17. Juni 2024

0,6 % mehr neue Wohnungen im Jahr 2022 – Kommentare

Wiesbaden (pm) – Im Jahr 2022 wurden in Deutschland 295 300 Wohnungen gebaut. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 1 900 Wohnungen oder 0,6 % mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Zahl fertiggestellter Wohnungen nach einem Rückgang im Jahr 2021 (293 400 Wohnungen) wieder leicht, nachdem die Zahl neuer Wohnungen in den Jahren 2011 bis 2020 stetig gestiegen war. Allerdings wurde das Niveau des Jahres 2020 (306 400 Wohnungen) im Jahr 2022 nicht erreicht. In den Zahlen sind sowohl die Baufertigstellungen für neue Gebäude als auch für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden enthalten. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, jährlich 400 000 neue Wohnungen in Deutschland zu schaffen.

(c) Statistisches Bundesamt – Destatis

Von den im Jahr 2022 fertiggestellten Wohnungen waren 258 800 Neubauwohnungen in Wohngebäuden. Das waren 1,0 % oder 2 400 Wohnungen mehr als im Vorjahr. Auf Einfamilienhäuser entfielen davon 77 100 Wohnungen. Damit wurden 1,5 % oder 1 200 Einfamilienhäuser weniger fertiggestellt als im Vorjahr. Dagegen stieg die Zahl neuer Wohnungen in Zweifamilienhäusern stark um 14,1 % oder 2 800 auf 23 000. In Mehrfamilienhäusern wurden 150 200 Neubauwohnungen geschaffen und damit 1,5 % oder 2 200 mehr als im Vorjahr. In Wohnheimen fiel die Zahl fertiggestellter Wohnungen um 14,5 % oder 1 500 auf 8 600. In Nichtwohngebäuden entstanden 4 800 Wohnungen, das waren 9,8 % oder 500 weniger als im Jahr 2021.

Überhang von genehmigten, noch nicht fertiggestellten Wohnungen weiter gestiegen

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen fiel im Jahr 2022 mit 354 200 um 7,0 % gegenüber dem Vorjahr, war damit aber weiter deutlich höher als die Zahl der fertiggestellten Wohnungen. Dies führte zum Jahresende 2022 zu einem Überhang von genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen von 884 800 (+38 400 gegenüber 2021). Davon befanden sich bereits 462 900 Wohnungen im Bau (davon 240 100 „unter Dach“ beziehungsweise im Rohbau fertiggestellt). Der seit dem Jahr 2008 anhaltende Anstieg des Bauüberhangs setzte sich damit im Jahr 2022 etwas abgeschwächt fort (2021 lag der Zuwachs bei 67 000 Wohnungen). Der bisher höchste Bauüberhang war im Jahr 1995 mit 928 500 Wohnungen erreicht worden.

22 800 erloschene Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2022

Der verlangsamte Zuwachs des Bauüberhangs dürfte zum Teil an der gestiegenen Zahl erloschener Baugenehmigungen liegen, bei denen in der Regel die mehrjährige Gültigkeitsdauer abgelaufen ist. Diese fließen in die Berechnung nicht mehr ein und haben im Jahr 2022 mit 22 800 den höchsten Stand seit 2006 erreicht. Zugleich ist davon auszugehen, dass im Bauüberhang auch Bauvorhaben enthalten sind, deren Genehmigungen zwar noch nicht erloschen sind, die aber nicht mehr weiter verfolgt werden. Auf der anderen Seite zeigt der Anstieg der Baufertigstellungen auch, dass viele Bauherrinnen und Bauherren ihre Vorhaben trotz Lieferengpässen und Fachkräftemangel sowie deutlichen Preissteigerungen abschließen konnten. Allerdings hat sich der Abschluss teilweise verzögert. So hat sich im Wohnungsbau die durchschnittliche Abwicklungsdauer, also die Zeit von der Genehmigungserteilung bis zur Fertigstellung, seit der Störung globaler Lieferketten durch Ausburch der Corona-Pandemie um etwa 2 Monate verlängert (von 20 Monaten im Jahr 2020 auf 22 Monate im Jahr 2022).

2,9 % weniger umbauter Raum bei Nichtwohngebäuden

Der zentrale Indikator für die Bauaktivität bei Nichtwohngebäuden ist der umbaute Raum. Bei den im Jahr 2022 fertiggestellten Nichtwohngebäuden verringerte sich der umbaute Raum gegenüber dem Jahr 2021 um 2,9 % auf 184,7 Millionen Kubikmeter. Besonders stark war der Rückgang des umbauten Raumes bei Handelsgebäuden mit -15,7 % und bei Fabrik- und Werkstattgebäuden mit -11,3 %.

Pressemitteilung: Statistisches Bundesamt – Destatis

Kommentare

Die heute von Destatis vorgestellten Baufertigstellungszahlen zeigen: Der Bau bleibt in der Krise stabil. In 2022 wurden mehr Wohnungen gebaut als im Vorjahr. Es gibt ein Plus bei den Zweifamilienhäusern (14,1%) und im mehrgeschossigen Wohnungsbau (+1,5%). Was wir auch an den Zahlen sehen: Die Entwicklung ist durchaus unterschiedlich je nach Bundesland. Das ist sicher regionalen Gegebenheiten geschuldet, zeigt aber auch, dass es in manchen Bundesländern besser funktioniert, in anderen weniger. Angesichts eines Krieges, zweier Förderstopps, steigender Zinsen, Materialengpässen und spürbarem Fachkräftemangel, ­­­­ist das eine beachtliche Leistung der Branche. Es ist nicht gerade das Schreckensszenario, das über die letzten Monate gerne an die Wand gemalt wurde. Ich erinnere an die Zahlen einiger Verbände, die von einem Rückgang von bis zu 200.000 fertiggestellter Wohneinheiten sprachen. Das zeigt wieder einmal: Zwischen der Zahl der Baugenehmigungen und der Fertigstellungen gibt es keinen unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang. Knapp 890.000 Wohnungen wurden in Deutschland genehmigt. So hoch ist der Bauüberhang in diesem Land. So viele Wohnungen warten darauf, gebaut zu werden.

In den letzten Wochen hatte das Gebäude an sich und insbesondere sein Heizungskeller viel Aufmerksamkeit erlangt. Das ist gut so, denn wie wir heizen macht eine Menge für das Klima aus. Das zeigt aber auch, wie wichtig Wohnen für unser soziales Gefüge ist. Die Bundesregierung unterstützt deshalb hier intensiv. Wir müssen jetzt weiter die Nachfrage am Bau ankurbeln und sie stabil halten. Aus dem Minus bei den Einfamilienhäusern wollen wir wieder steigende Zahlen machen. Deshalb starten wir am 1.6. unsere Wohneigentumsförderung für Familien, die über ein zu versteuerndes Einkommen von bis zu 60.000 Euro/ Jahr (pro weiterem Kind 10.000 Euro oben drauf) verfügen. Die größte Sorge von Familien, die gerade bauen wollen, sind die Zinsen. Deshalb verbilligt unser Programm den Zins. Haushalte mit Kindern können in Abhängigkeit von der Anzahl der minderjährigen Kinder und des Standards, mit dem sie bauen, eine Kreditsumme zwischen 140.000 und 240.000 EUR aufnehmen. Die Mittel für unser Wohneigentumsprogramm speisen sich aus dem Neubauförderprogramm der Bundesregierung. Die Mittel werden seit dem 1.3. überdurchschnittlich abgerufen. Deutschland baut mit diesem Geld. Das Programm wird wie geplant bis Jahresende ausfinanziert bleiben.

Wie Sie wissen, stellt die Bundesregierung darüber hinaus 14,5 Mrd. EUR bis 2026 für den sozialen Wohnungsbau zu Verfügung. Das ist ein historischer Aufwuchs. Damit ist uns eine Trendumkehr gelungen! Neue Investorengruppen können für den sozialen Wohnungsbau gewonnen werden. Diese Förderung ist ein absoluter Stabilitätsanker am Bau. Ein paar Fakten, die die Dimension dieser Förderung unterstreichen: Sozialer Wohnungsbau ist kein Nischen-Thema: 50% der Hamburgerinnen und Berliner haben bspw. ein Recht auf eine staatliche geförderte Wohnung. In vielen Bundesländern wurde die Landes-Kofinanzierung deutlich angehoben. Für 2023 wurde uns die Planung von 50.000 Sozialwohnungen (Miete und Eigentum einschl. Modernisierung, Erwerb von Belegungsrechten) in Deutschland gemeldet. Mit den Mitteln kann auch Eigentumserwerb von Menschen mit wenig Einkommen gefördert werden. 500 Millionen EUR stellen wir den Ländern zur Verfügung, damit mehr Azubiwohnheime und Studentenwohnungen entstehen. Trotz schwieriger Bedingungen für die Länder, wird dieses Angebot bereits sehr gut nachgefragt. Für 2023 sind Stand heute rd. 5400 neue Wohnheimplätze geplant. So viel, wie jetzt, wurde seit Gründung der Bundesrepublik nicht mehr in das Junge Wohnen investiert.

Ein Wort zum Bauüberhang: Gut 463.000 Wohnungen sind 2022 im Bau. Das sind noch mal mehr als in 2021. Da waren es knapp 440.000 Wohnungen. Die Realisierungsrate genehmigter Wohnungen – also welche werden am Ende auch gebaut – ist absolut stabil. Übrigens, der Anteil erloschener Baugenehmigungen ist sogar noch gesunken: auf 3 Prozent. Mal ein paar Zahlen: 93 % aller Geschosswohnungen werden auch gebaut. 96 % aller 1-2-Familienhäuser werden gebaut. Was also einmal genehmigt wurde, wird also auch gebaut. Das zeigt, die Kassandrarufe – die sich schon bei den Fertigstellungszahlen für 2022 nicht bewahrheitet haben – werden es auch weiter nicht tun. Das zeigt die fast 100% Realisierungsrate von genehmigten Wohnungen und die weiter steigende Zahl des Bauüberhangs.

Bundesbauministerin Klara Geywitz 

Bauindustrie: Wohnungsneubau hat Vorjahrsniveau gehalten, Rückgang für 2023 erwartet

Die Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum in Deutschland bleibt ein Problemfall. Zwar konnte das Vorjahresniveau angesichts des hohen Bauüberhangs gehalten und 2022 295.300 Wohnungen im Neu- und Umbau fertiggestellt werden. Steigende Materialpreise und Bauzinsen, kaum verlässliche Förderbedingungen sowie immer höhere, teils staatlich verordnete Gebäudeanforderungen werden 2023 jedoch deutliche Spuren hinterlassen. „Es ist eine enorme Leistung unserer Bauunternehmen, unter schwierigsten Bedingungen knapp 300.000 Wohnungen zu bauen. Zur Wahrheit gehört aber, dass 2022 fast alles fertiggestellt wurde, was noch im Bau war. Dieses Polster ist nun aufgebraucht, so dass wir angesichts sinkender Baugenehmigungen und einem Rückgang im Auftragseingang von 40 Prozent 2023 eine Bauchlandung erleben werden. Vielen Investoren geht aufgrund steigender Preise die Puste aus, weshalb auch den Wohnungsbauunternehmen bald die wirtschaftliche Perspektive fehlen wird. Alles zum Leid derjenigen, die dringend eine bezahlbare Wohnung suchen.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Werte für 2022. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen stieg im Vorjahr – wegen des hohen Bauüberhangs – gegenüber 2021 nur minimal um 2.000 beziehungsweise 0,6 Prozent.

„Für das laufende Jahr rechnen wir bestenfalls mit 250.000 fertiggestellten Wohnungen. Gerade in den Ballungsgebieten und ihrem Umland wird damit die Wohnungsnot zementiert“, so Müller. Auch 2024 sei kaum Besserung in Sicht, die Fertigstellungszahlen werden angesichts dramatisch eingebrochener Baugenehmigungen weiter sinken. Müller forderte abermals die Politik auf, Vertrauen am Markt wiederherzustellen, damit Investoren zurück an den Markt kommen. „Der Dreiklang aus einer verlässlichen Neubauförderung, Steueranreizen und weniger Regulierung muss endlich Gehör finden. Die Ampelkoalition muss dringend Investoren für den Wohnungsneubau motivieren, dafür braucht es verlässliche Marktbedingungen“, so Müller. Insbesondere die Entschlackung der Überregulierung am Bau sei ein Hebel, Baukosten und damit Preise zu senken – etwa im Bereich der Baustandards oder der Gebäudeenergieeffizienz, auch ohne die Klimaschutzziele aus den Augen zu verlieren.

Alle Angaben beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes und Berechnungen des HDB.

Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.


Baufertigstellungszahlen 2022 sind Blick in den Rückspiegel – Bauüberhang steigt auf Rekordhöhe

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen warnt davor, die aktuellen Fertigstellungszahlen als Zeichen einer Erholung zu interpretieren. „Der Blick in den Rückspiegel trügt. Die vermeintliche Erholung bildet den Stand vor der Krise ab, denn da wurden die Genehmigungen erteilt. Die wirkliche Lage sehen wir in den Zahlen für 2023 und 2024“ erklärte BFW-Präsident Dirk Salewski in Berlin.

„Der Blick zurück zeigt die Lage vor der Explosion der Baukosten an. Da wurden diese Wohnungen genehmigt und mit dem Bau begonnen. Viele haben durchgehalten und fertiggestellt, was begonnen wurde. Vor uns liegt aber ein echter Abschwung. Die Kosten bei Finanzierung und Baummaterial haben zum Stillstand beim Wohnungsneubau geführt. Es ist so: Wir fahren gerade auf das Stauende zu, gucken dabei in den Rückspiegel und freuen uns, dass der Verkehr fließt“, so der BFW-Präsident.

„In diesem Jahr 2023 sinken die Fertigstellungszahlen auf rund 240.000 Wohnungen und im Jahr 2024 geht es dann voraussichtlich runter auf ca. 200.000 Wohnungen. Diese Einschätzung gilt branchenweit. Beim Bauüberhang lässt sich besser erkennen, wo die Reise hingeht. Mit einem erneuten Anstieg beim Bauüberhang auf 884.800 Wohnungen nähern wir uns stetig dem Rekord von 1995“, sagte Salewski.

„Der hohe Bedarf an Wohnraum und die enormen Baukosten bei gleichzeitig höchsten geforderten teuren Standards müssten dem Letzten vor Augen führen, dass es so nicht weiter gehen kann. Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen sind sonst immens“, mahnte Dirk Salewski.

Quelle: BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen


Neubauzahlen erneut unter 300.000 – Absturz beim Wohnungsbau droht in den kommenden Jahren

Das Statistische Bundesamt hat heute aktuelle Zahlen zu den Fertigstellungen neuer Wohnungen veröffentlicht. Im Jahr 2022 wurden demnach insgesamt 295.300 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 0,6 Prozent mehr als 2021. Bei Mehrfamilienhäusern wurde ein Plus von 1,5 Prozent verzeichnet.

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:

„Die Neubauzahlen für 2022 liegen erwartungsgemäß erneut unter 300.000. Der Anstieg von 1,5 Prozent bei den Mehrfamilienhäusern ist marginal. Dabei ist außerdem zu beachten, dass die 2022 fertiggestellten Wohnungen noch unter vollkommen anderen Rahmenbedingungen geplant und gebaut wurden, als wir sie heute haben. Die Folgen der zahlreichen Stornierungen unter den aktuellen Rahmenbedingungen werden erst in den nächsten Jahren in vollem Umfang zum Tragen kommen. Damit liegt die Gefahr eines Absturzes noch vor uns. Die gemeinsame Aufgabe aller beteiligten Akteure – sowohl auf politischer als auch auf ausführender Seite – ist es jetzt, diesen Absturz aufzuhalten.

Noch bieten unsere Unternehmen bezahlbare Mieten von im Schnitt 6,22 Euro pro Quadratmeter kalt. Aber auch die sozial orientierten Wohnungsunternehmen können nicht zaubern: Die günstigen Angebotsmieten sind auch das Resultat einer über lange Jahre verlässlichen und auskömmlichen Förderpolitik für bezahlbaren Wohnungsbau.

Seit dem Förderfiasko im vergangenen Frühjahr werden Projekte des bezahlbaren Wohnungsbaus reihenweise abgesagt, weil sie nicht mehr finanzierbar sind. Die Menschen in Deutschland werden also künftig deutlich schwieriger eine Wohnung finden und die Preise werden angesichts allseits explodierender Kosten ohne wirksames Fördersystem weiter nach oben gehen. Zusätzlich kommt nun die enorme Herausforderung der Wärmewende in Deutschland, aber auch auf EU-Ebene auf uns zu.

Wir brauchen umgehend kurzfristige Maßnahmen, die schnell greifen, damit unsere Unternehmen wieder in die Lage versetzt werden können, Neubauprojekte aufzusetzen. Für die Bauwilligen gibt es derzeit weder Planungssicherheit noch eine angemessene Förderung zum Erreichen der sehr hochgesteckten Neubauziele. Deshalb ist es dringend notwendig, alle Hebel in Bewegung zu setzen, den bezahlbaren Wohnungsneubau wieder anzukurbeln.“

Quelle: GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen


Zahl der Baufertigstellungen erneut zu niedrig: ZIA fordert eine „Konzertierte Aktion Wohnen“

Die heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen deutlich: In Deutschland wird zu wenig Wohnraum geschaffen, um die Neubaulücke von bis zu 700.000 Wohnungen im Jahr 2025 zu schließen. Die Zahl der Baufertigstellungen lag im vergangenen Jahr bei 295.300 Wohnungen und verharrte damit etwa auf dem Niveau von 2021. Das Ziel der „Ampel“, 400.000 neue Wohnungen pro Jahr fertigzustellen, wird um 104.700 Wohnungen verfehlt. Das Wohnungsbau-Barometer des ZIA zeigt die Lücke deutlich.

„Wir dürfen uns jetzt nicht in falscher Sicherheit wiegen, denn der starke Rückgang bei den Baugenehmigungen und der jetzt einsetzende Rückgang privater Immobilienkredite verheißen für die Zukunft nichts Gutes,“ so ZIA-Hauptgeschäftsführer Oliver Wittke. „Die Bundesregierung hat auch weiterhin die volle Unterstützung in ihrem Ziel, 400.000 Wohnungen pro Jahr bauen zu lassen. Es mangelt aber nach wie vor an konkreten Schritten. Die immer noch schlechten Rahmenbedingungen machen ein sofortiges Handeln notwendig.“

Der ZIA hat vor kurzem seinen Abschied von Forderungen nach neuen Milliarden-Subventionen bekannt gegeben. Zugleich fordert er einen Verzicht von Ländern und Kommunen auf das Abschöpfen von Mitteln beim Bau von Wohnungen. Der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft setzt auf eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern, Kommunen und der Branche selbst und regt eine „Konzertierte Aktion Wohnen“ an.

„Lassen wir uns von der Seitwärtsbewegung nicht täuschen. Es handelt sich um corona-bedingte Nachholeffekte bei den Bauämtern. Das zeigt das ZIA-Frühjahrsgutachten. Der Einbruch wird kommen. Deshalb fordern wir, bis 2025 die Grunderwerbsteuer für Wohnimmobilien generell und ohne Einschränkungen auf 3,5 Prozent zu senken oder ganz fallen zu lassen. Die Kommunen sollten auf alle Formen der Gewinnabschöpfung verzichten,“ sagte Wittke. Denn: ändere man nichts, sei in der Konsequenz auch ein Wegbrechen der Steuereinnahmen zu befürchten. Wittke weiter: „Schnelles Bauen ist das Gebot der Stunde. Es braucht deshalb eine Quote fürs serielle und modulare Bauen von 30 Prozent – schon allein, um den durch den Wohnraummangel gefährdeten gesellschaftlichen Frieden zu erhalten.“

Der ZIA fordert zudem ein großvolumiges Kreditprogramm vom Bund mit zwei Prozent Zinsen. Die Gelder würden zurückgezahlt ohne mittelfristige oder langfristige Belastung des Haushalts.

„Konkrete Vorschläge liegen auf dem Tisch. Es liegt jetzt an der Politik, schnell und unbürokratisch zu handeln,“ so ZIA-Hauptgeschäftsführer Wittke.

Das Papier „Konzertierte Aktion Wohnen“ finden Sie hier: Papier „Konzertierte Aktion Wohnen“ | ZIA (zia-deutschland.de)

Projektentwickler unter Druck

Eine aktuelle Auswertung von bulwiengesa zeigt: In den sieben deutschen Städten, den sogenannten „A-Städten“, Berlin, Frankfurt, Hamburg, München, Düsseldorf, Köln und Stuttgart schrumpft das Projektvolumen im Vergleich zu 2022 weiter. Besonders betroffen: Wohnprojektentwicklungen. Die Baufertigstellungen werden demzufolge in den nächsten Jahren einbrechen.

Quelle: Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA)