15. August 2022

Verantwortungsvoller Holzbau für den Hafen von Amsterdam

Nautisch Coördinatie Centrum: Holz von oben bis unten

Neben der Verwendung nachhaltiger Baumaterialien wurde viel Wert auf die Minimierung des Energieverbrauchs des Gebäudes gelegt. Durch Solarmodule und eine Wärmepumpe deckt es den eigenen Bedarf zu 100 Prozent. Foto: Metsä Group

Metsä, Finland (pm) – Es kombiniert industriellen Charakter mit einer harmonischen Innenraumatmosphäre: Das Nautisch Coördinatie Centrum im Hafen von Amsterdam. Das vom ortsansässigen Architekturbüro WRK geplante Gebäude steht beispielhaft für das Bestreben des Hafens, möglichst energieneutral und kreislauforientiert zu bauen. Die Konstruktion besteht dabei aus modularen, vorgefertigten Elementen. Das Besondere dabei: Sowohl Wand und Decke als auch der Boden bestehen aus demselben Holzwerkstoff. Mit Kerto LVL kommt hier ein hochwertiges Furnierschichtholz zum Einsatz, dessen sichtbare Oberfläche zur komfortablen Innenraumgestaltung beiträgt.

Kreislauforientiertes Handeln ist ein strategischer Schwerpunkt des Hafenbetriebs Amsterdam. In diesem Bereich möchte man mittelfristig führend in Europa werden. Auch beim Bau des Büro- und Technikgebäudes „Nautisch Coördinatie Centrum“ spielten somit Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle. Daher entschied man sich für eine Konstruktion aus Kerto LVL-Furnierschichtholz. Sie steht auf einem Betonfundament und wird teils durch eine Stahlkonstruktion verstärkt. Auf diese Weise werden die spezifischen Vorteile der einzelnen Materialien genutzt.

 

Das Nautisch Coördinatie Centrum in Amsterdam steht beispielhaft für das Bestreben des Hafens, möglichst energieneutral und kreislauforientiert zu bauen. Die Konstruktion besteht aus modularen, vorgefertigten Elementen.
Foto: Metsä Group

 

 

Kastenelemente für die Boden- und Deckenkonstruktion

Für die Boden- und Deckenkonstruktion wurden 350 und 230 Millimeter hohe Kerto-Ripa-Box-Elemente verwendet. Rippen und Deckplatten werden hier zu einem stabilen Kastenelement verklebt. Ein Großteil der eingesetzten Decken hat eine Spannweite von rund 7,5 Metern. An dieser Stelle mussten auftretende Schwingungen berücksichtigt werden. So sind einige Bauteile stellenweise mit zusätzlichen Rippen versehen, um die Linienlast der Schiebewand zu absorbieren. Für die Bodenelemente mit einer maximalen Länge von 8,6 Metern galt es, sowohl eine Feuerwiderstandsdauer von 30 Minuten, als auch eine begrenzte Bauhöhe zu berücksichtigen. Um diese Anforderungen zu erfüllen, wurden dickere Ober- und Unterplatten von 67 Millimeter eingesetzt. Sie tragen dazu bei, die Lasten in Querrichtung zu verteilen – insbesondere wechselnde Punktlasten. Die Anzahl der Rippen konnte hier reduziert werden. Außerdem sind die Kerto-Ripa-Elemente so belastbar und steif, dass auch Aussparungen für Treppen möglich sind.

 

Die Kastenelemente mit einer Spannweite von bis zu 8,6 Metern wurden anschließend montagefertig auf die Baustelle geliefert.
Foto: Metsä Group

 

Tragende Wände aus Kerto LVL

Die tragenden Wände sind außen mit einer 25 Millimeter starken Kerto LVL Q-Platte versehen. Als Ständerkonstruktion kommen Kerto LVL S-Balken mit einer Dicke von 45 Millimetern beziehungsweise Kerto LVL Q-Platten mit denselben Maßen zum Einsatz und werden mit der Deckplatte verklebt. Dies führt zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit gegen Windlasten. Die Pfosten der Ständerkonstruktion verfügen über einen Abstand von 600 Millimeter. Die so entstehenden Zwischenräume sind mit 200 Millimeter starken Steinwolle gedämmt. Die Wände erreichen so einen Wärmedurchgangswiderstand von 8,6 m²K/W.

Alle Boden-, Wand- und Dachelemente wurden vom Holzrahmenhersteller Dupac vorfabriziert und montagefertig auf die Baustelle geliefert. Die Innenseite der Wandelemente wurde abschließend mit einer 21 Millimeter starken Kerto LVL Q-Platte versehen, die als sichtbare Oberfläche erhalten bleibt und so wesentlich zu der warmen Atmosphäre des Innenraums beitragen. Große, raumhohe Fenster öffnen den Blick nach draußen auf den Fluss Ij.

Energieautarkes Gesamtkonzept

Neben der Verwendung nachhaltiger Baumaterialien wurde viel Wert auf die kontrollierte raumspezifische Belüftung und die Minimierung des Energieverbrauchs gelegt. So wird die vom Gebäude benötigte Energie durch Solarmodule auf dem Dach und an der Fassade erzeugt. Das Gebäude ist außerdem mit einer Wärmepumpe (geschlossenes Erdwärmesystem) ausgestattet. Damit deckt es den eigenen Energiebedarf zu 100 Prozent. Zudem ist es mit einem System ausgestattet, dass Regenwasser sammelts, sodass dieses für die Toilettenspülung und zur Bewässerung von Pflanzen genutzt werden kann.

Das Nautisch Coördinatie Centrum bringt zeitgemäße Arbeitsplatzgestaltung und ein nachhaltiges Gesamtkonzept in Einklang. Die eingesetzten Baumaterialien sind demontierbar und wertbeständig. Da sie erneut eingesetzt werden können, entsprechen sie ganzheitlich dem Kreislaufgedanken. Die Konstruktion aus PEFC-zertifiziertem Kerto-LVL hat unter anderem dazu beigetragen, dass das Gebäude mit „BREEAM Excellent“ ausgezeichnet wurde. Das Gebäude im Hafen von Amsterdam hinterlässt zudem einen geringen CO2-Fußabdruck. Denn – wie mit Hilfe des Kalkulator-Tools von Metsä Wood ermittelt werden konnte – beträgt die Kohlenstoff-Speichermenge der verwendeten 200 Kubikmeter Kerto LVL-Furnierschichtholz 159 Tonnen Kohlenstoffäquivalent.

 

Pressemitteilung: Metsä Group