3. Dezember 2021

Vom Luster bis zum Kupferkabel – nachhaltiges Bauen mit sozialer Kreislaufwirtschaft und intelligenter Ressourcennutzung

Ehemalige Wienstrom-Zentrale, Wertstoffsammlung in einem Altbau durch Firma Baukarussell © Harald A. Jahn

Wien (pm) – Die Medizinische Universität Wien und die Bundesimmobiliengesellschaft errichten auf dem Areal des ehemaligen Wien Energie-Zentrums in Wien Alsergrund den neuen MedUni Campus Mariannengasse. Dafür werden alle denkmalgeschützten oder in der Schutzzone liegenden Gebäude unter Einhaltung der behördlichen Vorgaben umgebaut und saniert. Teile des bestehenden Gebäudekomplexes wie die Hochgarage in der Rummelhardtgasse oder das Gebäude an der Spitalgasse werden abgebrochen. Vor dem Baubeginn, der jetzt im Herbst startet, fand eine intensive und verwertungsorientierte Rückbauphase statt, für die das Wiener Start-up BauKarussell mit „Social Urban Mining“ beauftragt wurde. Hans-Peter Weiss, CEO der Bundesimmobiliengesellschaft: „Durch die Zusammenarbeit mit BauKarussell setzen wir aktiv ein Zeichen für nachhaltiges Bauen und intelligente Ressourcennutzung. Nachhaltigkeit ist ein grundlegender Pfeiler unserer Unternehmensstrategie und wir sind als BIG angetreten, hier neue Maßstäbe in der Immobilienbranche zu setzen.“

Der Output ist beachtlich: In Summe wurden zwischen Oktober 2019 und Juli 2020 5.000 sozialwirtschaftliche Arbeitsstunden geleistet. In intensiver händischer Demontagearbeit wurden 81.170 kg Material sortenrein getrennt und für die weitere Verwertung oder die Entfrachtung vorbereitet, darunter etwa Leuchtstoffröhren, Zwischendecken sowie diverse Fraktionen Buntmetalle. Trotz der starken COVID19-bedingten Schwankungen am Rohstoffmarkt, die sich auch bei den gewonnenen Sekundärrohstoffen bemerkbar machten, ist die finale Bilanz positiv.

Das Gebäude barg auch wahre Schätze an Re-Use-Waren: 60.400 kg wiederverwendbare Bauteile und Gegenstände – von Schwerlastregalen über Treppenhandläufe bis zu Vintage-Uhren – wurden von BauKarussell über einen Bauteilkatalog vermittelt und werden von den AbnehmerInnen in neuen Projekten zum Einsatz gebracht. So fanden etwa hundert Jahre alte Paternosterkabinen ihren Weg ins Wiener Aufzugmuseum, das Wiener Start-up Lenkerbande richtete eine DIY-Fahrradreparaturwerkstatt ausschließlich mit Bauteilen aus dem Objekt ein und eine Glasdecke und Handläufe im Jugendstil werden ab Herbst im Park Hrabalek im Böhmischen Prater in Szene gesetzt. Das Projekt erzählt somit viele Geschichten einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.

Hierbei steht neben dem Gesichtspunkt der CO2-Ersparnis durch Ressourcenschonung eine zentrale soziale Motivation. Markus Meissner, Ressourcenmanager und Leiter von BauKarussell: „Der sozialen Kernaufgabe von BauKarussell konnten wir am MedUni Campus Mariannengasse intensiv nachkommen: Innerhalb der zehn Monate fanden 20 langzeitarbeitslose Personen unserer Partnerbetriebe Demontage- und Recycling-Zentrum DRZ und Die Kümmerei im Projekt Beschäftigung.“

Thomas Romm, Architekt und Gründer von BauKarussell: „Für uns hat das Projekt deutlich gemacht, dass sich soziale Kreislaufwirtschaft mit genügend Vorlaufzeit, einem ausreichenden Zeitfenster für die Re-Use-Vermittlung sowie an vorderster Front einem engagierten und mutigen Bauherren realisieren lässt. Wir danken der Bundesimmobiliengesellschaft für die gute Zusammenarbeit. Wir freuen uns, wenn wir die BIG auch in künftigen Projekten beraten und begleiten dürfen.“

Pressemitteilung: Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.