10. Juni 2026

18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025 – Kommentare

Wiesbaden (pm) – Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 206 600 Wohnungen gebaut. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 18,0 % oder 45 400 Wohnungen weniger als im Vorjahr. Damit sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen im zweiten Jahr in Folge deutlich (2024: -14,4 % zum Vorjahr), nachdem sie in den Jahren 2021 bis 2023 jeweils bei rund 294 000 gelegen hatte. Zuvor war die Zahl neuer Wohnungen von ihrem Tiefststand von 159 000 im Jahr 2009 auf den Höchststand von 306 400 im Jahr 2020 gestiegen. Niedriger als im Jahr 2025 war die Zahl neuer Wohnungen zuletzt im Jahr 2012 (200 500). In den Ergebnissen sind sowohl Wohnungen in neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden als auch neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden enthalten.

Rückgänge bei allen Wohngebäudearten

In neu errichteten Wohngebäuden wurden im Jahr 2025 insgesamt 172 600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 20,0 % oder 43 300 Neubauwohnungen weniger als im Vorjahr. Rückgänge gab es sowohl bei den meist von Privatpersonen errichteten Ein- und Zweifamilienhäusern als auch bei den vor allem von Unternehmen gebauten Mehrfamilienhäusern: Mit 41 800 Einfamilienhäusern wurden 23,3 % oder 12 700 weniger fertiggestellt als im Vorjahr. Die Zahl neuer Wohnungen in Zweifamilienhäusern fiel um 21,4 % oder 3 800 auf 13 800. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, wurden 109 800 Neubauwohnungen geschaffen, das waren 18,9 % oder 25 500 weniger als im Jahr 2024. In neu errichteten Wohnheimen sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen um 15,1 % oder 1 300 auf 7 200.

In neuen Nichtwohngebäuden entstanden im Jahr 2025 insgesamt 3 300 Wohnungen und damit 31,8 % oder 1 500 weniger als im Vorjahr. Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.

Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden im Jahr 2025 insgesamt 30 700 Wohnungen fertiggestellt, das waren 1,8 % oder 600 weniger als im Vorjahr.

Zahl fertiggestellter Neubauwohnungen sinkt im Osten doppelt so stark wie im Westen

In der regionalen Betrachtung zeigt sich, dass die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen in Wohngebäuden im Jahr 2025 im Osten prozentual mehr als doppelt so stark zurückging wie im Westen. Während die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen im Westen gegenüber dem Vorjahr um 16,7 % (-29 200 auf 145 700) abnahm, sank die Zahl im Osten um 34,3 % (-14 000 auf 26 900). Besonders deutlich war der Unterschied bei Mehrfamilienhäusern: Während im Jahr 2025 im Westen 13,9 % oder 15 000 weniger Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern fertiggestellt wurden, waren es im Osten 38,3 % oder 10 600 Wohnungen weniger als im Vorjahr.

Rückgang bei Bauvorhaben von Privatpersonen besonders deutlich

Nach Bauherrengruppen betrachtet entfielen von den im Jahr 2025 fertiggestellten Neubauwohnungen 89 500 auf Unternehmen (-17,8 % oder -19 400 zum Vorjahr) und 72 300 auf Privatpersonen (-23,7 % oder -22 400). Von Trägern der öffentlichen Hand wurden 7 900 Neubauwohnungen fertiggestellt (-15,6 % oder -1 500), von Organisationen ohne Erwerbszweck 2 900 (+1,7 % oder +50).

Durchschnittlich 27 Monate von der Genehmigung bis zur Fertigstellung im Neubau

Die durchschnittliche Abwicklungsdauer von Neubauwohnungen in Wohngebäuden, also die Zeit von der Genehmigungserteilung bis zur Fertigstellung, hat sich bei den im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäuden auf 27 Monate verlängert. Im Jahr 2024 hatte der Bau einer Wohnung noch durchschnittlich 26 Monate gedauert, im Jahr 2020 lediglich 20 Monate.

Neubauwohnungen mit durchschnittlich 95,2 Quadratmetern Wohnfläche

Eine Neubauwohnung hatte im Jahr 2025 eine durchschnittliche Wohnfläche von 95,2 Quadratmetern. Damit hielt der Trend zu kleineren Wohnungen an. Die bisher größte durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung war im Jahr 2007 mit 116,4 Quadratmetern gemessen worden, seitdem nahm die durchschnittliche Wohnungsgröße ab.

Bauüberhang auf Vorjahresniveau

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen stieg im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 10,6 % auf 238 100 und war damit höher als die Zahl der fertiggestellten Wohnungen. Der Bauüberhang, das sind bereits genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen, bewegte sich zum Jahresende 2025 mit 760 700 Wohnungen auf Vorjahresniveau (2024: 759 700). Davon befanden sich 307 200 Wohnungen bereits im Bau (158 600 Wohnungen davon waren im Rohbau fertiggestellt).

35 700 erloschene Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2025

Im Jahr 2025 erloschen 35 700 Baugenehmigungen, das war der höchste Wert seit 2002 und ein Anstieg um rund ein Viertel gegenüber 2024 und um etwa die Hälfte gegenüber den Jahren 2022 und 2023 (2024: 29 000; 2023: 22 700; 2022: 22 800). Zur Zahl der im Bauüberhang enthaltenen Bauvorhaben, deren Genehmigung zwar noch nicht erloschen sind, die aber nicht mehr weiterverfolgt werden, liegen keine Informationen vor.

3,8 % weniger umbauter Raum bei Nichtwohngebäuden

Auch die Bauaktivität bei Nichtwohngebäuden ist im Jahr 2025 erneut zurückgegangen. Nichtwohngebäude sind zum Beispiel Fabrikgebäude und Lagerhallen, Büro- und Verwaltungsgebäude oder landwirtschaftliche Betriebsgebäude. Der zentrale Indikator für die Bauaktivität bei Nichtwohngebäuden ist der umbaute Raum. Bei den im Jahr 2025 fertiggestellten Nichtwohngebäuden verringerte sich der umbaute Raum gegenüber dem Jahr 2024 um 3,8 % auf 170,9 Millionen Kubikmeter. Besonders stark war der Rückgang bei den Büro- und Verwaltungsgebäuden mit -19,5 %.

Quelle: DESTATIS | Statistisches Bundesamt

Kommentare

Wohnungsneubau 2025: Fertigstellungen auf niedrigstem Stand seit über einem Jahrzehnt – Baugewerbe warnt vor weiterem Einbruch 2026

Das Statistische Bundesamt hat heute die Baufertigstellungen und den Bauüberhang für das Jahr 2025 sowie Auftragseingang und Umsatz im Bauhauptgewerbe für März 2026 veröffentlicht. Im Jahr 2025 wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das ist ein erneuter Rückgang um 18 Prozent gegenüber den knapp 251.900 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2024. Der Bauüberhang lag Ende 2025 bei 760.700 Einheiten. Damit verharrt der Bauüberhang auf dem Niveau von 2024 (759.700 Einheiten) und verdeutlicht das hohe, bislang nicht realisierte Bauvolumen.

Die Fertigstellungszahlen kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe:

„Die heutigen Fertigstellungszahlen sind bitter, aber nicht überraschend. 206.600 neue Wohnungen: Das ist die direkte Folge des Genehmigungseinbruchs, der 2022 begann und 2024 mit nur 215.300 genehmigten Wohnungen seinen Tiefpunkt erreichte. Was heute fertig wird, wurde vor zwei bis drei Jahren genehmigt. Hinter diesen Zahlen stehen Hunderttausende Familien, die keine bezahlbare Wohnung finden. Die Durststrecke bei den Fertigstellungen ist noch nicht vorbei.

Die Genehmigungen der Jahre 2023 und 2024, mit 260.100 und 215.300 die schwächsten seit über einem Jahrzehnt, kommen jetzt als Fertigstellungen am Markt an. Auf Basis der Genehmigungsentwicklung rechnen wir für 2026 mit einem Verharren auf niedrigem Niveau bei 210.000 bis 220.000 Wohnungen.

Der Bauüberhang ist aufschlussreich, denn 760.700 genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen zeigen das brachliegende Potenzial. Das sind Projekte, die nach der Genehmigung an der Finanzierung hängen, und denen die gestiegenen Zinsen und Materialpreise zu schaffen machen.

Es gibt aber einen Lichtblick: 2025 wurden 238.100 Wohnungen genehmigt. Das sind 10,6 Prozent mehr als im Vorjahr, der erste Anstieg seit 2021. Im März 2026 kamen weitere 21.800 Genehmigungen hinzu, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Trend zeigt in die richtige Richtung. Aber wir sind weit vom Bedarf entfernt: Für den deutschen Wohnungsmarkt bräuchten wir rund 400.000 Genehmigungen jährlich. Selbst wenn wir dieses Ziel ab sofort erreichten, wäre die Wirkung auf die Fertigstellungen frühestens 2028 spürbar.

Um den Wohnungsbau zu beleben und ab 2027 eine Trendwende einzuleiten, muss die Politik jetzt auf drei Ebenen handeln.

