6. April 2026

Ineza-Klinik in Bubanza: Kéré Architecture plant Gesundheitszentrum für Burundi

Ineza-Klinik in Bubanza: Kéré Architecture plant Gesundheitszentrum für Burundi
© Kéré Architecture

Berlin (abki) -Kéré Architecture wurde mit dem Entwurf eines neuen Gesundheitszentrums in der Region Bubanza in Burundi beauftragt, etwa 30 Kilometer nördlich von Bujumbura. Ziel des Projekts ist es, der ländlichen Bevölkerung der Region einen würdevollen sowie verbesserten Zugang zur Gesundheitsversorgung zu ermöglichen und die Leistungen des bestehenden allgemeinen Krankenhauses zu ergänzen – mit einem Schwerpunkt auf Geburtshilfe und chirurgischer Versorgung.

Das Grundstück befindet sich an einem steilen, nach Norden ausgerichteten Hang und ist direkt über die Nationalstraße erreichbar, die Bujumbura mit den nördlichen Landesteilen verbindet. Als Reaktion auf diese anspruchsvolle Topografie organisiert der Entwurf das Raumprogramm in einer Reihe von Pavillons, die durch eine zentrale Erschließungsstraße verbunden sind, welche vom unteren Zugangspunkt bis zum oberen Besucherbereich den Hang hinaufführt.

Die zehn Gebäude, aus denen sich die Klinik zusammensetzt, sind so angeordnet, dass funktionale Zusammenhänge zwischen den Abteilungen optimiert und gleichzeitig effiziente und klar ablesbare Wegeführungen für Personal, Patient:innen und Besucher:innen gewährleistet werden. Die Pavillons folgen den bestehenden Höhenlinien des Geländes, wodurch Erdbewegungen minimiert und das ursprüngliche Profil des Hügels erhalten bleibt. Alle Gebäude sind entsprechend den vorherrschenden Windrichtungen ausgerichtet, um eine natürliche Querlüftung zu maximieren und thermischen Komfort ohne den Einsatz mechanischer Systeme sicherzustellen.

Die Entbindungsstation und die ambulante Einheit basieren auf einer ähnlichen Grundriss-Typologie. Ihre Gebäudeumfänge weisen unregelmäßige Profile auf, die schattige, überdachte Wartebereiche mit integrierten Sitznischen entlang der Fassaden schaffen. Das natürlich belüftete Dachsystem orientiert sich an früheren Projekten von Kéré Architecture und wurde an das Klima Burundis angepasst, das durch starke Niederschläge während der Regenzeit geprägt ist.

Für die chirurgische Station wird ein eigenständiger architektonischer Ansatz verfolgt: Vertikale Kamine sorgen für eine natürliche Lüftung durch den Kamineffekt, während jeder Patientenbereich über ein eigenes Fenster verfügt, das Tageslicht sowie Ausblicke in die umgebende Landschaft ermöglicht und so Würde und Wohlbefinden während der Genesung unterstützt.

Der Entwurf setzt konsequent auf lokale Materialien und integriert Bauweisen, die Francis Kéré und sein Team in früheren Projekten entwickelt und an den lokalen Kontext angepasst haben. Während die Ineza-Klinik Gestalt annimmt, schult das Team von Kéré Architecture lokale Arbeitskräfte, vermittelt Fachwissen und fördert den Aufbau von Kompetenzen vor Ort. Wände und perforierte Fassadenelemente werden aus lokal gefertigten Lehmziegeln hergestellt, während Rampen, Stützmauern und weitere landschaftliche Elemente aus Stein aus nahegelegenen Steinbrüchen errichtet werden. Durch die Kombination aus lokalen Materialien, traditionellem Handwerk und Wissenstransfer reduziert das Projekt nicht nur seinen CO₂-Fußabdruck, sondern stärkt zugleich die regionale Wirtschaft und stärkt das lokale Team.

Quelle: Kéré Architecture · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt