22. Februar 2026

NRW-Baupreisindex zeigt: Bauen bleibt teuer

Düsseldorf (pm) – Die Baupreise für Wohngebäude in Nordrhein-Westfalen lagen laut statistischem Landesamt IT.NRW im November 2025 um 2,9 Prozent über dem Vorjahresniveau (November 2024: 4,5 %). Gegenüber August 2025 stiegen sie um weitere 0,5 Prozent. Der Baupreisindex für Wohngebäude liegt bei 132,2.

Dazu erklärt Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen: „Die aktuellen Zahlen bestätigen den anhaltend hohen Kostendruck im Wohnungsbau. Baupreise, die deutlich über dem Vorjahresniveau liegen, belasten die Wirtschaftlichkeit von Neubau-, Modernisierungsprojekten und Bestandserhaltungsmaßnahmen deutlich. Besonders problematisch ist, dass sowohl die Rohbauarbeiten (+2,4 Prozent) als auch die Ausbauarbeiten (+3,3 Prozent) weiter teurer werden. Preissteigerungen bei Dachdeckungs-, Holzbau- sowie energetisch relevanten Ausbaugewerken treffen den Wohnungsbau an einer besonders sensiblen Stelle.
Dabei darf nicht übersehen werden, dass die Baupreise bereits in den Jahren 2021 und 2022 mit über 11 und fast 15 Prozent außergewöhnlich stark gestiegen sind. Diese extremen Kostensteigerungen wirken bis heute nach und erklären, warum selbst aktuell moderatere Zuwächse auf einem historisch hohen Preisniveau stattfinden. Besonders deutlich zeigt sich der Preisdruck bei den Wärmedämm-Verbundsystemen: Mit einer überdurchschnittlichen Steigerung von 6,3 Prozent in NRW wird klar, dass energieeffizientes Bauen zunehmend schwierig wird. Diese Entwicklung konterkariert nicht nur Kostendämpfungsbemühungen, sondern erschwert auch die Umsetzung klimapolitischer Ziele. Auf Bundesebene erhöhten sich die Preise für Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen (darunter zum Beispiel Wärmepumpen) um 4,4 Prozent.
Die Wohnungswirtschaft braucht jetzt eine Baukostenoffensive, denn all diese Entwicklungen verschärfen die ohnehin angespannte Situation: Hohe Zinsen, steigende regulatorische Anforderungen und begrenzte Fördermittel setzen Investitionen zusätzlich unter Druck. Ohne wirksame Kostendämpfung und verlässliche politische Rahmenbedingungen drohen weitere Bauprojekte verschoben oder aufgegeben zu werden – mit Folgen wie Wohnungsmangel, Verfehlung von Klimazielen und unbezahlbaren Wohnungen.“

Quelle: VdW Rheinland Westfalen