3. April 2026

Designing for Resilience: Prototyping Campus Futures

Designing for Resilience
Biogene Landschaften © LTL Architekten + Nelson Byrd Woltz Landscape Architekten + Derive Ingenieur:innen

Berlin (pm) – Der Klimawandel und die mit ihm einhergehenden Krisen verändern grundlegend, wie wir unsere gebaute Umwelt und die damit verbundenen natürlichen Lebensräume gestalten, nutzen und erhalten. Im Kontext einer planetaren Polykrise, in der ökologische, soziale und infrastrukturelle Risiken eng miteinander verflochten sind, müssen traditionelle, fachspezifische Ansätze und Designpraktiken überdacht und weiterentwickelt werden. Am Beispiel des South Campus der University at Buffalo als Testgelände präsentiert Designing for Resilience die Arbeiten von sieben internationalen Planungsteams. Gemeinsam entwerfen und visualisieren sie Zukunftsszenarien für die Zeithorizonte 2050 und 2080, auf der Grundlage verschiedener Hypothesen über mögliche Entwicklungen unserer Welt. Mit dem South Campus als zukunftsorientiertem akademischem Umfeld im Fokus entwickelt das Projekt übertragbare Strategien für Design-Disziplinen und lädt dazu ein, diese Ansätze in unterschiedlichen Kontexten weiterzudenken, weiterzuentwickeln und anzuwenden.

Ein Wettbewerb zum neuem Campus

Im Frühjahr 2025 startete die School of Architecture and Planning der University at Buffalo (UB SAP) einen zweistufigen internationalen Gestaltungswettbewerb mit dem Titel The Resilient Campus. Wie viele nordamerikanische Hochschulcampus entwickelt sich auch der South Campus der UB ständig weiter: Er passt sich den Anforderungen von Lehre und Forschung an, macht seine facettenreiche Geschichte sichtbar und bietet Raum für diverse akademische Gemeinschaften. Als solches ist der South Campus ein repräsentatives Beispiel für einen ‚College-Campus‘ – einem Archetyp des amerikanischen Urbanismus. In seiner Lage an den Großen Seen war er zwar bislang noch nicht durch extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen, Dürre oder Feuer gefährdet. Jedoch kann die Auseinandersetzung mit Fragen der Resilienz und Anpassungsfähigkeit in diesem Kontext wertvolle Impulse für ein Umdenken in Bezug auf Campuslandschaften insgesamt liefern.

Die im Wettbewerb ausgewählten Teams, deren Arbeiten hier vorgestellt werden, waren aufgefordert, Resilienz und Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu stellen. Diese werden als verwandte, jedoch unterschiedliche Konzepte verstanden, die verschiedene Aspekte der Entwicklungs- und Entfaltungskraft eines lebendigen Systems betreffen. Im Rahmen des Projekts wird Resilienz definiert als die Fähigkeit eines sozioökologischen Systems, Krisen und Störungen zu widerstehen, sich daran anzupassen, sich davon zu erholen und sich gegebenenfalls, als Reaktion darauf, zu verändern. Nachhaltigkeit, seit Langem ein zentraler Schwerpunkt in Campusplanung und Gestaltungspraxis, wird als Voraussetzung für Resilienz angesichts des Klimawandels verstanden und betont die Notwendigkeit, gegenwärtige Anforderungen zu erfüllen, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Die Wettbewerbsarbeiten erkunden spekulative Szenarien für Campuslandschaften und Gebäude und streben dabei eine stärkere Wechselbeziehung zwischen bebauter und lebender Umwelt an. Durch diesen Ansatz soll transdisziplinäres und transformatives Wissen über resilientes Gestalten weiterentwickelt, gefördert und verbreitet werden.

Eine Vielzahl von Ansätzen

Die Teams arbeiteten auf zwei Ebenen und entwickelten und implementierten Strategien für eine ökologisch robuste, widerstandsfähige Landschaft, die ihren Stellenwert als intellektuelles, kulturelles und soziales Gut für mehrere Nachbarviertel und umliegende Gemeinden stärkt. Auf Gebäudeebene untersuchten sie die adaptive Wiederverwendung eines großen, bestehenden, ungenutzten Komplexes für Gesundheitswissenschaften durch Rück-, Um- und Neubau und entwickelten schematische Vorschläge für eine neue, von der Universität unterstützte Gemeinschaftsschule.

Durch Kreativität und Intelligenz wurde eine bemerkenswerte Bandbreite an Ansätzen entwickelt: der Einsatz neuer Baumaterialien, Strategien zur CO2-Reduzierung, die Priorisierung der Biodiversität, innovative Visualisierungen und sogar die Entwicklung neuer Werkzeuge – alles auf der Grundlage von Kenntnissen über diesen speziellen Campus, diese Stadt und diese Region. 

Teilnehmende Teams

•    ASPECT Studios + Woods Bagot Architecture + Dr. Jillian Walliss 
•    Barkow Leibinger + TOPOTEK1 + Transsolar KlimaEngineering + Guy Nordenson and Associates
•    LTL Architects + Nelson Byrd Woltz Landscape Architects + Derive Engineers
•    MASS + EinwillerKuehl + SITELAB Urban Studio + Second Nature Ecology and Design 
•    MVRDV + RIOS 
•    OBRA Architects + LOLA Landscape Architects
•    STOSS Landscape Urbanism + Höweler Yoon Architecture

Zur Ausstellung

Designing for Resilience präsentiert sieben unterschiedliche Ansätze zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Universitätsgeländen. Jeder Ansatz formuliert eine spezifische Philosophie der Resilienz und stellt diese anhand von Diagrammen, Bildern, Zeitachsen, Perspektiven und Analysen eines sich wandelnden Umfelds dar. Ergänzt durch ein kurzes Video jedes Teams, veranschaulichen diese einzigartigen Studien, wie sich das Campusumfeld unter verschiedenen Bedingungen und durch unterschiedliche Maßnahmen entwickelt.

Ausstellung: 28. März 2026 – 6. Mai 2026
Ort: Aedes, Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin
Öffnungszeiten: Mo 13:00–17:00, Di–Fr 11:00–18:30, So und Feiertage 13:00– 17:00, Sa 28. März 2026, 13:00–17:00

Quelle: Aedes