17. Juni 2019

„Politik fragt Wirtschaft“: 3. ENERGY-TALK der TGA-Verbände

Auf dem Podium (v.l.n.r.): Günther Mertz, Alexander Throm MdB, Hermann Sperber, Frank Ernst, Prof. Dr.-Ing. Christoph Kaup, Dr. Julia Verlinden MdB, Ralph Lenkert MdB und Prof. Dr.-Ing. Martin Neumann MdB Foto: Holger Talinski

Berlin (pm) – Erneut tauschten sich in Berlin Politiker und Fachleute der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) über Probleme und Lösungen im Bereich der Energieeffizienz von Gebäuden aus. Die Diskussion stand unter dem Motto „Was kostet CO2-Einsparung im Gebäudebereich?“. Auch in diesem Jahr wurde anstelle einer klassischen Podiumsdiskussion das bewährte Format des ENERGY-TALKS angewendet: Politiker befragen Experten aus der TGA-Branche. Die Bundestagsabgeordneten Ralph Lenkert (Die Linke), Professor Dr.-Ing. Martin Neumann (FDP), Alexander Throm (CDU), und Dr. Julia Verlinden (Bündnis 90/Die Grünen) folgten der Einladung des Bundesindustrieverbandes Technische Gebäudeausrüstung e. V. (BTGA), des Fachverbandes Gebäude-Klima e. V. (FGK) und des Herstellerverbandes Raumlufttechnische Geräte e. V. (RLT-Herstellerverband) in die Berliner Vertretung des Landes Baden-Württemberg. Als Experten standen Repräsentanten der drei TGA-Verbände Rede und Antwort: Hermann Sperber, Präsident des BTGA, Professor Dr.-Ing. Christoph Kaup, Vorstandsvorsitzender des FGK, und Frank Ernst, Vorstandsvorsitzender des RLT-Herstellerverbandes. Moderiert wurde der ENERGY-TALK von Günther Mertz, dem Geschäftsführer der drei Verbände.

Die Bundestagsabgeordneten erkundigten sich nach den aktuellen Entwicklungen im Bereich der TGA und nach den Möglichkeiten und dem Potenzial der Branche, CO2 im Gebäudebereich einzusparen. Die Politiker waren sich parteiübergreifend einig, dass der Gesetzgeber verbindlichere Regeln treffen müsste, um die CO2-Einsparung im TGA-Bereich weiter zu fördern.

Der baupolitische Sprecher der CDU-Landesgruppe Baden-Württemberg, Alexander Throm, stellte fest, dass der Ruf nach weniger Regeln und Vorschriften laut werde, um Neubauten unbürokratischer und günstiger zu errichten. Er fragte die Verbandsvertreter, ob das auch deren Wunsch sei und wie eine nachhaltige CO2-Reduktion im TGA-Bereich unterstützt werden könnte. Hermann Sperber antwortete: „Es müssen Anreize geschaffen werden, um alte Technologien durch neue, energieeffiziente Technologien zu ersetzen, die es ermöglichen, die CO2-Einsparung zu steigern.“ Speziell durch Geräte mit Wärme- und Kälterückgewinnung würde die Energie effizienter genutzt. Diese hätten durch sinkende Nebenkosten auch geringe Amortisationszeiten.

Professor Martin Neumann, Sprecher für Energiepolitik der Fraktion der FDP, machte darauf aufmerksam, dass durch gesetzliche Regelungen die Gebäudehüllen immer luftdichter werden. Dadurch würde oft die Mindestluftrate nicht eingehalten. Das wirke sich negativ auf die Behaglichkeit, die Konzentrationsfähigkeit und die Gesundheit der Menschen aus. Professor Christoph Kaup sagte, dass im Land der „Dichter und Dämmer“ die mechanische Lüftung enorm wichtig sei. Dadurch könnten Wärmeverluste einer manuellen Fensterlüftung vermieden werden und durch die Wärmerückgewinnung werde Energie und dementsprechend auch CO2 eingespart.

Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Die Linke, Ralph Lenkert, wies darauf hin, dass Klimaanlagen immer mehr an Bedeutung gewinnen.  Von den Branchenvertretern wollte er wissen, welche Regulierungen zur CO2-Einsparung speziell für Kühlgeräte die Branche erwarten würde. Professor Christoph Kaup erklärte zunächst: „Das Heizen von Räumen verbraucht immer noch deutlich mehr Energie als das Kühlen.“ Weiter führte er aus, dass die Wärmerückgewinnung in modernen raumlufttechnischen Geräten auch zum Kühlen genutzt werden könnte und es hierzu auch bereits Förderprogramme des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt. Diese sollten jedoch von Seiten der Politik noch ausgebaut werden.

Die Sprecherin für Energiepolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Julia Verlinden, erklärte, dass der aktuelle Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) keinen nennenswerten Beitrag leisten werde, um die Sektorziele im Gebäudebereich zu erfüllen. Sie forderte, dass „das Gesetz besser werden muss, um die Klimaschutzziele zu erreichen.“ Diesbezüglich fragte sie die Wirtschaftsvertreter nach den Wünschen der Industrie. Frank Ernst wies auf die „Förderung der Vernetzung von Heiz- und Kühlsystemen zur Effizienzsteigerung“ hin und ergänzte, dass Kühlsysteme mehr in das Blickfeld der Politik rücken müssten, um CO2-Vermeidung im Gebäudebereich zu erreichen.

Zahlreiche Repräsentanten der Mitgliedsunternehmen, Vertreter der Verbände und Journalisten verfolgten aufmerksam den Austausch zwischen Politik und Wirtschaft. „Der Dialog zwischen der Politik und den Fachverbänden der Technischen Gebäudeausrüstung ist elementar wichtig, um wesentliche Impulse zur Weiterentwicklung der CO2-Einsparung im Gebäudebereich zu ermöglichen“, fasste Moderator Günther Mertz in seinem Fazit zusammen. „Die Fortsetzung dieses Austauschs soll das vertrauensvolle Miteinander stärken, um der tragenden Rolle der TGA-Branche in der Gebäudeenergieeffizienz gerecht zu werden.“

Pressemitteilung: GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e. V. (BTGA), Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK), Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte e. V. (RLT-Herstellerverband)