22. Februar 2026

Eigenheim energetisch sanieren: Forschungsprojekt zeigt Informationsbedarf und hilft mit Online-Wegweiser

Berlin (pm) – Für Hausbesitzer*innen ist es schwierig, einen Überblick zum Thema energetische Gebäudesanierung zu bekommen. Informationsdefizite gibt es besonders bei geeigneten Heizungstechnologien, Förderbedingungen und gesetzlichen Verpflichtungen. Das zeigt das Forschungsprojekt „building-dialogue“, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE). Das Projektteam hat mit dem Online-Tool Building Dialogue einen Wegweiser entwickelt, der frei verfügbar ist und mit dem sich Hauseigentümer*innen ohne Vorwissen unabhängig informieren können. Forschende des Reiner Lemoine Instituts (RLI), des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) und der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie Berlin Brandenburg (DGS) arbeiteten zusammen an dem Projekt.

Neue Heizung, neues Dach oder eine Wärmedämmung – bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden gibt es viele Maßnahmen und jeweils passende Förderprogramme. Im Forschungsprojekt „building-dialogue“ haben Expert*innen untersucht, welche Hemmnisse und Hürden private Hausbesitzer*innen, Wohnungseigentümer*innengemeinschaften (WEGs) und Wohnungsunternehmen bei energetischen Sanierungen erleben und wie ihr Informationsbedarf sowie ihre Einstellungen die Bereitschaft für eine Sanierung prägen. Die Forschenden haben außerdem betrachtet, welche Wertschöpfungseffekte in Kommunen durch Sanierungsmaßnahmen wirken können.

„Wir haben festgestellt, dass fehlende Orientierung für passende Sanierungsmaßnahmen, Unsicherheiten wegen finanzieller Belastung und die technische Akzeptanz, zum Beispiel von neuen Technologien wie Wärmepumpen, als zentrale Hinderungsgründe für Sanierungsmaßnahmen wirken“, sagt Marie-Claire Gering, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin am RLI.

Online-Wegweiser zeigt Maßnahmen, Förderung und Wertschöpfung

Auf Grundlage ihrer Erkenntnisse haben die Expert*innen einen Online-Wegweiser entwickelt. Nutzende erhalten dort eine Schritt-für-Schritt Anleitung, die ihnen bei der energetischen Sanierung hilft und Zugang zu verständlichen Informationen über die Themen Modernisierungsmöglichkeiten, Heizungswechsel, Förderprogramme und Rechtliches liefert. 

Der Wegweiser ist ein Online-Tool, das Eigentümer*innen dabei unterstützt, den Ausgangszustand ihres Gebäudes sowie ihren individuellen Sanierungsbedarf einzuschätzen. Es vermittelt leicht verständliches Wissen zur energetischen Gebäudesanierung und zeigt kostenlose Beratungsangebote und weitere Tools. „Nutzer*innen können damit optimal vorbereitet in eine Energieberatung gehen, etwas für ihre Immobilie und die Energiewende tun und im besten Fall Geld sparen“, so Gering.

Sanierung fördert Wertschöpfung in den Kommunen

Energetische Sanierungsmaßnahmen können außerdem Wertschöpfung und Beschäftigung für regionale Unternehmen und damit Steuereinnahmen für Kommunen bedeuten. Werden in einer Kommune mit 2000 Gebäuden circa 20 Gebäude saniert, was einer Sanierungsquote von einem Prozent entspricht, kann im regionalen Wirtschaftskreislauf jährlich eine Wertschöpfung von über 380.000 Euro entstehen. Dies kann zu kommunalen Einnahmen von circa 26.000 Euro pro Jahr führen. Auch hierzu finden Interessierte, wie zum Beispiel Mitarbeitende in kommunalen Verwaltungen, Informationen im Wegweiser.

Bedarf an verständlichen und praxisnahen Informationen 

Die Wissenschaftler*innen haben im Projekt den Bedarf unterschiedlicher Gruppen analysiert und qualitative Interviews mit Multiplikator*innen, Energieberater*innen und Entscheidungsträger*innen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen: Während professionelle Akteur*innen wie Wohnungsunternehmen und Energieberatende über umfassende Kenntnisse und Ressourcen verfügen, bestehen Defizite bei privaten Eigentümer*innen und WEGs. 

Die Analyse zeigt das Bedürfnis dieser Gruppen nach verständlichen, praxisnahen Informationen, die Umsetzungsschritte sowie Stolperfallen und Entscheidungsoptionen beinhalten. Fragen der Budgetoptimierung, Orientierung zu Technologie-Kombinationen und die Integration regionaler Besonderheiten stehen dabei im Vordergrund. Das Online-Tool adressiert diese Bedarfe direkt und unterstützt damit Akteur*innen bei der Planung und Umsetzung energetischer Gebäudesanierungen, um die Wärmewende weiter umzusetzen.

Quelle: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)