Stuttgart (pm) – Die Stimmung in der baden-württembergischen Bauwirtschaft ist gedämpft: Trotz eines Auftragszuwachses von real 18,7 Prozent in den Monaten Januar und Februar 2026 sind die Zukunftserwartungen in den Bauunternehmen derzeit skeptisch. So ist die Lage in der wichtigen Sparte Wohnungsbau nach wie vor unbefriedigend – die Auftragseingänge gingen hier um 6,4 Prozent zurück. Gleichzeitig weist der Straßenbau mit einem Plus von 5 Prozent nur ein geringes Wachstum auf. Hinzu kommen die negativen Folgen des Iran-Krieges, die die Baukosten perspektivisch in die Höhe treiben werden.
„Der Jahresstart im Wohnungsbau war enttäuschend. Die gestiegenen Baugenehmigungen sind allenfalls ein Trostpflaster. Eine Trendwende ist weiterhin nicht in Sicht“, erklärt Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. Um den Wohnungsmangel wirksam zu bekämpfen, fordert er entschlossene politische Maßnahmen: mehr Landesmittel für die soziale Wohnraumförderung, eine Senkung der Grunderwerbsteuer und einen konsequenten Bürokratieabbau. Die künftige Landesregierung müsse den Wohnungsbau in den Fokus rücken.
Im Straßenbau sind die erwarteten Impulse durch das Sondervermögen Infrastruktur bisher ausgeblieben. „Wir fordern die Bundesregierung nachdrücklich auf, die bereitgestellten Mittel – so wie versprochen – für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur zu nutzen und nicht, um Lücken im regulären Haushalt zu stopfen“, mahnt Möller. Auch das Land und die Kommunen sieht er in der Pflicht, die zugewiesenen Gelder aus dem Sondervermögen zum Abbau des gewaltigen Investitionsstaus etwa im Verkehrswegenetz einzusetzen.
Die konjunkturellen Aussichten haben sich durch den Iran-Krieg deutlich verschlechtert. „Steigende Ölpreise verteuern Diesel und Bitumen erheblich, auch bei Asphalt drohen Preissteigerungen. Perspektivisch werden zudem energieintensive Baustoffe wie Zement oder Beton teurer. Wenn infolgedessen die Baukosten in die Höhe gehen, ist das Gift für die Konjunktur“, warnt Thomas Möller. Umso dringlicher sei energisches politisches Handeln, um Investitionen in Wohnungsbau und Infrastruktur anzukurbeln.
Quelle: Bauwirtschaft Baden-Württemberg e.V.