7. Dezember 2019

Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft übergibt der Stadt Weimar Entwurf für Schule der Zukunft

Staatliche Gemeinschaftsschule erhält Status eines IBA Projekts

Visualisierung (c) Ponnie Images, Aachen

Bonn (pm) – Startschuss für den Neubau der Staatlichen Gemeinschaftsschule Weimar als Schule der Zukunft: Die im September abgeschlossene Entwurfsplanung wurde am 2. Dezember 2019 der Schulgemeinschaft im Jugend- und Kulturzentrum mon ami in Weimar vorgestellt und von Barbara Pampe, Projektbereichsleiterin der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, offiziell an die Stadt Weimar übergeben. Die Gemeinschaftsschule ist ein erstes Pilotprojekt für den Planungsbaukasten Schulbau Open Source, den die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft in den nächsten Jahren als Qualitätsrahmen und Planungswerkzeug für guten Schulbau entwickeln wird. Darüber hinaus ist die Schule auch ein Modellvorhaben der IBA Thüringen. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen, übergab die Urkunde für das IBA Projekt im Rahmen der Veranstaltung an Oberbürgermeister Peter Kleine. Hiermit ist ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zum gebauten Modellvorhaben erreicht.

Als Vertreter des Entwurfsteams präsentierte Prof. Gernot Schulz den aktuellen Entwurfsstand des Projektes der Schulgemeinschaft.

An dem Entwurf für den Neubau der Staatlichen Gemeinschaftsschule in Oberweimar hat ein interdisziplinäres Team erfahrener Schulbau-Expertinnen und -Experten ein Jahr lang gearbeitet. Die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, die sich seit vielen Jahren für guten Schulbau engagiert, hat die Entwicklung dieses Modellvorhabens inhaltlich und finanziell mit erheblichem Engagement unterstützt. Präsentiert wurde der aktuelle Entwicklungsstand des Vorhabens am 6. September 2019 durch das Planungsteam gegenüber dem IBA Fachbeirat. Dieser würdigte den hohen Durcharbeitungs- und Innovationsgrad und empfahl, den Status „IBA Projekt“ zu verleihen. Dies ist auch eine wichtige Grundlage für eine zusätzliche Unterstützung seitens des Landes bei der Finanzierung.

Der Entwicklungsprozess, der mit der Bewerbung der Gemeinschaftsschule als IBA Kandidatin im Jahr 2014 begonnen hatte, wurde in der Anfangsphase durch die Bauhaus-Universität sowie die Kulturagenten Thüringen begleitet. Als Ergebnis folgte die erfolgreiche Bewerbung bei dem Wettbewerb „Inklusive Schulen Planen und Bauen“ der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft. Als eine von bundesweit fünf Schulen erhielt die Schulgemeinschaft zusammen mit der Stadt die Möglichkeit, unter Anleitung erfahrener Schulbauberaterinnen, -berater und der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft die spezifischen Anforderungen an ihre neue Schule in einem einjährigen Prozess zu entwickeln. Dieser als Phase Null bezeichnete Entwicklungsprozess wurde im Jahr 2018 beendet. Da ein gutes räumlich-pädagogisches Konzept allein noch keinen guten Schulbau ausmacht, entstand zwischen der Stiftung, IBA Thüringen und der Stadt Weimar die Idee, auch die weiteren Entwicklungsschritte gemeinsam zu gehen. Das Zwischenergebnis wurde heute vorgestellt.

Entwurfsbeschreibung:
Herzstück des neuen Schul-Campus bilden die sogenannten Lernlofts. Das sind ca. 400m² große Geschossebenen, die als ein großzügiger Raum konzipiert sind. Durch ein vielschichtiges Flächenangebot und flexible Möblierung wird eine Bildungslandschaft geschaffen, die unterschiedliche Orte für individuelles Lernen oder in unterschiedlichen Gruppengrößen bietet. Das Ganze wirkt eher wie eine Werkstatt, also ein Ort, in dem aktiv Lernerfahrungen gesammelt werden und nicht nur passiv Wissen konsumiert wird. Je 75 Schülerinnen und Schüler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule teilen sich eine Etage und können diese individuell nach ihren pädagogischen Bedürfnissen anpassen. Die Fläche wird ergänzt um einen Funktionskern, der die Sanitäranlagen und Nebenräume beinhaltet.

Je drei dieser „Lernlofts“ bilden ein Gebäude. Daraus entsteht ein Gemeinschaftshaus, das auch Quartiersfunktionen übernehmen kann sowie zwei Lernhäuser. Diese drei Gebäudevolumen positionieren sich frei auf dem Grundstück, so dass das großzügige, ca. 20.000m² umfassende Grundstück seinen parkartigen Charakter beibehält. Die vorhandene Sporthalle fügt sich in das Ensemble ein und wird modernisiert.

380 Schülerinnen und Schüler können hier zum IBA Präsentationsjahr 2023 ihren neuen Schul-Campus in Besitz nehmen.

Nicht nur das Gebäude selbst steckt voller innovativer Ideen, sondern auch der Prozess. So sollen die Planungsergebnisse als Open-Source-Lizenz ähnlich wie z.B. das Betriebssystem Linux frei zugänglich gemacht werden. So können andere Kommunen, Planerinnen und Planer direkt auf dem erreichten Wissensstand aufbauen.

Nächste Schritte / Zeitschiene:
Derzeit werden in einem EU-weiten Verfahren die nächsten Planungsleistungen öffentlich ausgeschrieben. Ab dem Jahr 2021 sollen dann die Baumaßnahmen mit dem Abbruch des bestehenden Schulgebäudes beginnen.

Kosten:
Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich nach aktueller Kostenberechnung auf ca. 18 Mio. EUR. Die Finanzierung erfolgt zu ca. 2/3 aus Landesmitteln und 1/3 aus Eigenmitteln der Stadt Weimar.
Die Kosten für die Entwicklung des Vorhabens in den Leistungsphasen 0-3 wurden von der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft getragen.

Pressemitteilung: Montag Stiftungen