6. Dezember 2019

Studentenwohnen in zentraler Lage: „Gewohnt gut“-Auszeichnung geht im August nach Brandenburg an der Havel

v.l.n.r. Ralf Holzschuher (MdL, SPD), Dr. Dietlind Tiemann (MdB, CDU, eh. Oberbürgermeisterin), Kathrin Schneider, Dr. Wolfgang Schönfelder, Stephan Falk, Steffen Scheller, Kathrin Mölneck, Norbert Langerwisch (wobra-Aufsichtsratsvorsitzender), Prof. Dr. med. Markus Deckert (Dekan Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor-Fontane) (c) BBU/KWillisch

Berlin (pm) – Die wobra Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Brandenburg an der Havel mbH (wobra) hat in der Wilhelmsdorfer Vorstadt ein von Leerstand betroffenes viergeschossiges Gebäude komplett saniert und in Wohnungen für Studierende umgewandelt. Für ihr Projekt wurde die wobra am 7. August 2019 von BBU-Vorstand Maren Kern und der Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg Kathrin Schneider mit dem „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“-Qualitätssiegel ausgezeichnet. Nach August 2011 ist dies bereits das zweite Mal, dass die wobra die Auszeichnung erhält, damals für die Sanierung des Quartiers Bahnhofsvorstadt.

Das Bewertungsgremium würdigt die Eckgebäudesanierung im Hinblick auf die Aufwertung des Straßenzuges, die funktionale Umgestaltung des Eingangsbereichs sowie die Bereitstellung von studentischem Wohnraum in Kooperation mit dem Städtischen Klinikum und der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane. Um vor allem auch in der vorlesungsfreien Zeit eine durchgehende Vermietung zu erreichen, wurde das Konzept weiterentwickelt und um eine Zwischenvermietung an neu angeworbene Pflegekräfte des Klinikums ergänzt.

BBU-Vorstand Maren Kern erläutert die Auszeichnung: „Die Havelstadt macht gerade eine positive Entwicklung durch und profitiert auch vom Wachstum Berlins sowie von Rückkehrern. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Leerstand mit über 13 Prozent hoch ist und damit wesentliches Thema der Stadtentwicklungspolitik bleibt. Die wobra hat mit dem Projekt ‚Neuer Campus. Neues Zuhause‘ vorbildhaft gezeigt, wie ein von Leerstand betroffenes, sanierungsbedürftiges Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden kann und damit zukunftsfähiger, attraktiver Wohnraum für die Stadt geschaffen wird.“

Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: „Die Medizinische Hochschule stärkt den Standort Brandenburg an der Havel. Wir freuen uns sehr darüber, dass seit Sommersemester 2017 noch mehr Studierende in die Stadt ziehen. Bei der Wahl des Studienortes spielt auch das Wohnungsangebot eine wichtige Rolle. Hier hat die wobra bedarfsgerecht geliefert und bietet in der Wilhelmsdorfer Straße modernen, zentrumsnah gelegenen und dazu noch günstigen Wohnraum an. Das bedeutet ein großes Plus für die Stadt und den Wohnstandort.“

wobra-Geschäftsführer Stephan Falk zum  Projekt: „Neben den acht großen Dreiraumwohnungen, die für Wohngemeinschaften ausgelegt sind, bieten wir alleinstehenden Studierende mit dem Wunsch nach einer individuellen Wohnsituation auch Zweiraumwohnungen an. Darüber hinaus freut es uns, dass wir mit der Sanierung dieses stadtbildprägenden Gebäudes eine deutliche Aufwertung beider Straßenzüge erreichen konnten.“

Die wobra berichtet zum Projekt: „Neuer Campus. Neues Zuhause.“

Mit Gründung der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) Ende 2014 stand fest, dass ihre erste Studentengeneration nach der vorklinischen Ausbildung zum Sommersemester 2017 vom Campus Neuruppin an den Campus Brandenburg wechseln würden.  Die wobra hat daraufhin in Kooperation mit der MHB und dem Städtischen Klinikum ein Konzept entwickelt, um Studierenden attraktiven Wohnraum anbieten zu können.

Die Bedarfsanalyse zu Beginn der Planung ergab zielgenaue Vorgaben an das Wohnobjekt und die Vermietungsweise. „Eine Umfrage unter Studierenden hat ergeben, dass die meisten in Wohngemeinschaften leben wollen, die Miete 300 Euro warm nicht überschreiten sollte und die Lage zentrumsnah mit guter Verkehrsanbindung sein muss. Darüber hinaus benötigen sie Highspeedinternet, um perfomant an das Campusnetzwerk angeschlossen zu sein“, erläutert wobra-Geschäftsführer Stephan Falk die Anforderungen.

Bestandsobjekt neu genutzt

Mit dem Eckgebäude mit Baujahr 1970 in der Wilhelmsdorfer Straße hatte die wobra ein passgenaues Objekt in ihrem Bestand gefunden. Stephan Falk dazu: „Das Gebäude stand fast komplett leer und war stark sanierungsbedürftig. Mit nur jeweils fünf Minuten Fahrzeit zum Hauptbahnhof und zum Campus sowie nur 500 Meter zur Innenstadt gelegen, hatten wir das Kriterium der Lage damit bestens erfüllt.“ Die nötigen Umbaumaßnahmen stellten aufgrund der begrenzten Bauzeit von einem knappen Jahr eine planerische Herausforderung für alle Beteiligten dar. „Es kam uns dabei zugute, dass nur wenige Grundrissänderungen nötig waren und weitgehend ohne Veränderung des statischen Systems erfolgen konnten“, so Falk.

Auf 800 Quadratmetern Grundfläche sind acht Dreiraum- und drei Zweiraumwohnungen entstanden, alle mit zwei Bädern und modernen Küchen ausgestattet. Fensteröffnungen wurden vertikal vergrößert und gruppiert, die Eingangssituation über den Hof wurde aufgelöst und auf die hauptsächliche Straßenseite verlegt. Der neu geschaffene Eingang gibt dem Gebäude ein Gesicht und ist eine funktional und architektonisch saubere Lösung. Der Hof wurde neu bepflanzt und ein großzügiger Unterstand ermöglicht die sichere Aufbewahrung von Fahrrädern.

Weiterentwicklung des Nutzungskonzeptes

Nach der Erstvermietung zum Sommersemester 2017 zeigte sich, dass die kurzen Laufzeiten der Mietverträge für die wobra nicht praktikabel waren und zudem in der vorlesungsfreien Zeit eine durchgehende Vermietung nicht zu erreichen war. Daraufhin wurde das Nutzungskonzept optimiert und durch eine Zwischenvermietung der Dreiraumwohnungen an neu angeworbene Pflegekräfte ergänzt. Stephan Falk erklärt dazu: „Der Generalmietvertrag mit dem Städtischen Klinikum ist eine gute Lösung, so haben alle Projektpartner Planungssicherheit. Darüber hinaus wurde deutlich, dass die Wohnungsgrundrisse sehr flexibel genutzt werden können. Mit diesem Projekt in einem nachgefragten Stadtteil haben wir unser Portfolio zukunftsfähig ergänzt und könnten bei Bedarf künftig beispielsweise auch Familien mit attraktiven Wohnraum versorgen.“

1,1 Millionen Euro investiert

Die Gesamtkosten für die Umbaumaßnahme beliefen sich auf rund 1.100.000 Euro. Die wobra hat die gesamte Summe über den Brandenburg-Kredit der Investitionsbank der Landes Brandenburg finanziert.
Das Qualitätssiegel

Das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ wird in der Regel sechsmal jährlich vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. vergeben und steht unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider. Durch die Auszeichnung beispielhafter Projekte soll darauf aufmerksam gemacht werden: Für die Wohnungsunternehmen sind auch Stadterneuerung und Aufwertung zentrale Bestandteile des Stadtumbauprozesses. Über die Preisvergabe entscheidet ein Bewertungsgremium, das neben dem BBU aus Vertretern der Arbeitsgemeinschaft „Städteforum Land Brandenburg“, der Bundestransferstelle Stadtumbau Ost, der Deutschen Kreditbank AG (DKB) sowie dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg besteht.

Pressemitteilung: BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.