13. Mai 2021

Liebe oder Last?! – Wanderausstellung zum Umgang mit dem Denkmalschutz feiert Premiere in Düsseldorf

Wanderausstellung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im „Haus der Architekten“

Baustelle Denkmal: Eingang zur ersten Station der Ausstellung, die für Jung und Alt konzipiert ist. Foto: © DSD / R. Rossner

Düsseldorf (pm) – Wann ist ein Gebäude ein Denkmal – und welche Folgen hat das? Dieses Fragenpaar steht im Mittelpunkt der Wanderausstellung „Liebe oder Last?! Baustelle Denkmal“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die am 15.04.21 im Düsseldorfer „Haus der Architekten“ ihre Deutschlandpremiere feiert. Die interaktive Schau möchte auf ungewöhnliche Weise für den Denkmalschutz in Deutschland begeistern und die kulturelle, historische und gesellschaftliche Bedeutung der Denkmalschutzarbeit vermitteln. Laufzeit im Foyer der Geschäftsstelle der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen: 15.04. – 10.06.2021; anschließend geht die Ausstellung deutschlandweit auf Wanderschaft.

„Unsere Ausstellung soll Spaß machen; sie lädt ein, sich ganz grundsätzlich und auf spielerische Art und Weise mit dem Thema Denkmalschutz zu beschäftigen“, erklärt DSD-Vorstand Dr. Steffen Skudelny. So nutzt die Ausstellung auch das Baugerüst als Rahmen. Denn jedes Denkmal ist immer auch eine Baustelle, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Es wird modifiziert, erhalten, herausgeputzt und manchmal sogar abgerissen. „Dabei ist der Schutz erhaltenswerter Bauten keine Frage des Geschmacks, sondern eine generationenübergreifende baukulturelle Verantwortung“, unterstreicht Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer NRW. „Denkmale sind das gebaute Gedächtnis unserer Gesellschaft.“

In sechs interaktiven Stationen stellt die Ausstellung ein breites Basiswissen rund um das Thema Denkmalpflege und Denkmalschutz vor. Sind Denkmale Monumente für die Ewigkeit, denen der Zahn der Zeit nichts anhaben kann? Was bedeutet die Denkmalpflege konkret? Warum ist sie überhaupt nötig? Wer entscheidet, was ein Denkmal ist? Und wie wird ein Gebäude zum Denkmal? Nicht zuletzt: Wer kümmert sich um unsere Denkmallandschaft – Eigentümer, Privatleute oder der Staat?

Da Denkmalschutz stets im Spannungsfeld zwischen dem gesellschaftlichen Anspruch auf Erhalt und Bewahrung sowie dem Nutzungsinteressen der Eigentümer steht, zeichnet die Ausstellung kein idealisiertes Bild. Schon der Titel verweist auf eine Kontroverse: „Liebe oder Last?! Baustelle Denkmal“.

Die Wanderausstellung will Jung und Alt in gleicher Weise ansprechen. Sie stellt dazu herausragende Denkmale vor, beleuchtet die Handwerkskunst, die in ihnen steckt, und erklärt den gesetzlichen Rahmen. Aus unterschiedlichen Perspektiven kommen sowohl Denkmaleigentümer als auch Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger, Handwerker*innen und Behörden zu Wort. Dabei werden auch kritische Fragen beantwortet und Vorurteile aufgelöst.

Denkmalschutz fällt in Deutschland unter die Kulturhoheit der Bundesländer und wird deshalb in 16 verschiedenen Denkmalschutzgesetzen geregelt. Deutlich wird auch: Deutschland ist – anders als viele denken – nicht wirklich reich an Denkmalen: Nur etwa vier Prozent unserer Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

Termine und Infos rund um die Ausstellung unter www.aknw.de. Ein Film zur Ausstellung wird ab Anfang Mai im YouTube-Kanal der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen abrufbar sein.

Pressemitteilung: Architektenkammer Nordrhein-Westfalen