4. Mai 2026

Prof. Felix Schmuck an FH Münster berufen

Prof. Felix Schmuck wurde zum Sommersemester als Professor für Städtebau an den Fachbereich Architektur der FH Münster berufen. (Foto: FH Münster/Stefanie Gosejohann)
Prof. Felix Schmuck wurde zum Sommersemester als Professor für Städtebau an den Fachbereich Architektur der FH Münster berufen. (Foto: FH Münster/Stefanie Gosejohann)

Münster (pm) – Wie entstehen in einer Stadt Orte mit „urbaner Qualität“, an denen Menschen sich gerne aufhalten? Für Prof. Felix Schmuck beginnt Stadtentwicklung lange, bevor die Architektur ins Spiel kommt: „Damit Architektinnen und Architekten überhaupt gute Arbeit machen können, müssen weit vorher die richtigen Weichen gestellt werden“, erklärt der neuberufene Professor. Seit diesem Semester vertritt er das Lehrgebiet Städtebau am Fachbereich Architektur der FH Münster, der Münster School of Architecture (MSA). Sein Ziel ist es, den Begriff des Entwerfens im Städtebau zu erweitern: um Prozesse, Strategien und neue Methoden der Partizipation und Zusammenarbeit zwischen Öffentlichkeit, Politik, Architekt*innen und Stadtverwaltung.

Der Architekt und Stadtplaner hat an der Bauhaus-Universität Weimar studiert – ergänzt durch ein Jahr an der Kunstakademie Düsseldorf und ein Auslandsjahr in Spanien. Nach dem Diplom führte ihn sein beruflicher Weg zunächst für fast fünf Jahre ins spanische Cádiz, wo er sich viel mit Bauen im Bestand beschäftigte. Zurück in Deutschland arbeitete er in einem großen Planungsbüro in Stuttgart, wo er erfolgreich zahlreiche Wettbewerbe gewann und Städtebau zunehmend in seinen Fokus rückte. „Die Maßstäbe wurden größer: aus dem Haus wurden der Block, aus dem Block das Quartier und schließlich die Stadt“, erinnert sich der 51-Jährige.

Um noch mal eine ganz andere Perspektive auf seine Fachdisziplin zu bekommen, wechselte Schmuck 2010 in die Lehre: Neben seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HafenCity Universität Hamburg übernahm er vielfältige Lehraufträge, unter anderem an der Hochschule Lübeck. In Projekten mit der Stadt Hamburg lernte er die Gestaltungsmöglichkeiten und Potenziale aus der Perspektive von Politik und Verwaltung in der Stadtentwicklung kennen.

2013 wechselte Schmuck in das Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Kiel, wo er bis heute an großen städtebaulichen Projekten arbeitet und ein großes interdisziplinäres Team leitet. Eines seiner wichtigsten Schlüsselprojekte war das „Holstenfleet“ und die Stadtreparatur der umgebenden Bebauung: Anstelle einer sechsspurigen Straße wurde dort ein historischer Wasserarm wieder freigelegt – inzwischen einer der beliebtesten Orte der Innenstadt. Entscheidender Erfolgsfaktor für dieses Projekt war eine intensive Beteiligung der Öffentlichkeit: „Wir sind mit einem sechs Meter langen Modell des künftigen Kanals durch die Stadt gezogen und haben mit den Menschen gesprochen“, berichtet Schmuck. Diesen partizipativen Ansatz möchte er auch in die Lehre einbringen: „Ich würde den Studierenden gerne – mit Blick auf den Städtebau – zeigen, was es noch jenseits des Gebauten gibt: die häufig unsichtbaren Prozesse, Abläufe, Denklogiken, die für eine erfolgreiche städtebauliche Entwicklung so wichtig sind und genauso entworfen werden müssen wie die eigentlichen Gebäude.“

Dass er parallel als Stadtplaner in Kiel und als Professor an der MSA arbeitet, sieht er als große Chance: „Ich bin überzeugt, dass ich die Synergien zwischen dem, was die Studierenden machen, und dem, was die Stadt tut, ideal nutzen kann und ich Aufgaben und Fragestellungen mitbringe, die sonst häufig verborgen bleiben.“ Mit dieser ungewöhnlichen Konstellation betreten sowohl die FH Münster als auch die Stadt Kiel Neuland. „Die vorbehaltlose Unterstützung der Stadt Kiel und die Offenheit auf beiden Seiten sind großartig. Ein tolles Beispiel dafür, wie Verwaltung und Hochschule voneinander profitieren und lernen können.“

Seine ersten Eindrücke an der FH Münster sind durchweg positiv: „Ich habe hier ein außergewöhnliches Maß an Offenheit, Neugier und Ambition erlebt. Es gibt hier ein Klima, in dem man neue Dinge ausprobieren kann. Und genau das ist die Grundlage dafür, Stadt und Städtebau weiterzudenken – in der Lehre und in der Praxis.“

Quelle: FH Münster