Düsseldorf (pm) – Ein Studienupdate zeigt zum vierten Mal seit 2019 den Stand des Fertigteilbaus auf dem europäischen Architekturmarkt. Im Schnitt berichten europäische Architekturbüros, dass 32 Prozent ihrer Projekte im Zeitraum 2024 bis 2025 Elemente von Fertigteilbau enthalten haben. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den zehn in der Studie untersuchten Ländern. Märkte wie die Niederlande, Dänemark und Schweden haben diese Bauweise bereits als Standard etabliert, während andere Länder wie Großbritannien und Italien bei der Adaption von Fertigbauprojekten noch weit zurückliegen. Deutschland befindet sich im Mittelfeld, was die Fertigteilbau-Arbeitspraxis der Architekturbüros angeht. In ihrer Projektion auf 2030 und 2035 erwarten die befragten europäischen Planerfirmen jedoch mehr oder weniger länderübergreifend künftig höhere Fertigbauanteile.
Im Rahmen des Europäischen Architekturbarometers der USP Marketing Consultancy wurden insgesamt 1.078 Architekturbüros in Telefoninterviews zur Verbreitung und eigenen Erfahrungen mit der Fertigteilbauweise befragt – zum vierten Mal wurde somit die Verbreitung unter Architekturfirmen im europäischen Raum verglichen. Behandelt werden in der Studie neben Deutschland UK, Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande, Belgien, Polen, Dänemark und Schweden.
Fertigteilbau-Praxis stabil bei unterschiedlichem Verbreitungsstand
Das Ergebnis zeigt: Insgesamt ist die Nutzung von Fertigteilbauten über die vergangenen Wellen hinweg stabil geblieben. Trotz dieses insgesamt flachen Trends sind die Unterschiede zwischen den Ländern auffällig: Die Niederlande, Dänemark und Schweden führen mit einer konstant hohen Nutzung, während Großbritannien seit 2019 mit einer anhaltend niedrigen Akzeptanz heraussticht. Dazwischen gibt es ein breites Mittelfeld – in dessen unterem Bereich auch Deutschland mit einem Anteil von 28 Prozent positioniert ist.
Trotz des unterschiedlichen Tempos: Die langfristige Richtung zeigt eindeutig nach oben
Die aktuelle Nutzung von Fertigbauweise variiert also deutlich zwischen den Ländern. Die Befragten in ganz Europa rechnen jedoch mit Blick auf die Jahre 2030 und 2035 mehrheitlich mit einer steigenden Nutzung, unabhängig vom jeweiligen Ausgangspunkt. Dies deutet darauf hin, dass sich die Branche schrittweise in Richtung einer stärkeren Verbreitung der Fertigbauweise entwickelt und europaweit tätige Unternehmen ihre Strategie zunehmend an den jeweiligen Reifegrad der einzelnen Märkte anpassen sollten. Dies kann von der zunehmenden Sensibilisierung in den weniger fertigteilbauaffinen Regionen bis hin zu einem erweiterten technischen Support in etablierten Märkten reichen.
Quelle: BauInfoConsult GmbH