4. Februar 2026

70. BetonTage: Die Zukunft des Bauens mit Beton

Ostfildern (pm) – Vom 10.–12. März 2026 finden die 70. BetonTage im Congress Centrum Ulm statt. Mit ihrer einzigartigen Kombination aus hochkarätigem Fachprogramm, begleitender Ausstellung und Networking gilt die Veranstaltung als wichtigste Weiterbildungs- und Kommunikationsplattform der Beton- und Betonfertigteilindustrie. Vertreter:innen aus Unternehmen, öffentlicher Hand, Wissenschaft und Forschung sowie Planende informieren sich über technische Entwicklungen und Zukunftstrends beim Bauen mit Betonbauteilen. Im Fokus des Kongresses steht der Mensch als Maßstab allen Bauens und die Frage, welche Lösungen die Branche für ein menschen- und klimagerechtes Bauen liefern kann. „Märkte für Menschen“, lautet daher das Motto in diesem Jahr.

Forum für Architektur und Design

Wichtige Impulse für einen verantwortungsvollen Einsatz des Baustoffs Beton in Architektur und Design liefert insbesondere der letzte Kongresstag. Prof. Dr. Lucio Blandini, Werner Sobek AG und Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK), Universität Stuttgart, präsentiert zu Beginn aktuelle Forschungsprojekte zur Leichtbauweise mit Beton. Seine Mission: Bauen mit weniger Emissionen und Material. Im Anschluss stellen renommierte Architekturbüros aus dem In- und Ausland ihre zukunftsweisenden Projekte vor:

• Bürgerzentrum MITTENIM, Niederwerrn
Das Schweinfurter Architekturbüro Schlicht Lamprecht Kern Architekten hat die Neue Mitte der Gemeinde Niederwerrn entworfen. Herausragend sind deren soziale Bedeutung für die Dorfgemeinschaft und der Einsatz von Recyclingbeton beim Bau des neuen Bürgerzentrums MITTENIM sowie dem Umbau der Bestandsgebäude. Architekt Stefan Schlicht berichtet über die Herausforderungen und Chancen des kreislaufgerechten Bauens.

• Besucherzentrum der Bundesschule Bernau
Das Besucherzentrum der Bundesschule Bernau ist ein moderner Glas-Stahl-Beton-Holz-Pavillon. Es wurde von Steimle Architekten GmbH aus Stuttgart entworfen und stellt eine zeitgenössische Interpretation der Bauhaus-Ästhetik dar. Der Neubau dient als Plattform für die Dauerausstellung über das Bauhaus und die Geschichte des Schulkomplexes, der einst von Hannes Meyer und Hans Wittwer geplant wurde. Symbolisch steht der Beton zwischen der Geschichte der Moderne und den Anforderungen nachhaltiger Bauweisen. Architekt Thomas Steimle berichtet, wie sich der historisch bedeutsame Werkstoff zeitgemäß und verantwortungsvoll einsetzen lässt.

• Einfamilienhaus im Steingauquartier, Kirchheim unter Teck
In einer schmalen Baulücke im neuen Steingauquartier in Kirchheim unter Teck errichtete das ortsansässige Büro mehr* architekten *brodbeck *rössler *van het hekke partnerschaft mbb ein mehrgeschossiges Einfamilienhaus aus Beton. Das Konzept des Quartiers basiert auf Urbanität, Vielfalt, Dichte, Lebensqualität und einem bunten Stadtbild und setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Das von David Brodbeck vorgestellte Projekt besticht durch die innovative Betonkonstruktion und clevere Raumnutzung mit Dachgarten. Es demonstriert eindrucksvoll, wie moderne Architektur auf bestehende Stadtstrukturen reagiert.

• Archiv der Avantgarden, Dresden
Das Blockhaus in Dresden wurde vom spanisch-deutschen Büro Nieto Sobejano Arquitectos GmbH, Berlin, saniert und ausgebaut. Es beherbergt nun das Archiv der Avantgarden. Während das historische Gewand des Bauwerks erhalten blieb, überrascht innen ein lichtdurchfluteter Raum mit einem modernen Betonkubus, der scheinbar über der Ausstellungsebene schwebt. Architekt Claus Thiemann erzählt über die Umsetzung des spektakulären Entwurfs und das optimale Zusammenwirken von Bauherrn, Planenden und Ausführenden.

• Mother-of-Pearl, Adorf
Im vogtländischen Adorf ist 2025 das weltweit einzigartige Museum zu Flussperlmuscheln, Perlenfischerei und Perlmutterwarenherstellung eröffnet worden. Der markante Neubau verbindet die bestehenden Gebäude zu einem neuen Museumskomplex. Die Eingangsfassade aus einer zweiachsig gekrümmten, materialminimierten Beton-Hyparschale erinnert an eine Flussperlmuschel. Das Wasser, das über die graue Außenhaut des Betonbaus kontinuierlich fließt, symbolisiert die enge Verbindung zwischen der Muschel und ihrem Lebensraum im Wasser. Ansgar und Benedikt Schulz, Schulz und Schulz Architekten GmbH, Leipzig, erläutern das architektonische Konzept.

• Collège Rousseau, Genf
Architekt Nicolas Vaucher, Burckhardt Architektur AG, Basel, berichtet über die Modernisierung und Erweiterung des Collège Rousseau in Genf. Eine der wichtigsten Entscheidungen in Bezug auf Nachhaltigkeit war, das denkmalgeschützte Bauwerk aufzustocken, anstatt weitere Flächen zu versiegeln. Aus statischen Gründen hatte man sich für eine Holzkonstruktion entschieden, während die bestehende Fassade aus Betonfertigteilen im Obergeschoss unauffällig fortgeführt wurde und sich elegant in den Bestand einfügt.

• Beschleunigungszentrum FAIR, Darmstadt
Kai Otto, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft ion42 (DGI Bauwerk und schneider+schumacher Planungsgesellschaft mbH), Frankfurt am Main, gibt abschließend Einblicke in die Planung und den Bau des Teilchenbeschleunigers FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) in Darmstadt. Als Gestaltungsgrundsatz galt „form follows beam“: Die überirdischen Gebäude folgen in ihrer Form der Strahlführung und werden als Bestandteil einer fließenden Bewegung dargestellt. Ein weiteres Gestaltungselement sind die Fassadenoberflächen, an denen symbolisch die Strahlintensität abgebildet wird, die sich unter der Erde abspielt.

Anmeldung

Das Forum „Die Zukunft des Bauens mit Beton“ richtet sich an Planende, Bauherren und alle, die sich für die gestalterischen und nachhaltigen Potenziale dieses Baustoffes interessieren. Es wird vom Veranstalter der BetonTage, der FBF Betondienst GmbH, dem InformationsZentrum Beton und der DBZ Deutsche Bauzeitschrift angeboten.

Quelle: FBF Betondienst GmbH