8. August 2022

The Cradle: Pionierprojekt startet mit dem Holzbau

The Cradle Platzansicht (c) INTERBODEN/HPP/bloomimages

Düsseldorf (pm) – An dem nachhaltigen Leuchtturmprojekt The Cradle im Düsseldorfer Medienhafen starten die Holzbauarbeiten. Rund 2.150 m3 Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa werden hier in den nächsten sechs Monaten verbaut. Größtenteils findet das Material Einzug in den Decken, Stützen sowie in der charakteristischen Außenfassade des Gebäudes. Im Sinne der Cradle to Cradle®-Philosophie sind die verwendeten Materialien des Gebäudes zu 97,7 Prozent kreislauffähig und dementsprechend wiederverwertbar[1]. So wird zum Beispiel das Holz bei einem möglichen Rückbau des Gebäudes wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt und wiederwendet. The Cradle ist das dritte Projekt des Projektentwicklers INTERBODEN im Düsseldorfer Medienhafen. Mit dem Beginn des Holzbaus ist sogleich die Finalisierung des Rohbaus vollzogen. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für das erste Halbjahr 2023 vorgesehen.

Das nachhaltige Bauprojekt The Cradle wird nach dem Cradle to Cradle (C2C) Prinzip als Holzhybridbau entwickelt. Das bedeutet, dass Holz mit anderen Baustoffen kombiniert und überall dort eingesetzt wird, wo es endliche Materialien wie Beton, Stahl oder Kunststoffe ersetzen kann. „Wir beziehen unser Holz gemäß der C2C Philosophie ausschließlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa, größtenteils sogar aus Deutschland“, sagt Andreas Willms, Projektleiter The Cradle von INTERBODEN. „Berechnungen zufolge wird der CO2-Fußabdruck in der Konstruktion um rund 1.900 Tonnen im Vergleich zu konventionellen Gebäuden reduziert. Dies entspricht ca. 9 Mio. Kilometer Flugstrecke (224 Weltumrundungen) und einer Reduktion von rund 40 Prozent CO2 im Vergleich zu herkömmlichen Gebäuden. Der Einsatz von Holz, anstelle von endlichen Rohstoffen, ist hierfür der entscheidende Faktor.“ Ein weiterer Grund ist ein Logistikkonzept, bei dem das Holz direkt auf seinem Transportweg an geeigneten Stellen bearbeitet wird und keine großen Umwege machen muss.

Für den Holzbau arbeitet INTERBODEN mit dem Unternehmen DERIX zusammen. „Wir sind kontinuierlich auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, das Bauen mit Holz noch nachhaltiger und ressourcenschonender zu gestalten, als es ohnehin schon ist. Als erstes Unternehmen unserer Branche haben wir die Rücknahme gebrauchter Holzbauteile für unsere Kund:innen zum Standard gemacht“, sagt Markus Steppler, Vertriebsleiter bei DERIX. The Cradle fungiert als Materiallager. Durch reversible Verbindungen wird eine größtmögliche Kreislauffähigkeit durch Demontierbarkeit erreicht. Sämtliche Daten der Materialien werden in dem digitalen Material Passport mit dem BIM-Modell des Projektes verknüpft und stehen für einen möglichen späteren Rückbau zur Verfügung. „Somit erhöht sich der Wert des Gebäudes und ermöglicht eine völlig neue Betrachtung der Immobilieninvestition“, sagt Carsten Boell, Geschäftsführer der INTERBODEN Gewerbewelten. Nach dem Gebrauch werden die Materialien gemäß dem C2C-Prinzip nach Möglichkeit wieder in den Materialkreislauf zurückgegeben und wiederverwendet.

Bauen mit Holz

„Wir haben uns für die Verwendung von Holz entschieden, da es insbesondere in Bezug auf Materialgesundheit und CO2-Fußabdruck sehr positive Auswirkungen hat“, führt Willms aus. „Somit wirkt sich das Material positiv auf die Arbeitsumgebung aus.“ Die rund 2.150 m3 Holz verteilen sich auf ca. 1.750 m3 Fichte, 225 m3 Lärche und 175 m3 Buche. Zum Vergleich: In der größten Holzachterbahn der Welt, Colossos im Heide Park Resort in Soltau, wurden etwa 3.000 m3 Holz verbaut. Jede Holzsorte wurde aufgrund ihrer individuellen Eigenschaften für den jeweiligen Verwendungszweck ausgewählt. So wird zum Beispiel bei der Fassade Lärche verwendet, die durch ihren geraden Wuchs und ihre hohe Dichte für eine lange Lebensdauer und Tragkraft steht. Für die Stützen wird Buche verwendet, da diese eine hohe Festigkeit aufweist. Im Innenbereich – insbesondere in den Decken – wird Fichtenholz verwendet, das sich durch Vielseitigkeit und Robustheit auszeichnet.

The Cradle

Das zukunftsweisende Bürogebäude The Cradle wird in Zusammenarbeit mit HPP Architekten errichtet. Im Fokus stehen der unmittelbare Nutzervorteil sowie das Thema Nachhaltigkeit nach dem Cradle-to-Cradle®-Prinzip. Ziel ist es, die Bestandteile des Bürogebäudes aus kreislauffähigen Materialien herzustellen und nach dem Gebrauch wieder in den Materialkreislauf zurückzuführen. Als Düsseldorfs erstes gewerbliches Immobilienprojekt, das auf Holzhybridbauweise basiert, bietet The Cradle auf insgesamt circa 7.200 m2 moderne Räumlichkeiten für Büro und Gastronomie. Bereits vor Baubeginn vermietet der Projektentwickler INTERBODEN rund 50 Prozent der Räumlichkeiten an den führenden Co-Working-Anbieter Spaces. Ein ganzheitliches Mobilitätskonzept mit E-Mobility- sowie Bike- und Car-Sharing-Angeboten steigert zusätzlich den Nutzen des Gebäudes und bereichert die gesamte Umgebung. Eingebettet sind diese Dienste und viele weitere Services in eine eigene The Cradle App

[1] Berechnung: Building Circularity Passport von EPEA – Part of Drees & Sommer

Pressemitteilung: INTERBODEN Gruppe