21. August 2019

Vielfalt an Vorbildern: Die acht Nominierten für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur

Stuttgart (pm) – Von der privaten Baugemeinschaft über vorbildliche Gewerbebauten bis zum innovativen Holzhybridbau, vom Pionierbau in Lehmbauweise über nachhaltige Lernräume bis zu außergewöhnlichen Sanierungsprojekten: Die acht Projekte, die für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur nominiert sind, zeigen auf ganz unterschiedliche Weise, wie sich Nachhaltigkeit, Innovation und gestalterischer Anspruch vereinen lassen. Deutschlands wichtigster Architekturpreis für nachhaltige Gebäude wird in diesem Jahr zum siebten Mal gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. und der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. verliehen. Der Gewinner wird am 22. November 2019 in Düsseldorf bekanntgegeben.

„In den vergangenen Jahren hat sich unsere Auszeichnung zum führenden Architekturpreis für nachhaltige Gebäude in Deutschland entwickelt“, sagt Amandus Samsøe Sattler, DGNB Präsidiumsmitglied sowie Director und Founding Partner von Allmann Sattler Wappner Architekten. „Die Qualität der Einreichungen in diesem Jahr war außerordentlich hoch, und wir freuen uns eine solche Vielfalt an innovativen, nachhaltigen und zugleich ästhetischen Projekten nominieren zu können“, erklärt Sattler, unter dessen Leitung die Jurysitzung der DGNB Mitte Juli in Stuttgart stattfand.

Die Nominierten im Detail

Mit einer besonderen Ästhetik der Lernräume und einer hohen Aufenthaltsqualität überzeugt das Akademiegebäude der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn – ein Ort, an dem es gelingen kann, sich auf neue Themen und Menschen einzulassen und voneinander zu lernen. Der Neubau der Alnatura Arbeitswelt in Darmstadt ist der erste große Verwaltungsbau mit Stampflehmfassade in Europa. Er besticht durch eine außerordentliche ganzheitliche Qualität, die die Möglichkeiten einer nachhaltigen Bauweise umfassend auslotet. Bei der Baugemeinschaft Z8, einem Holzhaus von privaten Bauherren in Leipzig-Lindenau, lobt die Jury, wie sich das architektonische Konzept dezidiert und klug aus seinem urbanen Kontext entwickelt. Die Bücherei Kressbronn am Bodensee stellt ein beispielhaft gutes Gebäude für hochwertige und zugleich nachhaltige Architektur im ländlichen Raum dar. Der Charakter des Ortsbilds wird durch die Sanierung einer historischen Scheune beibehalten.

Das Bürogebäude „Am Hamburger Bahnhof 4“ in Berlin würdigt die Jury in seiner feinen und zurückhaltenden, differenzierten Architektursprache als beispielhaft für einen zukunftsweisenden Gewerbebau. Der Holzhybridbau c13 in Berlin ist ein Vorbild für zukünftige urbane Wohnbauten. Als spannender Stadtbaustein nutzt er sein Grundstück auf innovative Weise aus und öffnet sich für die Nachbarschaft. Bei der Kita Karoline Goldhofer in Memmingen im Allgäu trifft Neu auf Alt: Spuren der ehemaligen Villa wurden integriert in den neuen Innenraum, der den Wert des Gebrauchten und Reparierten erlebbar macht. Den Stadtwerken Neustadt in Holstein gelingt es mit ihrem neuen Gebäudeensemble auf vorbildliche Weise, den eigenen Anspruch an einen nachhaltigen Umgang mit den Themen der Energieinfrastruktur über die Architektur auszudrücken.

Zweistufiger Juryprozess

Um eine fundierte und unabhängige Bewertung zu ermöglichen, werden die Sieger und Finalisten in einem zweistufigen Juryprozess ausgewählt, an dem sich namhafte Experten aus den Bereichen Architektur und Bauen, aber auch Experten aus Kommunen, Forschung, Zivilgesellschaft und Politik beteiligen. Die acht nominierten Projekte wurden im ersten Schritt von der DGNB Jury bestimmt. Zu dem in diesem Jahr neu besetzten Expertengremium zählen neben Amandus Samsøe Sattler noch Martin Hoffmann (ARCADIS Deutschland), Prof. Mikala Holme Samsøe (Hochschule für Technik Stuttgart, Samsøe og München-Kopenhagen), Steffen Klingler (KOP), Markus Müller (Architektenkammer Baden-Württemberg, Freie Architekten Müller, Arndt, Partner), Prof. Eike Roswag-Klinge (Technische Universität Berlin, ZRS Architekten), Till Schneider (schneider+schumacher) und Urs Wedekind (gmp).

In einer zweiten Auswahlrunde wird die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises unter dem Vorsitz von Prof. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Anfang September die Top 3 und den diesjährigen Preisträger bestimmen. Im Expertengremium sind Akteure aus Wirtschaft, Forschung, Zivilgesellschaft und Politik vertreten. Die Preisverleihung findet am 22. November 2019 im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf statt.

 

Die nominierten Projekte (in alphabetischer Reihenfolge):

 

AIZ | Akademie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Bonn
– Architekt: Waechter + Waechter Architekten BDA
– Bauherr: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

AIZ Bonn (c) Foto: Thilo Ross Fotografie, Heidelberg

 

Alnatura Campus – Neubau der Alnatura Arbeitswelt, Darmstadt
– Architekt: haascookzemmrich STUDIO2050
– Bauherr: Campus 360 GmbH

Alnatura Campus – Neubau der Alnatura Arbeitswelt (c) Foto: Roland Halbe

 

Baugemeinschaft Z8 – Holzhaus Leipzig-Lindenau, Leipzig
– Architekt: ASUNA – Atelier für strategische und nachhaltige Architektur
– Bauherr: Baugemeinschaft Z8 GbR

Baugemeinschaft Z8 – Holzhaus Leipzig-Lindenau (c) Foto: Peter Eichler Leipzig

 

Bücherei Kressbronn am Bodensee
– Architekt: Steimle Architekten GmbH
– Bauherr: Gemeinde Kressbronn am Bodensee

Bücherei Kressbronn am Bodensee (c) Foto: Brigida González

 

Bürogebäude am Hamburger Bahnhof, Berlin
– Architekt: Miller & Maranta AG, dipl. Architekten ETH BSA SIA
– Bauherr: Familie Ernst Basler AG

Bürogebäude am Hamburger Bahnhof (c) Foto: Ruedi Walti

 

c13, Berlin
– Architekt: Kaden Klingbeil Architekten
– Bauherr: Stiftung Bildung.Werte.Leben.

c13 (c) Foto: Bernd Borchardt

 

Kita Karoline Goldhofer, Memmingen im Allgäu
– Architekt: heilergeiger architekten und stadtplaner BDA
– Bauherr: Alois Goldhofer Stiftung

Kita Karoline Goldhofer (c) Foto: Nicolas Felder

 

Neubau der Stadtwerke Neustadt in Holstein
– Architekten: ARGE – IBUS Architektengesellschaft mbH, Rissmann & Spieß Architekten
– Bauherr: Stadtwerke Neustadt in Holstein

Neubau der Stadtwerke Neustadt in Holstein (c) Foto: IBUS Architektengesellschaft mbH, Bremen

 

Pressemitteilung: DGNB