4. Februar 2026

Natur als Klassenzimmer: Henning Larsen verwandelt eine Schule in ein Lerndorf, geprägt von der färöischen Landschaft

Kopenhagen (abki) – Eingebettet zwischen Fjord und Bergen stellt die neu gestaltete Schule auf den Färöer-Inseln Natur und aktives Lernen in den Mittelpunkt der Bildung der nächsten Generation.

Das dänische Architekturbüro Henning Larsen hat den Wettbewerb zur Neugestaltung und Erweiterung der Glyvra School gewonnen – mit dem Ziel, eine Lernumgebung zu schaffen, in der Architektur, Landschaft und Gemeinschaft zu einer Einheit verschmelzen. Der Entwurf definiert die Schule als ein „Lerndorf“, das von der umgebenden Topografie geprägt ist, und gewährleistet geschützte Außenbereiche, reichlich Tageslicht sowie Fjordblicke aus den Klassenräumen.

Als Ensemble miteinander verbundener Gebäude konzipiert, die den natürlichen Geländeverläufen folgen, macht die neue Glyvra School die Landschaft zu einem aktiven Treiber von Gemeinschaft, Spiel und Lernen. Ein Großteil des bestehenden Terrains bleibt erhalten, während Grünflächen bis ins Herz des Campus geführt werden und sich die Gebäude selbstverständlich in die Landschaft hinein erweitern. So entsteht ein nahtloser Übergang zwischen Innen- und Außenräumen, der Bewegung, Neugier und Kreativität über den gesamten Tag hinweg fördert.

„Bildung findet hier sowohl drinnen als auch draußen statt. Unser Entwurf verwebt Bewegung und Spiel mit dem alltäglichen Lernen, um sicherzustellen, dass die umgebende Natur nicht nur eine landschaftliche Kulisse ist, sondern auch selbst zur Lehrerin wird. Durch den Erhalt der bestehenden Schule und des Heimistovufjósið wird sich der neue Campus wie eine organische Erweiterung von Glyvrar anfühlen – ein Ort, den die gesamte Gemeinschaft nutzen kann.“

Ósbjørn Jacobsen, Design Director, Henning Larsen, Faroe Islands

Geschützte Spielzonen, vielfältige Bepflanzung und natürlicher Windschutz machen die Außenbereiche ganzjährig nutzbar und unterstützen Aktivitäten von praktischer Erkundung bis hin zu sozialer Interaktion. Kunstinstallationen und Aktivitätsflächen fördern Wohlbefinden, sensorische Stimulation und gemeinschaftliche Bindung und verwandeln die Schule in ein lebendiges Lernökosystem für Schülerinnen und Schüler im Alter von 5 bis 12 Jahren.

Die Außenangebote reichen über das Schulgelände hinaus; der Campus fungiert als sozialer und kultureller Anker für Glyvrar. Begrünte Höfe, Wege zum Strand sowie Einrichtungen für Sauna- und Meeresbaden, eingebettet in ein Netzwerk aus Freizeitwegen und Aktivitätsflächen, sind für die tägliche Nutzung sowohl durch die Schule als auch durch die breitere Gemeinschaft konzipiert. Auf diese Weise ist die Schule nicht nur ein Ort des Lernens, sondern das Herz des Dorflebens – aktiv weit über die Schulzeiten hinaus.

Die neue Musikschule wird im historischen Scheunenbau Heimistovufjósið untergebracht, der in den 1950er-Jahren vom lokalen Architekten Niels Pauli Hansen errichtet wurde. Der Entwurf respektiert die Proportionen, Materialien und den architektonischen Ausdruck des Gebäudes und führt zugleich zeitgemäße Einrichtungen für Musikunterricht, Proben und Aufführungen ein. Spezielle Unterrichtsräume, Proberäume und ein Konzertsaal sollen die Verbindung zwischen Bildung, Kultur und der lokalen Gemeinschaft stärken.

/ab

Die Schule wird eine Fläche von 10.000 m² umfassen und 500 Schülerinnen und Schüler aus Vorschule, Mittelstufe, Nachmittagsbetreuung und Sonderpädagogik aufnehmen. Zur Unterstützung des Bevölkerungswachstums hat die Kommune Runavík Henning Larsen und Ramboll mit der Sanierung und Erweiterung der bestehenden Glyvra School sowie mit der Einrichtung einer neuen Musikschule in der 75 Jahre alten Scheune Heimistovufjósið auf dem Gelände beauftragt.

Auszug aus der Jurybegründung: „Ein Projekt sticht hervor und hat es in außergewöhnlicher Weise geschafft, den Entwurf – unsere Bedürfnisse, Wünsche und Träume – in ein Gebäude zu übersetzen, das wir gerne als unser Wahrzeichen haben. Als Spiegel unserer Seele, unserer Gemeinschaft und unserer Geschichte.“

Sigrid J. Dalsgaard, Jurysekretärin und Projektleiterin

Die Umsetzung erfolgt in mehreren Bauphasen, um sicherzustellen, dass die Schule währenddessen vollständig in Betrieb bleibt. Der phasenweise Ansatz ermöglicht es, neue Einrichtungen fertigzustellen und zu nutzen, bevor bestehende Strukturen saniert oder entfernt werden.

Quelle: Henning Larsen · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt