18. November 2019

Wertschätzung wichtiger als das Gehalt: Mitarbeiter der Wohnungswirtschaft bewerten die Attraktivität von Arbeitgebern

Kollegiale Zusammenarbeit und Wertschätzung am Arbeitsplatz ist für Beschäftigte der Wohnungswirtschaft wichtiger als ein konkurrenzfähiges Gehalt. Das hat eine Befragung der EBZ Akademie ergeben, der Branchen-Anbieter von Personalentwicklungskonzepten für Beschäftigte der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Die gute Zusammenarbeit kam bei den Befragten auf Platz eins, Arbeitsplatzsicherheit auf Platz zwei, gefolgt von Zusammenhalt im Team und Wertschätzung durch Kollegen und den Arbeitgeber. Platz fünf: flexible Arbeitszeiten. Erst danach folgt das konkurrenzfähige Grundgehalt.

Bochum (pm) – Weniger wichtige Faktoren waren demnach mobiles Arbeiten, Gesundheitsförderung und kollaborative Raumkonzepte. Junge Mitarbeiter von Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft, die beruflich aber aus einem anderen Wirtschaftsbereich kommen, haben zudem einen hohen Anspruch an inspirierende Führungskräfte und an ein modernes Führungsverständnis. Jüngere Mitarbeiter interessieren sich zudem für individuelle Entwicklung.

Die EBZ Akademie in Bochum hatte im Sommer 2019 insgesamt 839 Mitarbeiter von Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft befragt, welche Faktoren einen Arbeitgeber attraktiv machen. Dafür hatte die Akademie mit Professor Sascha Armutat vom Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit der Fachhochschule Bielefeld ein Modell entwickelt, um die Attraktivität von Arbeitgebern zu bewerten.

Fach-Experten schätzen gute Führung

Experten aus anderen Branchen, wie etwa Bauingenieure oder IT-Fachkräfte, legen allerdings mehr Wert auf das Gehalt, auf projektorientiertes Arbeiten und auf gute Führung. Auch ein Ergebnis der Befragung: Langjährigen Mitarbeitern sind Dynamik, Veränderung und Innovation weniger wichtig als Führungskräften, neuen Mitarbeitern aus anderen Branchen und Auszubildenden. Firmen, die Querdenker und Innovatoren anziehen wollen, haben hier besonderen Handlungsbedarf.

Damit liegt zum ersten Mal eine Untersuchung vor, die festhält, was speziell Mitarbeiter der Wohnungswirtschaft sich unter einem attraktiven Arbeitsplatz und einem attraktiven Arbeitgeber vorstellen. Ähnliche Studien gibt es bereits für andere Wirtschaftsbereiche; für die Wohnungswirtschaft ist dies die erste Untersuchung dieser Art.

Hintergrund der Befragung: Auch in der Wohnungswirtschaft gestaltet sich die Suche nach den richtigen Mitarbeitern oft schwierig. Für Unternehmen wird es daher wichtiger, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Mit der Befragung hat die EBZ Akademie nun die entscheidenden Faktoren bestimmt. Damit müssen viele gängige Bewertungskriterien von Arbeitgebern in Frage gestellt werden.

Bereiche Technik, Rechnungswesen und IT besonders betroffen

Die Gründe für die zunehmenden Schwierigkeiten, für alle Positionen im Unternehmen die richtigen Mitarbeiter zu finden, liegen in der demografischen Entwicklung, in den gestiegenen Ansprüchen auf Seiten der Unternehmen und der Bewerber. Insbesondere in den Bereichen Technik, Rechnungswesen und Informationstechnologie dauert es zunehmend länger, offene Positionen zu besetzen.

Die EBZ Akademie rät Unternehmen, die Besonderheiten der eigenen Arbeitsbedingungen zu kennen und die Vorlieben der entsprechenden Zielgruppe zu berücksichtigen. Zur Methode: Grundlage der Erhebung ist das neu entwickelte Arbeitgeberattraktivitätsmodell. Dieses bündelt die Faktoren, die die Attraktivität eines Arbeitsplatzes für eine bestimmte Gruppe von Mitarbeitern ausmacht.

Es basiert auf acht sogenannten Attraktivitätstreibern, die sich aus jeweils vier branchenspezifischen Attraktivitätsfaktoren speisen. Diese Faktoren wurden in einem mehrstufigen qualitativen Forschungsprozess identifiziert. Grundlage des Forschungsprozesses waren Literaturanalysen und Workshops mit Mitarbeitern aus der Branche.

Die detaillierten Befragungsergebnisse mit einer Aufschlüsselung nach unterschiedlichen Funktionen im Unternehmen, Rollen, Alter, Branchenzugehörigkeit sind in einem Whitepaper zusammengefasst.

Grafik: Ergebnisse der Gesamtbefragung im Model „Arbeitgeberattraktivität“ (n=839) (c) EBZ Akademie

 

Pressemitteilung: EBZ Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft