22. Februar 2020

120-jähriges Bestehen des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V.

Hamburg (pm) – Aus Anlass des 120-jährigen Bestehens des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V. hat Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher gemeinsam mit dem VNW am Dienstag im Hamburger Rathaus rund 300 Gäste aus Wohnungswirtschaft, Politik und Verwaltung empfangen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher würdigte in seiner Rede den VNW als aktiven und unverzichtbaren Partner im Bündnis für das Wohnen. Dass der Verband so lange Zeit überdauert habe, sei allein schon ein Zeichen. Der Verband sei aber eine Erfolgsgeschichte. „Sie sind wie Hamburg – eine 120 Jahre alte Tradition und dennoch jung und dynamisch“, sagte Tschentscher.

Der Verband stehe für das bezahlbare Wohnen. Seine Unternehmen verwalteten allein in Hamburg rund 300.000 Wohnungen. Die durchschnittliche Monatsmiete liege bei ihnen in der Hansestadt bei unter sieben Euro pro Quadratmeter. Der VNW stehe für „Verantwortung, Nachhaltigkeit und Weitsicht“, sagte Tschentscher. Das tue der Stadt sehr gut.

Die größte Herausforderung, der man sich in den kommenden Jahren stellen müsse, sei der Klimaschutz, sagte der Hamburgs Erster Bürgermeister weiter. Dazu sei das Bündnis für das Wohnen unverzichtbar. „Wir brauchen die Wohnungsunternehmen mit ihren Erfahrungen, um die Herausforderungen des Klimaschutzes nicht in den Talkshows, sondern im echten Leben zu lösen.“ Dazu gehöre, bei allen Bemühungen um den Klimaschutz, die Bezahlbarkeit von Wohnungen nicht zu vergessen.

VNW-Direktor Andreas Breitner: Der VNW ist der „Verband der Vermieter mit Werten“

Nach den Worten von VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner vertritt der Verband seit 120 Jahren die Interessen des bezahlbaren Wohnens – zunächst in Schleswig-Holstein, später auch in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. „Seine Mitgliedsunternehmen verhalten sich als Vermieter mit Werten stets anständig. Sie garantieren seit Menschengedenken den sozialen Frieden. Reich und arm, jung und alt, deutsch oder nicht deutsch, krank oder gesund, religiös oder nicht, allen bieten die Unternehmen ein Wohnen in Würde. Wir machen keine Unterschiede.“

Dem VNW gehören derzeit 387 Mitgliedsunternehmen aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein an. Die Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften verwalten rund 738.000 Wohnungen, in denen mehr als 1,5 Millionen Menschen leben. Der Beschluss, den Verband zu gründen, wurde am 2. November 1900 in Ellerbek bei Kiel auf einem Treffen der Baugenossenschaften Schleswig-Holsteins getroffen.

Mit Blick auf die aktuelle politische Debatte verwies VNW-Direktor Andreas Breitner darauf, dass eines der Erfolgsgeheimnisse der VNW-Unternehmen darin bestehe, ordentlich zu wirtschaften. Leider würden derzeit politische Forderungen laut, die Grundregeln der Betriebswirtschaft, wie beispielsweise „Das was ausgegeben wird, muss zuvor verdient werden“ ausblenden, sagte der VNW-Direktor.

„Doch eine Erkenntnis ist unumstößlich: nur wer solide wirtschaftet, kann seine Wohnungen zu bezahlbaren Preisen vermieten. Wenn VNW-Unternehmen in den vergangenen 120 Jahren nicht solide gewirtschaftet hätten, gäbe es sie heute nicht mehr. Auch das ist eine Lehre aus der Vergangenheit.“

Nach den Worten von VNW-Direktor Andreas Breitner zeichnet sich die Arbeit im VNW durch Solidarität und Gemeinsinn aus. Das sei auch notwendig. Denn: „Gerade in Zeiten, wo das Geschäftsmodell der Vermietung in der Kritik steht, müssen wir die Reihen schließen und nach außen stark und geschlossen sein. Der VNW, nie war er so wertvoll wie heute“, sagte der VNW-Direktor.

Früherer SAGA/GWG-Vorstand erinnert an die wechselvolle Geschichte des VNW

Lutz Basse, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des städtischen Wohnungskonzerns SAGA/GWG, erinnerte in seiner Rede an die wechselvolle 120-jährige Geschichte des VNW, zu der Kriegs- und Nachkriegszeiten genauso gehörten wie die Vorgänge um die „Neue Heimat“. Im Zentrum der Arbeit der norddeutschen Wohnungswirtschaft und ihres VNW hätten stets „Nachhaltigkeit und Sozialverpflichtung“ gestanden. „Was für ein Privileg für eine Branche, nicht nur ‚Wohnungsüberlassung‘ zu organisieren, sondern ‚Lebenswelten‘ zu gestalten“, sagte Basse und fügte hinzu: „Was für eine Herausforderung. Aber auch, was für eine Verantwortung.“

Zugleich zeigte der frühere Vorstandschef sich optimistisch. „Wo stehen wir heute? Wachsende Städte, prosperierende Metropolregionen und Entleerung des peripheren ländlichen Raums sowie der demographische und digitale Wandel kennzeichnen das Anforderungsprofil und die Herausforderungen, denen wir uns weiterhin stellen müssen. Der Instrumentenbaukasten dafür ist allerdings ausreichend befüllt. Was wirklich hilft, sind Partnerschaftsmodelle, Bündnisse und Vereinbarungen, auch wenn sie manchmal erst im Diskurs gefunden werden müssen.“

GdW-Präsident Axel Gedaschko: Beim Klimaschutz auf soziale Balance achten

Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, mahnte angesichts heftiger politischer Kontroversen die Zusammenarbeit zwischen Wohnungswirtschaft und Politik an. „Konfrontation mag sich eventuell kurzfristig politisch lohnen. Sie ist aber extrem kurzsichtig. Eine schlechte Situation wird noch schlechter. Statt Vorfahrt für Bagger und Bauzaun heißt es dann Vorfahrt für Demagogen und Ideologen.“

Mit Blick auf die Anforderungen des Klimaschutzes mahnte Gedaschko die Politik, die Mieterinnen und Mieter nicht zu überfordern. „Die Klimaschutzziele sollen nicht in Zweifel gezogen werden. Aber wenn es nicht nur ums Klima geht, sondern gleichzeitig auch um die Frage der sozialen Balance, dann geht es gar nicht anders als neue Wege zu finden.“

Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 378 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

Pressemitteilung: Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW)