6. April 2026

Geschichte weitergebaut: Altes Gymnasium Oldenburg Erweiterungsbau

Oldenburg (pm) – Das Alte Gymnasium Oldenburg erhält einen Erweiterungsbau und vereint alle Schüler:innen wieder am Standort Theaterwall. Die traditionsreiche Schule wurde 1573 gegründet und zieht nun eine positive Bilanz nach dem Neubauprojekt.

abj Architekt:innen realisieren Erweiterungsbau

abj Architekt:innen realisierten einen viergeschossigen Erweiterungsbau am Alten Gymnasium Oldenburg. Dazu gehören eine denkmalgerechte, barrierefreie Anbindung sowie eine neue Einfeldsporthalle.

Grund für den Neubau waren G9 und Inklusion. Die Zahl der Schüler:innen stieg auf rund 1.060. Daher musste die Schule zeitweise auf Außenstellen ausweichen. 2019 gewannen die Hamburger Architekt:innen den Wettbewerb. Anschließend entstand der Neubau in nur drei Jahren Bauzeit.
„Unsere Aufgabe war es, ein neues Kapitel zu schreiben, ohne die vorhergehenden zu übertönen. Der Neubau ist eine respektvolle Fortführung der Geschichte“, so Architektin Elsa Montecchi.

Architektur und Einbindung in den Bestand

Das Gebäude fügt sich harmonisch in das historische Ensemble des Alten Gymnasiums Oldenburg ein. Eine Fassade aus Rotklinker und ein dunkles Dach greifen die ortstypische Materialität auf. Gleichzeitig fasst der Baukörper den Hof zu einer klaren Geometrie und ersetzt die frühere Einfeldsporthalle.

Funktionale Struktur und moderne Lernräume

Die Anlage ordnet die Funktionen klar. Im Untergeschoss befindet sich die abgesenkte Sporthalle mit Nebenräumen. Im Erdgeschoss liegen Fachräume, darunter ein flexibel nutzbarer Musikraum mit mobiler Trennwand. Dieser eignet sich für Unterricht, Proben und kleine Veranstaltungen.

Darüber folgen drei Ebenen mit Unterrichtsräumen. Eine nach Süden orientierte Terrasse im ersten Obergeschoss erweitert die Pausenflächen um 216 m². Insgesamt stehen rund 3.800 m² Schulhof zur Verfügung.

Alle Bereiche sind barrierefrei. Ein lichtdurchflutetes Treppenhaus und ein Aufzug erschließen den Neubau. Zudem wurde der Bestand saniert. Der Fokus lag auf Barrierefreiheit, neuen Sanitärbereichen und aktuellem Brandschutz.

Barrierefreie Verbindung von Alt und Neubau

Filigrane Stahlbrücken verbinden Neu- und Altbau. Sie integrieren das historische Gebäude in die neue Wegeführung und erschließen Foyer, Aula-Vorraum sowie Unter- und Dachgeschoss. Dadurch wird das denkmalgeschützte Ensemble nahezu vollständig barrierefrei.

Lernlandschaft mit Tageslicht und Flexibilität

Im Inneren entsteht eine moderne, zusammenhängende Lernlandschaft. Klassenzimmer lassen sich über breite Türen zusammenschalten. Seitliche Glasfelder sorgen für Transparenz und bringen Tageslicht tief ins Gebäude.

Offene Zonen dienen als Ankommensbereich, Treffpunkt und Arbeitsfläche. Sie fördern Kommunikation, Differenzierung sowie Gruppen- und Einzelarbeit.

Nachhaltigkeit und energieeffiziente Technik

Trotz Denkmalschutz und enger Bestandssituation unterschreitet das Ensemble die üblichen Energieverbräuche deutlich. Möglich wird dies durch effiziente Gebäudetechnik und optimierte Tageslichtnutzung.

Begrünte Dächer, Photovoltaik sowie die Kombination aus Wärmepumpe und Gasbrennwerttechnik sichern einen dauerhaft wirtschaftlichen Betrieb.

Projekt

Entwurf: abj Architekt:innen
Projektteam: Sarah Schäper, Elsa Montecchi, Dorle Frobese, Rico Wittke, Markus Krauss
Bauleitung: Ernst² Architekten
Bauherrschaft: Stadt Oldenburg
Statik: Ing.-Büro B. Rass
Brandschutz: Hambrock Bauplanung GmbH
Landschaftsarchitektur: Kilian + Kollegen
Leistungsumfang: LP 1-8
Zeitraum Planung: 11/2019 – 05/2021
Zeitraum Realisierung: 06/2021 – 07/2024
BGF: 4.300 m²

Quelle: abj Architekt:innen