Erstens muss die Politik die Nachfrage stärken: Die Sonder-AfA im Mietwohnungsbau muss so schnell wie möglich auf den EH-55-Standard ausgeweitet werden. Der Gebäudetyp E muss bis zum Sommer verfügbar sein.
Zweitens den Bauüberhang abbauen: Finanzierungshürden müssen gesenkt werden, damit genehmigte Projekte endlich realisiert werden.
Drittens brauchen wir eine einheitliche Baubeginn-Statistik. Zwischen Genehmigung und Fertigstellung liegen zwei bis drei Jahre, in denen wir statistisch blind fliegen. Ohne diese Daten lässt sich der Bauüberhang nur unvollständig einordnen. Auch lässt sich die Wirksamkeit politischer Maßnahmen nicht messen.

Die Branche steht bereit: 923.000 Beschäftigte, verfügbare Kapazitäten, wachsende Ausbildungszahlen. Der Baubedarf ist hoch, aber die Aufträge fehlen. Die Auslastungsquote ist zurzeit unterdurchschnittlich. Es braucht jetzt die Rahmenbedingungen, damit gebaut werden kann.“

Auftragseingang und Umsatz für März 2026
Pakleppa: „Beim Umsatz im Bauhauptgewerbe zeigt der März 2026 mit einem realen Plus von 2,5 Prozent (nominal +5,3 Prozent) eine positive Entwicklung. Doch der Blick auf die Auftragseingänge trübt das Bild erheblich: Real lag der Auftragseingang im März 7,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat, nominal minus 2,7 Prozent. Im Dreimonatsvergleich sank der Auftragseingang real um 1,6 Prozent. Der Umsatz spiegelt laufende Projekte wider, der Auftragseingang zeigt die Zukunft. Und die gibt Anlass zur Sorge.“

Quelle: Zentralverband Deutsches Baugewerbe

Wohnungspolitischer Alarmruf: Wohnungsbau stürzt auf Tiefstand ab – Ruck für bezahlbares Wohnen muss endlich kommen

Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ist 2025 um weitere 18 Prozent auf nur noch 206.600 Wohnungen eingebrochen – der niedrigste Wert seit 2012. Der Druck auf den Wohnungsmarkt wächst damit weiter, weil hunderttausende genehmigte Wohnungen wegen hoher Kosten, komplizierter Vorgaben und fehlender Planungssicherheit nicht realisiert werden.

„45.400 Wohnungen weniger innerhalb nur eines Jahres sind ein wohnungspolitischer Alarmruf. Wenn in Deutschland nur noch 206.600 Wohnungen fertiggestellt werden, zeigt das schonungslos, wie sehr der Wohnungsbau durch Überregulierung, hohe Baukosten und politische Unsicherheit ausgebremst wird. Die Menschen spüren das längst durch weiter steigende Mieten und fehlenden Wohnraum“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

„Der Ruck für das bezahlbare Wohnen muss jetzt endlich kommen. Es braucht zwingend einen verbindlichen Abwägungsvorrang für den Wohnungsbau, einen einfachen und rechtssicheren Basisstandard sowie verlässliche Förderbedingungen statt ständig neuer Vorgaben und Richtungswechsel. Sonst wird die ausweglose Situation vieler Wohnungssuchender nicht nur zu einer weiteren Wirtschaftsbremse, sondern sie wird die Gesellschaft auch weiter spalten.“

Quelle: GdW

Fertigstellungszahlen brechen ein: Ohne Wohnungsneubau kein Wachstum

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen bewertet die aktuellen, historisch niedrigen Baufertigstellungszahlen des Statistischen Bundesamtes: Insgesamt wurden nur 206 600 Wohnungen fertiggestellt – das ist der niedrigste Wert seit 2012.

„Die Fertigstellungszahlen beim Wohnungsbau sind Gradmesser für den Erfolg des Landes insgesamt. Denn die Wertschöpfung beim Wohnungsbau findet komplett inländisch statt. Ohne ausreichend Wohnungsneubau fehlt das Fundament für Wachstum. Wenn Häuser und Wohnungen fehlen, dann ist das ein knallharter Standortnachteil. Die Leute, die am Wachstum arbeiten sollen, können nirgendwo in den Metropolen eine bezahlbare Unterkunft finden“, betont BFW-Präsident Dirk Salewski in Berlin.

„Es geht nicht um Schwarzmalerei, aber eben auch nicht ums Schönreden: Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 206 600 Wohnungen gebaut. Das waren 18,0 % oder 45 400 Wohnungen weniger als im Vorjahr. 11,7 % der Bevölkerung in Deutschland lebten 2025 in überbelegten Wohnungen. Die Überbelegungsquote ist in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich gestiegen. Haushalte mit Kindern sind häufiger betroffen. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau hat sich im April wieder massiv verschlechtert. Das Geschäftsklima fiel von -19,3 auf -28,4 Punkte. Das ist der stärkste Rückgang seit April 2022. Im Baugewerbe sank die Beschäftigung im 1. Quartal 2026 ebenfalls, und zwar um 27 000 Personen (-1,1 %). Diese Auflistung von Hiobsbotschaften ließe sich immer weiter so fortsetzen im siebten Jahr ohne Wachstum.

Es wird Zeit, dass aus den Ankündigungen endlich Gesetze werden“, so der BFW-Präsident.

Quelle: BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen

Baufertigstellungen brechen dramatisch ein: IVD fordert echten Wohnungsbau-Turbo

Die Krise auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich weiter. Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt, wurden im Jahr 2025 bundesweit nur noch 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 18 Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit 2012. Bereits 2024 war die Zahl der Baufertigstellungen deutlich um 14,4 Prozent eingebrochen. Dazu erklärt IVD-Präsident Dirk Wohltorf:

„Der dramatische Einbruch bei den Baufertigstellungen zeigt: Von einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt kann keine Rede sein. Wer jetzt wegen des Bauturbos oder leicht steigender Genehmigungszahlen schon zufrieden ist, ignoriert die harte Realität. Für Wohnungssuchende und Familien, die Wohneigentum bilden wollen, zählt nicht, was geplant oder genehmigt wird. Entscheidend ist, was tatsächlich gebaut wird und bezogen werden kann.

Jetzt ist nicht die Zeit für neue Regulierung und die Verwaltung des Mangels. Noch schärfere Mietpreisregulierung lösen die Wohnungsfrage nicht – sie verschärft Investitionsbedingungen zusätzlich. Das Gebot der Stunde lautet Deregulierung: weniger Vorschriften, einfachere Verfahren und konsequent nur noch Mindestbaustandards statt immer neuer Anforderungen.

Wer Wohneigentum schaffen will, muss Familien endlich wirksam unterstützen. Der Staat sollte bei selbstgenutztem Wohneigentum auf die Grunderwerbsteuer verzichten. Zusätzlich braucht es eigenkapitalersetzende Bürgschaften und gezielte Zinsvergünstigungen. Denn der Traum vom Eigenheim scheitert heute oft nicht am Willen, sondern am fehlenden Eigenkapital und den staatlich verursachten Hürden und Kosten.

Deutschland braucht keinen Planungsturbo allein. Deutschland braucht einen echten Wohnungsbau-Turbo. Bauen muss schneller, einfacher und kostengünstiger werden. Nur so entstehen die Wohnungen, die dringend gebraucht werden.“

Quelle: Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverband e. V.

„Es ist Zeit, die Hemmnisse für das Bauen einzureißen! Neben steigenden Bauzinsen sind es politisch gemachte Vorschriften und bürokratische Hürden, die das Bauen für die Menschen verteuern. Die föderale Zersplitterung der Landesbauordnungen muss endlich ein Ende haben. Bund und Länder müssen an einem Strang ziehen. Wir brauchen verbindliche Mechanismen, die sicherstellen, dass bundesweite Musterregelwerke automatisch in Landesrecht überführt werden.
Als Behelfslösung bringen die Bundesländer eigene Schneller-Bauen-Gesetze auf den Weg. Wer als Unternehmen seriell und bundesweit baut, steht damit vor einem Flickenteppich unterschiedlicher Beschleunigungsregeln mit unterschiedlichen Anforderungen je nach Bundesland. Das ist strukturell das gleiche Problem wie bei den Landesbauordnungen selbst: ein föderaler Wildwuchs entsteht. Deshalb fordern wir den Bund auf, auch hier koordinierend einzugreifen und gemeinsam mit den Ländern verbindliche Mindeststandards für Beschleunigungsmaßnahmen zu definieren.
Der aktuell im Parlament diskutierte Gebäudetyp E bietet eine echte Chance für kostengünstigeres Bauen, wenn der Gesetzgeber die damit verbundenen Haftungsrisiken für bauausführende Unternehmen klar und verlässlich regelt. Solange diese Frage offenbleibt, werden Unternehmen das vereinfachte Bauen nicht in der Breite nutzen können. Hier ist der Gesetzgeber in der Pflicht, zügig Rechtssicherheit zu schaffen.
Eine vertane Chance stellt die ausgebliebene Flexibilisierung der Losbindung bei der öffentlichen Vergabe dar. Das Vergabebeschleunigungsgesetz hätte den Rahmen bieten können, serielles Bauen durch angepasste Vergaberegeln deutlich attraktiver zu machen. Diese Chance hat die Bundesregierung ungenutzt verstreichen lassen.“

Dr. Denny Ohnesorge, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie (HDH)