10. März 2026

RMIT: Aktualisierte Stellplatzregelungen könnten Bauentwicklungen beschleunigen und urbane Qualitäten verbessern

Melbourne (abki) – Stadtplanungs- und Verkehrsexperten der RMIT University äußern sich zu dem Vorhaben der viktorianischen Regierung, pauschale landesweite Mindestanforderungen für Pkw-Stellplätze durch ein differenziertes System zu ersetzen, das sich nach der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln richtet.

Dr. Chris De Gruyter, Senior Research Fellow am Centre for Urban Research: „Die Abkehr von pauschalen, landesweiten Mindestanforderungen für Pkw-Stellplätze hin zu einem System, das bewertet, wie gut ein Gebiet an den öffentlichen Verkehr angebunden ist, ist zu begrüßen.
„Da in Gebieten mit hoher Anbindung an den öffentlichen Verkehr weniger Stellplätze erforderlich sind, zielen diese Änderungen darauf ab, nachhaltigere Mobilitätsentscheidungen zu fördern und Fälle von Überangebot bei privaten Stellplätzen zu reduzieren. Dadurch wird Fläche für produktivere Nutzungen frei.
„Es ist wichtig zu betonen, dass Mindestanforderungen für Stellplätze weiterhin bestehen. In einigen stark autoabhängigen äußeren Vororten und regionalen Gebieten Victorias können diese Mindestwerte überschritten werden, um den Marktanforderungen gerecht zu werden.“

Dr. Chris De Gruyter ist Senior Research Fellow am Centre for Urban Research der RMIT University. Er forscht im Bereich Verkehrs- und Flächennutzungsplanung mit dem Schwerpunkt auf den Auswirkungen neuer Wohnbauentwicklungen auf das Verkehrssystem.

Dr. Liam Davies, Lecturer für Nachhaltigkeit und Stadtplanung: „Dieser Ansatz zur Festlegung von Stellplatzanforderungen ist einfach anzuwenden. Um jedoch relevant zu bleiben, muss er regelmäßig aktualisiert werden, um Veränderungen in der Verkehrslandschaft zu berücksichtigen.
„Bisher mussten viele Bauvorhaben in der Nähe hochwertiger öffentlicher Verkehrsanbindungen Genehmigungen beantragen, um weniger Stellplätze bereitzustellen, als im Planungsrecht vorgesehen war. Der neue Ansatz dürfte viele dieser Genehmigungsverfahren entfallen lassen und damit Projekte verschlanken.
„Die Kategorisierung von Flächen nach dem Niveau der öffentlichen Verkehrsversorgung kann für mehr genutzt werden als nur für Stellplätze. Sie kann auch dazu dienen, sogenannte ‚ÖPNV-Schwachstellen‘ in Melbourne zu identifizieren oder Stellplatzanforderungen im Vorfeld großer Infrastrukturprojekte – wie etwa der Suburban Rail Loop – anzupassen.“

Dr. Liam Davies ist Lecturer für Stadtpolitik im Bereich Nachhaltigkeit und Stadtplanung an der RMIT University. Seine Forschung untersucht Verkehr, Wohnungswesen, Besteuerung und Flächennutzungsplanung mit besonderem Fokus auf Gerechtigkeit und politische Reformen.

Quelle: RMIT University · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt