17. Juni 2019

Wenn sich die Idee zur Innovation entwickelt

Preisträgerinnen und Preisträger des „Ideenwettbewerb Rheinland-Pfalz 2019“ gekürt

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger gemeinsam mit Stiftern, Förderern und Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. (c) Nicole Boullion

Koblenz (pm) – Eine Idee ist die Basis einer jeden Innovation – aber nur, wenn sie auch den Weg aus der Schublade findet. Für den Ideenwettbewerb Rheinland-Pfalz haben wieder zahlreiche potenzielle Gründerinnen und Gründer den Schritt gewagt und spannende wie auch innovative Konzepte eingereicht. In Anwesenheit zahlreicher Stifter, Förderer und Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wurden in der Industrie- und Handelskammer Koblenz die innovativsten Ideen der diesjährigen Ausschreibung prämiert.

Der von der Hochschule Koblenz mitbegründete Wettbewerb ist Teil der Gründungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz, die mit vielen Projekten und Veranstaltungen ein attraktiveres Gründungsklima in Rheinland-Pfalz schaffen möchte. Staatssekretärin Daniela Schmitt eröffnete die feierliche Veranstaltung, gemeinsam mit der Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Koblenz, Susanne Szczesny-Oßing, und dem Vizepräsidenten für Forschung der Hochschule Koblenz, Prof. Dr. Dietrich Holz.

Staatssekretärin Daniela Schmitt gratulierte den Preisträgerinnen und Preisträgern und sagte: „Die heute ausgezeichneten Ideen zeigen eindrücklich das große Potential an Unternehmergeist und Gründungsbereitschaft in Rheinland-Pfalz. Investieren wir in Ideen und junge Unternehmen, investieren wir in die Zukunft unseres Landes.“

Auf Platz eins landete in diesem Jahr „Artificial Ecosystems“, ein innovatives Bauteil zur Begrünung von Außenfassaden. Dr. Tobias Graf aus Meisenheim möchte damit effektiv einen Beitrag für nachhaltige, intelligente Städte der Zukunft leisten und somit Ökosysteme in die Vertikale bringen. Die Zweitplatzierung erreichten in diesem Jahr zwei Teilnehmer: Nils Brödner, Jahn Kohlhas und Viktor Fast mit der Idee „Translation as a Service“ aus Plaidt, einer serverlosen Cloud Übersetzungssoftware und Aron Geisel aus Kaiserslautern mit „TACBAG“, einem innovativem Schlauch-Vornahme-System, um nicht-gebrauchte Schlauchlänge bei Feuerwehreinsätzen sicher zu verstauen.

Neben der Prämierung der drei besten landesweiten Ideen konnten Schülerinnen und Schüler drei Nachwuchssonderpreise gewinnen, die von einem privaten Stifter des Ideenwettbewerbs ausgelobt wurden. David Loh aus Neustadt an der Weinstraße wurde mit dem ersten Platz für seinen Smarthelm ausgezeichnet, der mehr Sicherheit für Fahrradfahrer im Straßenverkehr bietet. Joseph und Theo Jalinski entwickelten mit Lucas Stedler in Bad Dürkheim eine Echo Therapie gegen Stottern, die mithilfe von spielerischen Übungen Kindern zu einer klaren Aussprache verhelfen soll und erlangten somit den zweiten Platz. Den dritten Platz erhielten Julian und Luis Bender aus Deidesheim. Sie beschäftigten sich mit dem Thema Skoliose bei Kindern und entwickelten dahingehend einen Stuhl, der ergonomisch so steuerbar ist, dass er die Fehlhaltung des Betroffenen korrigieren kann.

Das TechnologieZentrum Koblenz und die startup factory zeichneten darüber hinaus einen Startup Sonderpreis aus, den Luciano Privitera, Pawel Woltschkow und Adrian Malaka für ihre Idee „RIVEX VR“ aus Höhr-Grenzhausen, einer Software zur Erfassung großer Datenmengen für den Virtual Reality Markt, erhielten. Den Regionalpreis Trier hatte bereits einige Tage zuvor Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Trier übergeben. Der diesjährige Regionalpreis Koblenz ging an Markus Keitsch aus Kaisersesch, der mit seiner innovativen, dezentralen Wärmetauscherstation dem Wärmeverlust von Heizungsanlagen entgegenwirken, sowie die Angaben der Energiesparverordnung einhalten will. Der Regionalpreis Kaiserslautern ging an Aron Geisel, der mit der Idee „TACBAG“ aus Kaiserslautern erneut überzeugen konnte und somit dieses Jahr zwei Preise erhält. Den Regionalpreis Trier erhält Michael Steffen aus Kordel mit „vinoscore“, einer Möglichkeit zur digitalen Ertragserfassung im Weinbau, sowie eine Rückverfolgbarkeit der Lese, welches alles auf dem Smartphone zu erhalten ist. Dr. Luise Florin, Elena Wüstenhagen und Marc Schneider, erhielten mit der Idee „myPOP/p42POP“ aus Mainz, einem diagnostischen Tumormarker, den Regionalpreis Mainz.

Erstmalig wurde beim diesjährigen Ideenwettbewerb durch die L&R Gruppe ein Medizinsonderpreis ausgelobt. Diesen sicherte sich Dr. Ulrike Ritz aus Mainz mit der Idee „Antimikrobielle, gewebsregenerierende Laminate für die regenerative Medizin“, welche die Wundheilung von Patienten fördern und deren Rehabilitationszeit deutlich verkürzen soll.

Nach der Preisverleihung nutzten viele der Anwesenden die Gelegenheit, sich im Rahmen der Poster- und Prototypenausstellung ausführlich über die neuen Geschäftsideen zu informieren. Über die Geldpreise hinaus erwarten die Preisträgerinnen und Preisträger professionelle Coaching- und Beratungsangebote zur möglichen Existenzgründung. „Denn die beste Idee bleibt fruchtlos, wenn sie an der Umsetzung scheitert. Marktstudien, Investorensuche, Prototypenbau – in der Realisierung einer Geschäftsidee steckt viel Know-how und harte Arbeit“, weiß Prof. Dr. Martin Kaschny vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Koblenz, der den Ideenwettbewerb mit Raphael Dupierry von der Abteilung Forschung & Transfer der Hochschule Koblenz begründet hat und leitet. Positiv falle auf, dass das Thema Gründung immer häufiger schon in den Schulen gelehrt werde: „Ganz besonders freuen wir uns über die zunehmende Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Im Trend liegen dieses Jahr vor allem kreative technische Entwicklungen, verknüpft mit raffinierten Applikationen“, so Dupierry. Für die Jury dürfte die Auswahl unter den zahlreichen kreativen Ideen nicht leicht gewesen sein.

Auch die nächste Bewerbungsrunde ab dem 18. November 2019 bis 29. Februar 2020 ermöglicht Unternehmen, Schülerinnen und Schülern, Studierenden und allen anderen Rheinland-Pfälzern, sich mit kreativen Ideen für innovative Produkte, neuartige Dienstleistungen und Verfahren zu beteiligen. Interessierte finden Informationen auf der Homepage unter www.ideenwettbewerb-rlp.de oder auf der Facebookseite des Ideenwettbewerbs.

Pressemitteilung: Hochschule Koblenz