4. Februar 2026

BVMB fordert Verbesserung der Standortqualität

Berlin (pm) – Mit hohen Erwartungen, aber auch erheblichen strukturellen Herausforderungen startet die Bauwirtschaft in das Jahr 2026. Zwar habe sich die Baukonjunktur nach den massiven Einbrüchen der vergangenen Jahre teilweise stabilisiert, doch grundlegende Probleme bestünden fort, erklärt Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e. V. (BVMB). „2026 wird ein Schlüsseljahr für unsere Branche. Es entscheidet sich, ob der Bau wieder zu einer tragenden Säule der wirtschaftlichen Entwicklung wird“, so Gilka. Entscheidend seien jetzt Reformimpulse, insbesondere bei Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie bei der Finanzierung der Infrastruktur. Aus Sicht der BVMB braucht es dringend eine spürbare Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen. Ebenso zentral sei mehr Planungssicherheit für Bauunternehmen durch überjährig angelegte, verlässlich finanzierte Investitionsprogramme. „Nur mit langfristiger Verlässlichkeit können Unternehmen investieren – in moderne Maschinen, Innovationen und dringend benötigte Fachkräfte“, betont Gilka. Der Verband begrüßt vor diesem Hintergrund das geplante Infrastruktur-Zukunftsgesetz mit seinen Ansätzen zur Vereinfachung von Genehmigungen. „Entscheidend wird sein, dass die Regelungen nicht nur verabschiedet, sondern auch zügig und konsequent in der Praxis umgesetzt werden“, mahnt der BVMB-Hauptgeschäftsführer.

Wohnungsbau bleibt zentrale Herausforderung

Besondere Sorge bereitet dem Verband weiterhin die anhaltende Schwäche im Wohnungsbau. Zwar deuteten steigende Genehmigungszahlen auf eine leichte Erholung hin, doch der strukturelle Bedarf bleibe enorm. Eine aktuelle Studie des Pestel Instituts beziffert den jährlichen Wohnraumbedarf auf rund 410.000 Wohnungen, während derzeit lediglich etwas über 200.000 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt werden. Bis 2030 summiere sich der Gesamtbedarf auf rund 2,4 Millionen Wohnungen. „Wohnraum ist nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein soziales Kernthema“, so Gilka. Schlagkräftige Förderprogramme für private und institutionelle Bauherren seien daher unverzichtbar, um Angebot, Bezahlbarkeit und soziale Stabilität gleichermaßen zu sichern.

Qualität und nicht Höhe der Investitionen entscheidend

Dabei komme es nicht allein auf die Höhe öffentlicher Investitionen an. „Wachstum entsteht durch die Qualität der Projekte, ihre kluge Ausgestaltung und eine verlässliche institutionelle Einbettung“, erklärt Gilka. Öffentliche Investitionen setzten wichtige Impulse für private Nachfrage und schafften zugleich die Grundlage für nachhaltiges Wachstum. Sein Fazit: Nur mit beschleunigten Verfahren, langfristiger Finanzierungssicherheit und wirksamen Förderprogrammen kann die Bauwirtschaft ihr Potenzial entfalten – und 2026 tatsächlich zum Wendepunkt für Branche und Volkswirtschaft werden. Wenn Politik, Verwaltung und Wirtschaft jetzt gemeinsam Tempo machen, können entscheidende Weichen gestellt werden – für eine leistungsfähige Infrastruktur, mehr bezahlbaren Wohnraum, höhere Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Innovationskraft. Die mittelständische Bauwirtschaft ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und diesen Aufbruch aktiv mitzugestalten.

Quelle: Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB)