25. Mai 2019

„Sie werden sich trauen, eigene Ideen zu entwickeln!“

HAWK-Fakultät Bauen und Erhalten ehrt 76 Absolvierende

HAWKIngs (v.l. Eberhard Gaus, Carina Olms, Volker Krämer, Thomas Kauertz): Für die Musik sorgten (v.l.) Eberhard Gaus, Dr. Carina Olms von LernkulTour, Prof. Dr.-Ing. Volker Krämer, und Studiendekan Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kauertz. (c) HAWK

Hildesheim (pm) – In der historischen Aula in Hildesheim hat die Fakultät Bauen und Erhalten der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen jetzt 76 Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussurkunden feierlich übergeben. Die besten Arbeiten der Architektur- und Bauingenieurstudiengänge prämierte das Institut für Prüfung und Forschung im Bauwesen e. V. (IPFB) zusätzlich mit einem Buchpreis. Zudem zeichnete der Berufsverband der Straßenbau- und Verkehrsingenieure in Niedersachsen (VSVI) zwei Abschlussarbeiten aus und auch der Fachschaftsrat sowie der VestA verliehen Ehrungen an Studierende, die sich besonders in Gremien engagieren.

Nach der Vorstellung der Absolvierenden per Diashow stellte Dekan Prof. Dr.-Ing. Günther Bahre die Prioritäten des Nachmittags klar: „Entgegen jedem offiziellen Protokoll müssen sich bei uns selbst Präsidenten und Geschäftsführer gedulden, wenn wir nämlich Champions um uns haben, um die sich alles dreht. Alle anderen sind tatsächlich nur Ihretwegen hier!“

Der neue Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, Architekt Dipl.-Ing. Robert Marlow, begrüßte daraufhin seine zukünftigen Berufskolleginnen und -kollegen. Er stellte die vor 49 Jahren gegründete Institution vor und erklärte ihre bindende Wirkung für den Beruf. „Architekt darf sich nur noch nennen, wer auch in der Kammer ist“, ordnete Marlow ein und warb daher insbesondere bei den Masterabsolvierenden dafür, in die Kammer einzutreten. Als besondere Leistungen für Mitglieder stellte er neben Fortbildungsmöglichkeiten eine eigene Altersvorsorge vor.  Obwohl aktuell eine hohe Nachfrage an Arbeitskräften in der Baubranche besteht, riet er den Bachelorabsolvierenden: „Seht zu, dass ihr den Master macht, denn ihr seid nicht eintragungsfähig mit euren sechs Semestern.“ Trotzdem zeichnete er zum Abschluss das Bild für die Absolvierenden durchweg positiv: „Ich würde die These aufstellen, dass im Augenblick jeder von den Architekturabsolvierenden, Bauingenieuren und Holzingenieuren sehr wahrscheinlich eine Stelle bekommen wird.“

Rechtsanwalt Jens Leuckel, der Hauptgeschäftsführer der Ingenieurkammer Niedersachsen, zeigte sich als Berufsfremder „überwältigt, dass die Architekten und die Ingenieure anders als die Juristen es fertigbringen, hier eine so schöne, würdevolle Abschlussveranstaltung zu verwirklichen“. Auch er sprach von der Versuchung, bei der aktuell günstigen Konjunktur, direkt als Bachelorabsolventin- oder absolvent in den Beruf  einzusteigen, vor allem, da Absolvierende auch als „Bachelor den Segen der Kammer nutzen“ dürfen. „Nichtsdestotrotz macht man diese beschwerliche Ausbildung jedoch nicht nur für die nächsten vier oder fünf oder zehn Jahre, sondern sie ist ein Meilenstein für die Richtung, in die es gehen soll.“ Mit Stolz konstatiert Leuckel seinen potentiell zukünftigen Mitgliedern:  „Sie haben das große Glück, auch eine ganz tolle Berufsbezeichnung führen zu können, Ingenieur, ingenium, besonderes Talent, das assoziiert Genialität. Es müsste Ihnen eigentlich deutlich machen, dass sie in ihrem Bereich mehr sind als ein technisch versierter Experte. Sie sind in ihrer Tätigkeit auch sehr verantwortlich.“ Darum wünscht er sich auch eine verstärkte Präsenz der Ingenieurberufe in Öffentlichkeit: „Sie hören von vielen anderen akademischen Gruppen, aber weniger von Ingenieuren. Eigentlich ist das schon lange überfällig.“

Im Anschluss begeisterten die HAWKIngs das Publikum mit ihrer Interpretation des Liedes „Won’t Forget These Days“ von Fury in the Slaughterhouse. Dr. Carina Olms von LernkulTour stand am Mikrofon, Akustikgitarre und E-Bass übernahmen Studiendekan Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kauertz und Eberhard Gaus von der Universität Hildesheim, für den Rhythmus sorgte Prof. Dr.-Ing. Volker Krämer am Schlagzeug.

Erfreut stellte Dekan Bahre die Fähigkeit der Absolvierenden heraus, sich selbst zu motivierten und lobte ihre Erfolge. Dabei zog er zur aktuellen Situation in der Baubranche Resümee: „Es wird gebaut ‚auf Deubel komm raus‘ und es wird saniert. Alles das fällt vor allen Dingen im Wohnungsbau und im Infrastruktur-Bau an, denn ein erheblicher Nachholbedarf ist in allen Rubriken aus den vergangenen Jahrzehnten nach wie vor zu verzeichnen.“ Für den Berufseinstieg wünscht er den Absolvierenden zunächst noch etwas „Welpenschutz“, denn „in unserem Metier schwimmen wir doch wohl in einem Haifischbecken. Und wie kommt man wohl durch ein Haifischbecken am sichersten durch? Na, ist doch ganz einfach: als Hai“. Natürlich forderte er die baldigen Berufsneulinge nicht dazu auf, sich hemmungslos wie Raubtiere zu verhalten. „Die allermeisten von uns würden sich dabei bestimmt nicht wohlfühlen. Ein bisschen Mut gehört dann schon dazu, eingetretene Pfade zu verlassen. Aber mit dem fachlichen Background aus ihrem Studium werden Sie sich trauen, eigene Ideen zu entwickeln und nicht immer nur das machen, was bisher immer gemacht wurde.“

Bei der Übergabe der Zeugnisse hoben Dekan Bahre, Studiendekan Dipl.-Ing. Thomas Kauertz und Prof. Dr.-Ing. Elke Scholz die jeweils besten Abschlüsse des Jahrgangs hervor und übergaben den Besten eine Urkunde sowie den Buchpreis des IPFB. Im Studiengang Architektur freuten sich Bijan Nadjafian und Cihan Kaplan über die Ehrung für die besten Bachelor- und Masterarbeiten. Peter Dammann schaffte den besten Bachelor-Abschluss im Studiengang Bauingenieurwesen, die beste Masterurkunde des Bauingenieurwesens sicherte sich Elisabeth Krieter. Beim Rennen um den besten Bachelorabschluss im Holzingenieurwesen belegten Joschka Scherges und Niklas von Haaren mit identisch guter Leistung gemeinsam den ersten Platz – sie erhielten beide jeweils eine Urkunde und einen Buchpreis.

In einem zweiten Auftritt spielten die HAWKIngs „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen und leiteten in die Verleihung des VSVI-Nachwuchspreises über. Den auf eine vierstellige Summe dotierten Preis verlieh Dipl.-Ing. Joachim Grupe an Erwin Tödter für seine Bachelorarbeit über Radwege im Studiengang Bauingenieurwesen. Er bezeichnete die Arbeit als „überdurchschnittlich klasse“ aufgrund der inhaltsstarken Diskussion. Über einen Buchpreis und eine einjährige VSVI-Schnuppermitgliedschaft konnte sich Jonas Kraft für seine eingereichte Masterarbeit freuen.

Zum Abschluss ehrte Studiendekan Dipl.-Ing. Thomas Kauertz die Absolvierenden Annabelle Ohlendorf, Nils Stein, Eike Hain und Lars Küther für ihre Mitarbeit in den Gremien und im Verein für studentische Angelegenheiten (VestA). Cihan Kaplan und Sascha Holst empfingen im Namen der Fakultät Ehrungen für die Arbeit in den studentischen Gremien. Mit einem Sektempfang und dem traditionell vom VestA veranstalteten Winterball klang die Feierstunde aus.

Pressemitteilung: HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen