I take seriously. In Dakar, one of the great cultural cities of the African continent, I wanted this building to be open and safe, rooted and flexible, and very much alive.”
Francis Kéré, Kéré Architecture



Programm und Nutzung
Das öffentliche Programm konzentriert sich im Erdgeschoss: Hier befinden sich ein Auditorium, eine Cafeteria und die Bibliothek. Das Obergeschoss nimmt Verwaltungsbüros und Klassenräume auf. Das Gesamtprojekt umfasst rund 1.800 Quadratmeter und wurde zwischen 2022 und 2026 realisiert – nach einer Entwurfsphase von 2018 bis 2021.
Direktorin Dr. Stefanie Peter fasst den konzeptuellen Anspruch des Projekts zusammen:
“We are guided by the question: what does genuine collaboration between Senegal and Germany, between West Africa and Europe actually entail? And perhaps it is architecture itself that can provide an initial act of translation in this challenging field. In this process, architects, engineers, construction workers, institutions and local stakeholders work together. Architecture as something that emerges through negotiation, mediation and long-term cooperation: viewed in this light, I believe our new building could serve as a guiding star for the future work of the Goethe-Institut in Dakar.”
Dr. Stefanie Peter, Direktorin des Goethe-Instituts Dakar
Quelle: Kéré Architecture · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt