Remshalden (pm) – Anfang Dezember 2025 wurde die Arnold Akademie in der Alten Kelter in Miedelsbach mit dem Preis für Beispielhaftes Bauen ausgezeichnet. Hans-Joachim Arnold, Gesellschafter der Unternehmensgruppe Arnold Glas, nahm den Preis der Architektenkammer entgegen und zeigte sich stolz über die konstante und vielfältige Nutzung der modernen und gleichzeitig historischen Akademie. Innerstädtische Nachverdichtung und Bauen im Bestand seien wichtige Faktoren, um den vielschichtigen Herausforderungen zu begegnen,denen Gemeinden heute im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Flächenknappheit gegenüberstehen.
Mit dem Preis „Beispielhaftes Bauen Rems-Murr-Kreis 2018–2025“ zeichnet die Architektenkammer Baden-Württemberg in diesem Jahr insgesamt 25 Objekte aus, die in den vergangenen Jahren Maßstäbe gesetzt haben. Laut Fachjury zeigen sie alle eindrucksvoll, wie sorgfältig geplante Architektur Lebensräume prägt und zugleich funktionale wie gestalterische Anforderungen vereint. Davon konnten sich die geladenen Gäste im Rahmen der Preisverleihung am 3. Dezember 2025 Waiblingen selbst überzeugen. Eines der prämierten Projekte: die revitalisierte Alte Kelter in Miedelsbach, die heute als Arnold Akademie eine lebendige Bühne für Kunst und Kultur bildet.
Schon beim Besuch der verschiedenen Bauwerke habe sich der Jury ein heiterer Landkreis präsentiert, der mit spannenden Objekten, einer herausragenden Bauqualität sowie einer guten städtebaulichen Entwicklung und Einbindung historischer Gebäude aufwarte. „Die Objekte geben ihrem umliegenden Raum etwas und passen sich gut in das Stadtbild ein“, erklärt der Juror weiter.
Auch die im Jahr 2022 umgebaute Kelter fügt sich harmonisch ins Umland ein. Dies war laut Dr. Sigrid Hintersteiniger vom gleichnamigen Architekturbüro ein gestalterischer Grundgedanke. „Wir wollten zudem unbedingt den historischen Charakter erhalten, weshalb wir beispielsweise viele Materialien aus dem Gebäudebestand wiederverwendet haben“, so Hintersteiniger weiter.
Glas als Gestaltungselement
Gleichzeitig sollte der möglichst hohe Re-use der bestehenden Bausubstanz die Nachhaltigkeit des Gebäudes unterstreichen. Nur dort, wo Bauteile statisch und baubiologisch nicht mehr instand zu setzen waren, kamen neue Bauelemente zum Einsatz – immer aber mit dem Blick auf den aus dem 14. Jahrhundert stammenden Ursprung der Kelter. Beispielsweise wurde das Erdgeschoss durch einen Sichtbetonsockel ersetzt, in den Inlays aus alten Holzbalken der Alten Kelter optisch in den Beton eingearbeitet wurden. Auch die historische Bestandseingangstür wurde nachgebaut und mit neuen Glaseinsätzen versehen.
Ohnehin ist Glas ein prägendes Material der ertüchtigten Alten Kelter, in der Alfred Arnold 1959 die Glaswerke Arnold gründete. Als Reminiszenz an den ursprünglichen Firmengründer und Glasveredler ist daher auch die ausgeklügelte Dachaufweitung mit innovativer Verglasung zu sehen – genauso wie die Raumbox, die den Innenraum der Alten Kelter gliedert. Im Erdgeschoss nimmt diese Box aus Sichtbeton Sanitärräume, Lager, Technik und Küche auf. Eine in die Box integrierte Treppe führt auf eine Galerie, wo sich eine Lounge und ein Think Tank der Firma Arnold befinden. Als Ganzglaskonstruktion ragt die Box dann über das mächtige alte Dach hinaus und belichtet somit den Kelterraum. Die raumhohen Glastrennwände bieten die Möglichkeit, den gesamten Saal im Erdgeschoss und zugleich den Außenraum zu überblicken.
Vom Denkmal zum lebendigen Treffpunkt
Nachdem die Glaswerke Arnold das historische Gebäude wiederbelebt haben, hat sich der Kulturtreff Miedelsbach in den Räumlichkeiten der Alten Kelter gegründet und seine Heimat gefunden. So dient die Alte Kelter heute als multifunktionales und repräsentatives Haus für interne Firmenworkshops und Seminare, als Arnold Akademie – und steht zugleich den Bürgern der Gemeinde für Feste, Ausstellungen, Konzerte und weitere Veranstaltungen wie etwa dem Krippenspiel in der Vorweihnachtszeit zur Verfügung. „Der schönste Moment war, als das erste Konzert in der umgebauten Alten Kelter stattfand“, so Hans-Joachim Arnold, Gesellschafter der Unternehmensgruppe Arnold Glas und Musikliebhaber. „Der Preis ist für mich ein großes Geschenk. Ich bin sehr dankbar, ein derartiges Objekt, das bereits im Bestand des Unternehmens war, umfangreich umbauen zu dürfen und der Bevölkerung von Miedelsbach einen Ort des Miteinanders zu geben“, so Arnold.
Quelle: Glaswerke Arnold GmbH & Co. KG