20. April 2021

Ostdeutsche Baufirmen starten gut ins 2. Halbjahr

Leipzig (pm) – Zu Beginn des zweiten Halbjahres 2019 verzeichnete das ostdeutsche Bauhauptgewerbe sowohl in Bezug auf die Nachfrage nach Bauleistungen als auch im Hinblick auf die Bautätigkeit insgesamt stabile Zuwächse. „Entsprechend unserer Konjunkturumfrage unter ostdeutschen Bauunternehmen von August 2019 wird sich die baukonjunkturelle Dynamik zum Jahresende hin gegenüber der ersten Jahreshälfte allerdings leicht abschwächen, ohne dabei den Wachstumskurs zu verlassen“, erklärte Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost e. V. (BIVO) nach Bekanntgabe der Juliergebnisse im Bauhauptgewerbe für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten durch das Statistische Bundesamt.

Bei der im August 2019 vom BIVO durchgeführten Konjunkturumfrage gaben 60 Prozent der Befragten an, dass die gegenwärtige Ertragslage gut sei, 30 Prozent bezeichneten sie als mittelmäßig und 10 Prozent als schlecht. Gegenüber der Umfrage im Mai 2019 bedeutete das eine gewisse Eintrübung der Stimmung unter den Bauunternehmen Ostdeutschlands. Hier hatten noch drei von vier Bauunternehmen die Ertragslage als gut bewertet.

Die Erwartungen zum Wachstum der Bautätigkeit wurden im zweiten Halbjahr 2019 im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2019 ebenfalls etwas zurückgeschraubt. Das Wachstumstempo hat sich insgesamt verlangsamt, dennoch überwiegt eine positive Grundstimmung. Rund 75 Prozent der ostdeutschen Bauunternehmen gehen davon aus, dass ihr Umsatz im Jahr 2019 über dem des Vorjahres liegen oder zumindest gleichbleiben wird.

Das Gesamtauftragsvolumen des Bauhauptgewerbes belief sich im Juli 2019 auf rund 1,6  Mrd. Euro und lag damit um 21,1 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahresmonats. In allen Segmenten wurde Wachstum registriert, dabei am stärksten im Wohnungsbau. Hier verbuchten die Unternehmen mit einem Auftragsvolumen von 345,2 Mio. Euro ein um 47,2 Prozent besseres Ergebnis als vor einem Jahr. Im Wirtschaftsbau betrugen die Bestellungen 674,5 Mio. Euro (+17,2 %), im Öffentlichen Bau 609,6 Mio. Euro (+13,8 %).

Das Bauhauptgewerbe der neuen Bundesländer verbuchte im Juli 2019 Umsatzerlöse in Höhe von 1,7 Mrd. Euro, was einem Plus von 3,3 Prozent in Relation zu Juli 2018 entsprach. Der Gesamtzuwachs stützte sich dabei auf den Wirtschaftsbau, der mit einem Volumen von 727,4 Mio. Euro ein um 7,5 Prozent besseres Ergebnis einfuhr als vor einem Jahr und dem Öffentlichen Bau, wo sich die Erlöse auf 652,5 Mio. Euro summierten (+3,0 %). Der ostdeutsche Wohnungsbau blieb mit Umsätzen von 374,5 Mio. Euro um 3,3 Prozent hinter dem Vergleichswert des Vorjahres zurück.

Entwicklung im Verbandsgebiet

Berlin 

  • Nachfrage sinkt zu Beginn des zweiten Halbjahres im Öffentlichen Bau
  • Bautätigkeit bleibt insgesamt hinter Vorjahr zurück

Das Auftragsvolumen der Unternehmen des Berliner Bauhauptgewerbes belief sich im Juli 2019 auf 299,9 Mio. Euro, was einem Plus von 19,3 Prozent im Verhältnis zu 2018 entsprach. Wesentlichen Anteil an der dynamischen Entwicklung hatte der Wohnungsbau. Hier wurde im Juli 2019 das Vorjahresniveau um 40,6 Prozent überschritten. Im Wirtschaftsbau waren es 15,3 Prozent, während sich der Auftragseingang im Öffentlichen Bau um 8,1 Prozent verringerte.

Im Juli 2019 wurde mit einem Gesamtumsatz von 298,8 Mio. Euro das Vorjahresresultat deutlich unterschritten (‑9,0 %). Im Wohnungsbau erzielten die Unternehmen um 17,2 Prozent geringere Umsätze als im Jahr zuvor. Im Öffentlichen Bau waren es 7,6 Prozent, während sich im Wirtschaftsbau das Vorjahresergebnis wiederholte (+0,8 %).

Brandenburg

  • Deutliches Nachfrageplus gegenüber 2019 im Wohnungsbau
  • Bautätigkeit nimmt in allen Segmenten zu

Im Juli 2019 requirierte das Brandenburger Bauhauptgewerbe Aufträge mit einem Volumen von 263,4 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 23,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entsprach. Der Gesamtanstieg stützte sich auf den Wirtschaftsbau mit einem Plus von 20,2 Prozent zum Vorjahr und vor allem. den Wohnungsbau, wo sich das Auftragsvolumen im Vorjahresvergleich verdoppelte (+100,2 %). Im Öffentlichen Bau gingen die Order dagegen wertmäßig um 13,2 Prozent zurück.

Das Bauhauptgewerbe erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 268,9 Mio. Euro und übertraf das Vorjahresergebnis um 9,2 Prozent. Die Bautätigkeit nahm in allen Bausparten zu. Der höchste Zuwachs wurde im Juli 2019 im Wohnungsbau mit einem Plus von 17,5 Prozent verzeichnet. Dahinter folgten Öffentlicher Bau (+8,8 %) und Wirtschaftsbau (+2,6 %).

Sachsen

  • Nachfragedynamik hält in allen Segmenten an
  • Bautätigkeit im Wohnungsbau unter Vorjahresniveau

Das sächsische Bauhauptgewerbe verzeichnete im Juli 2019 Auftragseingänge im Gesamtwert von 512,0 Mio. Euro; das waren 34,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Gesamtzuwachs stützte sich auf alle Bausparten. Im Öffentlichen Bau lag das Ordervolumen im Juli 2019 um 55,2 Prozent über dem von Juli 2018. Im Wirtschaftsbau belief sich das Wachstum auf 21,2 Prozent und im Wohnungsbau auf 3,9 Prozent.

Der Gesamtumsatz betrug im Juli 2019 561,2 Mio. Euro. In Relation zu Juli 2018 waren das 6,0 Prozent mehr. Die Umsätze stiegen nicht in allen Segmenten. Während die Erlöse im Wirtschaftsbau gegenüber 2018 um 12,8 Prozent und im Öffentlichen Bau um 2,2 Prozent zunahmen, verfehlten sie im Wohnungsbau ihr Vorjahresniveau um 4,8 Prozent.

Sachsen-Anhalt

  • Nachfrage nach Bauleistungen auf hohem Niveau
  • Bautätigkeit deutlich über dem Vorjahr

Das Bauhauptgewerbe von Sachsen-Anhalt registrierte im Juli 2019 Aufträge im Wert von 246,4 Mio. Euro. In Bezug zum Vorjahresmonat bedeutete das ein Plus von 18,2 Prozent. Der stärkste Zuwachs wurde vom Wohnungsbau vermeldet. Hier stieg der Auftragswert in Relation zu Juli 2018 um 160,8 Prozent. Im Wirtschaftsbau belief sich das Wachstum auf 8,6 Prozent, im Öffentlichen Bau auf 1,1 Prozent.

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe betrug im Juli 2019 252,5 Mio. Euro. Er war damit um 10,5 Prozent höher als im Jahr zuvor. Im Vorjahresvergleich am kräftigsten stiegen die Erlöse im Wirtschaftsbau (+18,2 %), gefolgt vom Öffentlichen Bau (+4,9 %) und dem Wohnungsbau des Landes (+3,9 %).

Pressemitteilung: Bauindustrieverband Ost e. V.