29. September 2022

Sika Deutschland GmbH: Interview zum Modularen Bauen

Interview mit den Sika-Experten Frank Holzäpfel, Geschäftsbereichsleiter Industry, und Axel Parker, Business Development Manager Modulares Bauen, im Rahmen der BAU Online Pressekonferenz am 13.01.2021

Stuttgart (pm) – Bei der modularen Bauweise treffen Baustelle und serielle Fertigung aufeinander. Der Modulbau ist für die Sika Deutschland GmbH ein interessanter Markt, da hier alle Kernkompetenzen des Unternehmens eingebracht werden können – von den kundenspezifischen und hochautomatisierten Produktlösungen aus dem Automotive Bereich über die langjährige Erfahrung in Automatisierung und industrieller Fertigung im Bereich Industry bis hin zu den Produktlösungen vom Fundament über den Innenausbau zum Dach im Bereich Bau.

 

Herr Holzäpfel, was sind die wichtigsten Treiber für modulares Bauen und warum glauben Sie, dass es ein wachsendes Segment sein wird?

Frank Holzäpfel: Der Markt des modularen Bauens wächst, und die Gründe sind relativ klar: Wir haben eine rasant wachsende Weltbevölkerung und einen zunehmenden Mangel an Wohnraum, auch an bezahlbarem Wohnraum. Das sind die wesentlichen Treiber für das modulare Bauen.

Innerhalb Deutschlands und auch Mitteleuropas besteht bereits heute ein Mangel an Wohnungen sowie ein Rückstand bei Erneuerungen von Schulen, Krankenhäusern und diversen anderen Gebäuden. Ein Beispiel ist Berlin. Hier gibt es kaum mehr Bauplätze. Allerdings besteht die Möglichkeit, in schmalen Lücken in die Breite zu wachsen, aber vielmehr stehen wir, zusammen mit den Modulbauern, vor der Aufgabe und der Herausforderung, weiter in die Höhe zu wachsen und auf bestehendem Baugewerk leichte Modulelemente aufzusetzen. Weiterhin besteht auch die Notwendigkeit, mit dem Modulbau den schnellen und notwendigen Bau von Krankenhäusern oder anderen großen Einrichtungen zu ermöglichen.

Damit steigt auch der Druck auf Regierungen, dieses Problem schnell anzugehen. Dies wird zusätzlich verschärft durch fehlende Fachkräfte und Umweltauflagen, die den Fortschritt verlangsamen.

Ein letzter wichtiger und nicht unattraktiver Punkt: Mit dem Modulbau können Bauprojekte um bis zu 50 % schneller fertiggestellt werden. Dabei können Modulbauer selbst qualifizierte Arbeitskräfte in einer kontrollierten Fabrikumgebung einsetzen.

Warum ist Sika attraktiv für den Markt modulares Bauen mit dessen Kunden?

Frank Holzäpfel: Im Wesentlichen durch zwei Punkte: Zum einen besitzt Sika ein konkurrenzloses Portfolio an diversen Baulösungen, zum anderen verfügen wir über eine langjährige Industrieexpertise in Automatisierung beziehungsweise in Optimierung von Produktionsprozessen in unterschiedlichen diversen Industrien.

Kein anderer Anbieter hat so viele Werkzeuge im Werkzeugkasten und das Wissen, um sowohl den Prozess des Kunden zu verbessern als auch Lösungen anzubieten. Wir diskutieren fokussiert mit unseren Kunden deren vorhandenen Prozesse und eingesetzten Produktlösungen, stets mit dem Ziel, welche Optimierungen wir mit dem Kunden umsetzen können.

Prozesstaktung, Automatisierung, optimierte Lösungen, letztlich aus einer beratenden Hand und damit von einem Systempartner, bringen dem Modulbauern den unterschiedlichsten Nutzen.

Glauben Sie, dass die aktuelle globale Situation Auswirkungen auf den Markt für modulares Bauen haben wird?

Frank Holzäpfel: Ja, davon gehe ich aus. Die Entwicklung wird durch die momentane Situation sogar eher beschleunigt. Covid-19 hat Aspekte unseres gesamten Lebens verändert. Und auf der Baustelle ist es da letzten Endes nicht anders.

Die Regierungen unterstützen das Bauwesen als Mittel zur Ankurbelung der Wirtschaft, aber jede Arbeit muss sicher sein. Die Arbeitsumgebung in einer Fabrik ist im Hinblick auf soziale Distanz, Personalbewegungen, Logistik und Lieferungen wohl leichter zu kontrollieren als eine Baustelle. Je mehr Arbeit außerhalb der Baustelle erledigt werden kann, desto weniger Interaktion zwischen den Arbeitern, weniger Materiallieferungen und ein besseres Abfallmanagement.

Zusätzlich ist während einer Krise stets ein gutes Kostenmanagement und/oder die Erhöhung der eigenen Wertschöpfung gefragt. Dies ist ohne Frage im Modulbau möglich. Mit der Effizienzsteigerung eines Produktionsprozesses können Kostenpotentiale und mit der Erhöhung der Fertigungstiefe eine Umsatz- und Margenerhöhung geschöpft werden.

Insgesamt denke ich also, dass die bestehenden Argumente für die modulare Bauweise durch die Krise sogar noch gestärkt werden.

Herr Parker, welche Chancen sehen Sie für Sika im Bereich modulares Bauen?

Axel Parker: Produkte und Lösungen der Sika sind bereits in einigen Anwendungen hinterlegt. Die sich verschärfenden Entwicklungen im Fachkräftemangel, Umweltmanagement, Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung können am besten durch einen hohen Fertigungsgrad im Produktionswerk abgefedert werden, wenn möglich kombiniert mit einer höchstmöglichen Automatisierung. Diese Sicherheit in den Prozessen ist übrigens einer der größten Vorteile des modularen Bauens. Durch unsere Erfahrung mit Automatisierungsprozessen und unsere breite Ausrichtung im Bereich Bau sind wir in der Lage dem Kunden, dem Endverbraucher und auch uns Mehrwert zu bieten.

Wie kann sich Sika von anderen Anbietern in diesem Markt unterscheiden?

Axel Parker: Dies sind im Wesentlichen zwei sehr bedeutende Merkmale: Kein anderer Wettbewerber kann die jahrzehntelange Erfahrung in automatisierten Industrieprozessen kombiniert mit der riesigen Bandbreite unserer verschiedenen Produkte und Lösungen im Bau anbieten. Sika ist meiner Meinung nach das einzige Unternehmen, das so konzentriert und breit gefächert dieses Segment des modularen Bauens aufnimmt. Und wir verstehen uns nicht als einfacher Produktlieferant, sondern wir diskutieren mit unseren Kunden Lösungen, ob im Prozess oder in der Anwendung.
Das ist unser tägliches Brot und das macht uns seit vielen Jahrzehten so erfolgreich.

Pressemitteilung: Sika Deutschland GmbH