26. Oktober 2021

Traditionswerkstoff im Kontext moderner Elemente Shoppingerlebnis hinter Klinkerfassade

Die Fußgängerzone der Hafenstadt Husum ist um eine Attraktion reicher: das Shoppingcenter THEO, entstanden nach einem Entwurf von TCHOBAN VOSS Architekten. Dieser bringt moderne Architektur in Einklang mit der historischen Umgebungsbebauung. Foto: Florian Selig

Nottuln (pm) – Eine zeitgenössische Architektursprache in Einklang bringen mit historischen Bauten – diese Gratwanderung ist mit THEO, dem neuen Shoppingcenter im Stadtkern von Husum, gelungen. Die Strukturierung der Gebäudehülle durch großzügige Fensterflächen und vertikale Pfeiler abstrahiert das Fassadenbild des angrenzenden Bestands. Der Klinker, der an den Pfeilern sowie am Gesims Verwendung fand, greift zudem die Liebe zum Handwerk auf, die tief verwurzelt ist im nordischen Gemüt. Die helle Hagemeister-Sortierung „Weimar HS“ mit ihrer Handstrich-Oberfläche verleiht den gemauerten Abschnitten maritimen Charme und heißt Bewohner wie Besucher der Geschäfte mit einem Gefühl von Heimischsein willkommen.

Die Hafenstadt Husum ist um eine Attraktion reicher: Mitten in der Innenstadt ist unweit der altehrwürdigen Marienkirche in einer 1-a-Einzelhandelslage ein neues Shoppingcenter entstanden. Sein Name, THEO, trägt einerseits dem Dichter Theodor Storm, wohl bekanntester Sohn der Nordfriesischen Kleinstadt, Gedanke. Andererseits funktioniert er als Akronym für „Täglich Husums Einkaufs-Ort“. Schließlich bekommen sowohl Bewohner als auch Touristen auf den 12.000 Quadratmetern Verkaufsfläche inklusive Food Court alles, was das Herz begehrt. Der Haupteingang liegt an der Großstraße, direkt in der Fußgängerzone. Zugänglich ist der Neubau darüber hinaus auch von der Schloßstraße und vom Quickmarkt.

Die Proportionen sind stimmig

Für den Entwurf des Shoppingcenters kooperierte das renommierte Hamburger Büro TCHOBAN VOSS Architekten mit PLANWERK EINS. „Wichtig war uns eine moderne Gestaltung mit eigener Identität, die sich in den Kontext der bestehenden Bebauung mit zum Teil historischen Häusern einfügt“, erläutert Projektmitarbeiterin Karolin Wilkens. Die größte Herausforderung stellte dabei die harmonische Einbindung der großflächigen Bebauung in die kleinteilige Struktur der Innenstadt dar. Gelöst wurde dies durch die Architektur: Während die Fassade an der Schloßstraße und am Quickmarkt hinter der bestehenden Bebauung eingerückt ist und sich zurücknimmt, präsentiert sich der anteilig kleine Abschnitt an der Großstraße prominent mit einer großzügigen, verglasten Eingangssituation. Weitere Schaufensterflächen werden strukturiert durch vertikale Pfeiler aus Klinkermauerwerk und greifen dabei die Proportionen der lokalen Fassaden auf. Drei Lichtgiebel im Obergeschoss setzen Akzente und sind eine Reminiszenz an die Erker und Giebel, die sich in der Stadtsilhouette Husums zu Genüge finden. „Das Zusammenspiel der wenigen, aber hochwertigen Materialien, des Klinkers mit den modernen Glas- und Metallelementen, macht das Projekt besonders“, so Karolin Wilkens.

Handstrichstein mit Handwerks-Charakter

Klinker findet sich an den Gebäudehüllen zahlreicher Bauten in der direkten Nachbarschaft wieder. Das ist kein Zufall, schließlich eignet sich der Baustoff ideal für das Küstenklima. „Der Einsatz von Klinker ermöglichte zudem eine interessante Strukturierung und Profilierung der Fassade mit Pfeilern und Gesims“, ergänzt Karolin Wilkens. Passend zum maritimen Flair der Hafenstadt wählten die Architekten einen hellen Stein, nämlich die Hagemeister-Sortierung „Weimar HS.“ Ihre weiß-hellbeige Farbe mit dezenten Kohlebrand-Aufschmauchungen ergänzt sich gut mit den bronzefarbenen Fensterrahmen. Die Handstrich-artige Oberfläche trägt der Liebe zum Handwerk, die typisch ist für nordisches Design, Rechnung. Verarbeitet wurde der Stein im Dünnformat. „Dadurch erzielen wir ein modernes Fassadenbild sowie eine ruhige farbliche Wirkung“, sagt die Projektmitarbeiterin und fügt abschließend hinzu: „Das dezente Ornament aus farbig glasierten, eingestreuten Klinkern zitiert das handwerkliche Element.“

Pressemitteilung: Hagemeister