6. Februar 2023

9,5 % weniger Baugenehmigungen im Monat Mai – Rückgang in Baden-Württemberg deutlich stärker als im Bund

Bauverband befürchtet deutliche Delle im Wohnungsbau

Stuttgart (pm) – Die Baugenehmigungszahlen in Baden-Württemberg sinken aktuell deutlich stärker als im Bund. Wie der Bauverband im Südwesten heute mitteilt, wurden im Mai 2022 mit 3.496 Wohnungen 9,5 % weniger Neubaugenehmigungen im Land erteilt als im Vergleichsmonat 2021. Trotz eines hohen Basiseffektes vom Vorjahr, als die Genehmigungszahlen zweistellig nach oben gingen, ist dies ein ungewöhnlich deutlicher Einschnitt und ein Warnsignal für die weitere Entwicklung im Wohnungsbau. „Die stark rückläufigen Genehmigungszahlen zeigen klar, dass jetzt die Auswirkungen durch den Ukrainekrieg mit anhaltend gestörten Lieferketten, exorbitant teurem Baumaterial sowie steigenden Bauzinsen nun voll auch im Bewusstsein der Verbraucher angekommen sind“, so Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg.

Besonders kräftig zurückgegangen sind im Mai die Genehmigungszahlen für Mehrfamilienhäuser mit -17,6 %. Insgesamt wurden zwischen Januar und Mai dieses Jahres 18.058 Wohnbaugenehmigungen in Baden-Württemberg erteilt, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 10,1 %. „Ganz offensichtlich hat sich das Blatt gedreht. Die Zuversicht und die gute Nachfrage im Wohnungsbau noch bis in den April hinein scheint verflogen. Außerdem werden immer mehr bereits erteilte Aufträge storniert. Wir befürchten einen großen Einschnitt in den kommenden Monaten. Deshalb muss die Politik jetzt massiv gegensteuern und alles dafür tun, damit das Vertrauen bei den Bauwilligen und Investoren wieder zurückkehrt und der Konjunkturmotor Bau nicht ins Stocken gerät.“

Möller fordert von der Ampelkoalition, jetzt Vertrauen und Zuversicht schaffen. Private Bauherren brauchen verlässliche Förder- und Rahmenbedingungen für ihre Neubau- und Sanierungsprojekte. Dass es noch immer keine verbindlichen Fördervorgaben für 2023 gibt, trage zusätzlich zur Verunsicherung der Bauwilligen bei. „Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Abschreibungserhöhung für den Mietwohnungsbau muss daher zügig umgesetzt werden, sonst werden noch mehr Investitionen privater Bauherren ausbleiben und die Wohnungsbauziele der Ampel in weite Ferne rücken.“

Pressemitteilung: Bauwirtschaft Baden-Württemberg