11. Januar 2026

Neues Bauen – 80 Sekunden präsentiert neue Studie zum Potenzial von Dachaufstockung und -ausbau

Berlin (pm) – Neues Bauen – 80 Sekunden hat heute gemeinsam mit VELUX und der Leaftech GmbH in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft die neue Studie „Mehr Wohnraum im Dach – Potenzialanalyse für Dachausbau und Aufstockung in Deutschland“ vorgestellt.

Zentrale Botschaft der Studie: Auf und unter Deutschlands Dächern steckt ein ganzes Baujahr Wohnraum. Die vorgelegte Analyse weist ein bundesweites, kurzfristig aktivierbares Potenzial von mehr als 270.000 zusätzlichen Wohnungen nach – vollständig im bestehenden Gebäudebestand, ohne zusätzliche Flächenversiegelung und unter realistischen technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. Diese Erkenntnis wurde im Austausch mitpolitischen Vertreterinnen und Vertretern diskutiert und ordnungspolitisch eingeordnet.

Staatssekretärin Poschmann: Wohnraum schaffen heißt demokratische Handlungsfähigkeit sichern

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Einordnung von Sabine Poschmann (SPD) MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Sie hob die Bedeutung der neuen Analyse für die bundespolitischen Debatten zur Bau- und Wohnraumbeschleunigung hervor:

„Die Studie zeigt klar: Im Dach liegt ein erhebliches, kurzfristig aktivierbares Wohnraumpotenzial. Um es zu heben, brauchen wir ein abgestimmtes Vorgehen von Politik, Kommunen, Bau- und Wohnungswirtschaft. Formate wie dieses Parlamentarische Frühstück und der fachliche Austausch dahinter stärken unsere gemeinsame Handlungsfähigkeit. Wohnraum zu schaffen ist Demokratieförderung – weil gesellschaftlicher Zusammenhalt nur gelingt, wenn Menschen die Chance auf gutes und bezahlbares Wohnen haben.“

Staatssekretärin Sabine Poschmann hob die Bedeutung des neuen § 246e BauGB („Bau-Turbo“) hervor und stellte das von Bundesministerin Verena Hubertz angekündigte Umsetzungslabor Bau-Turbo heraus:

„Kommunen, die heute bauen wollen, stehen vor einer doppelten Herausforderung: Wohnraum schaffen – und das im Einklang mit Klima, Ressourcen und sozialem Zusammenhalt. Der neue § 246e BauGB ermöglicht deutliche Beschleunigungen.“

Neben Staatssekretärin Poschmann nahmen die Bundestagsabgeordneten Lutz Brinkmann (CDU/CSU), Wilhelm Gebhard (CDU/CSU), Stephan Mayer (CDU/CSU) und Sepp Müller (CDU/CSU) teil. Ergänzt wurde der Austausch durch weitere Fachreferentinnen und Fachreferenten der Fraktionen.

Zentrale Studienergebnisse: 272.000 zusätzliche Wohnungen realisierbar – ohne neue Flächenversiegelung

Die Analyse basiert auf einer der umfangreichsten Gebäudedatenerhebungen Deutschlands. Leaftech hat über 20 Millionen Gebäude anhand von 3D-Stadtmodellen, Zensusdaten und einem mehrstufigen Filterverfahren untersucht. Die Studie identifiziert deutschlandweit:

  • 77.811 geeignete Gebäude,
  • 272.429 realistisch aktivierbare zusätzliche Wohneinheiten, davon rund 70 Prozent Dachausbau und rund 30 Prozent Aufstockung
  • über 20,4 Millionen Quadratmeter potenzielle neue Wohnfläche,
  • keine zusätzliche Flächenversiegelung, da ausschließlich im Bestand nachverdichtet wird,

Die größten Potenziale liegen in Bayern, Hamburg, Hessen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Hohe Aktivierungschancen bestehen insbesondere in mehreren Hamburger Postleitzahlgebieten sowie in München, Frankfurt, Hannover und Münster.

Die Studie fokussiert sich bewusst auf das wirtschaftlich unmittelbar nutzbare Primärpotenzial, also Gebäude, deren Dächer bereits heute technisch, rechtlich und wirtschaftlich aufgestockt und ausgebaut werden können. Nachgelagerte Potenziale – etwa in sehr alten Gebäuden oder Regionen mit geringer Nachfrage – sind vorhanden, wurden aber nicht einbezogen.

Digitalisierung ermöglicht präzise Aktivierung – Partner demonstrieren gemeinsame Lösungen

Vorgestellt wurde die Analyse von Michael Dittel, CEO und Gründer von Leaftech, begleitet von Chief Sales Officer Tina Bünsow. Michael Mronz, einer der beiden Geschäftsführer von Neues Bauen – 80 Sekunden, eröffnete die Veranstaltung und ordnete die Studie in den Gesamtkontext der Initiative ein. Constanze Krüger, Head of Public AffairsVELUX Deutschland GmbH, ordnete die Ergebnisse aus Sicht der Industrie ein und betonte, wie wichtig verlässliche Genehmigungswege, klare bauordnungsrechtliche Standards und der Einsatz digitaler Werkzeuge seien, um diese Potenziale zu heben.

Damit die identifizierten Potenziale wirksam erschlossen werden können, bedarf es insbesondere vereinfachter und beschleunigter Genehmigungsverfahren, einer Harmonisierung zentraler bauordnungsrechtlicher Vorgaben – wie beispielsweise Brandschutz, Abstandsflächen und statischer Anforderungen –, verlässlicher und langfristig ausgerichteter Förderbedingungen sowie gezielter Anreize und planerischer Verlässlichkeit in Regionen mit besonders angespannten Wohnungsmärkten.

Michael Mronz betonte abschließend:

„Die heutige Zusammenkunft hat deutlich gemacht, wie entscheidend der unmittelbare Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Fachpraxis ist. Nur wenn alle relevanten Akteure gemeinsam Verantwortung übernehmen und ein Ziel verfolgen, lassen sich vorhandene Potenziale zügig aktivieren und zusätzlicher Wohnraum wirksam erschließen.“

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Quelle: digitalis365 GmbH