19. August 2022

Quartierszauber im Bochumer Musikforum

Dr. Dieter Kraemer, Prof. Dr. Sigrid Schaefer, Prof. Dr. Rolf G. Heinze, Torsten Bölting, Michael Groschek, Alexander Rychter, Prof. Dr. Uta Hohn, Foto: Lamker
Dr. Dieter Kraemer, Prof. Dr. Sigrid Schaefer, Prof. Dr. Rolf G. Heinze, Torsten Bölting, Michael Groschek, Alexander Rychter, Prof. Dr. Uta Hohn, Foto: Lamker

Bochum (pm) –  Erster Bochumer Quartierskongress wurde ein voller Erfolg – NRW-Bauminister Michael Groschek, Gesundheitsministerin Barbara Steffens und der Bochumer Oberbürgermeister Thomas Eiskirch diskutieren mit Wissenschaftlern und Praktikern vor vollem Haus.

Mehr als 400 Gäste aus ganz Deutschland nahmen am 31.1. und 1.2. die Gelegenheit wahr, beim ersten Bochumer Quartierskongress über das Quartier als „Zauberformel für die Lösung gesellschaftlicher Probleme“ zu diskutieren. Die Ruhr-Universität Bochum, die TU Dortmund und die EBZ Business School aus Bochum zusammen mit dem InWIS-Institut hatten den Kongress gemeinsam veranstaltet. Ziel war es, die Handlungsebene Quartier interdisziplinär zu beleuchten: „Wir sprechen seit vielen Jahren in allen möglichen Disziplinen über das Quartier als Handlungsebene. Uns ging es aber darum, diese „Themen-Silos“ zu überwinden und einen interdisziplinären Ansatz zu finden“, erläutert Prof. Dr. Rolf G. Heinze, Soziologe an der Ruhr-Universität und wissenschaftlicher Direktor des Bochumer InWIS-Instituts. „Wir erkennen, dass auch in der Kooperation der Hochschulen hier in der Region noch viele Potenziale stecken, die wir für diese Themen nutzen können“ ergänzt Prof. Dr. Sigrid Schaefer, Rektorin der Bochumer EBZ Business School. Dem stimmt Prof. Christa Reicher (TU Dortmund, Fakultät Raumplanung) zu und bedankt sich bei den Sponsoren, die den Kongress unterstützt haben: „Mit der NRW.BANK, der Emschergenossenschaft, der RAG-Stiftung und der regionalen Wirtschaftsförderung metropoleruhr gmbh haben wir starke Partner aus der Region gefunden, die ein Herz für Quartiere haben, weil sie selbst in Quartieren denken.“

Zuhause im Quartier und für die Zukunft sorgen
Bauminister Michael Groschek machte sich für die Handlungsebene Quartier stark und verwies auf die Bedeutung des Quartiers als Heimat für die Menschen. Er betonte gleichzeitig die starke finanzielle Unterstützung des Landes bei der Quartiersentwicklung, wenn z.B. allein durch die Wohnungsbauförderung in NRW jährlich mehr als eine Milliarde Euro in den Bau bezahlbarer neuer Wohnungen in lebenswerten Quartieren fließen. Seine Kabinettskollegin Barbara Steffens, die in ihrem Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter ein weiteres Quartiersentwicklungsprogramm aufgelegt hat, machte deutlich, dass neben den „Steinen“ auch die Entwicklung und Sicherstellung von Teilhabe und Versorgungssicherheit im Quartier von großer Bedeutung sind – vor allem im Alter. Auch Thomas Eiskirch,  Oberbürgermeister von Bochum, bekannte sich zum Quartier. Das ist aus seiner Sicht die logische Handlungsebene, um auch mithilfe der Bündelung von unterschiedlichem Fördermitteln, kommunalem und privatem Engagement nachhaltige Stadtentwicklung voranzubringen.

Quartier denken und Quartier machen: Transfer von der Wissenschaft in die Praxis und zurück
Renommierte Wissenschaftler verschiedener Disziplinen sowie erfahrene Praktiker zeigten am ersten Tag unterschiedliche Perspektiven auf, wie die Quartiersebene definiert und für die Analyse und Konzeption von kommunalen Entwicklungsprozessen genutzt werden kann.  Nach Exkursionen in unterschiedliche Quartiere am Vormittag des zweiten Tages, wurden in einer Podiumsdiskussion Wege aufgezeigt, wie öffentliche und private Finanzierungsquellen erschlossen werden können.

Raus aus den Silos, rein in die Region!
Zusammenfassend, das war für das Organisationsteam klar, gab es mehrere Botschaften:
•    Quartiersentwicklung kann nur gelingen, wenn die starren Grenzen von Ressorts überwunden werden.
•    Für Quartiersentwicklung braucht es eine Initialzündung – nicht immer gelingt es, dass die Akteure im Quartier aus sich selbst heraus das komplexe Thema angehen.
•    Das Zusammenspiel der regionalen und kommunalen Ebene auch mit Blick auf die Handlungsebene Quartier ist von großer Bedeutung.
Das InWIS-Institut und die EBZ Business School haben für den kontinuierlichen Austausch zum Quartier eine virtuelle Plattform ins Leben gerufen. Ab sofort können Interessierte auf www.quartierslabor.de in den Ideen- und Projektaustausch zum Thema Quartier starten.

Pressemitteilung: InWIS – Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung