18. Dezember 2018

Konvent der Baukultur 2018 in Potsdam

Menschen prägen Räume, Räume prägen Menschen

Konvent der Baukultur 2018 - Forum 1: Prinzip vs. Kompromiss - Baukultur als Planspiel (c) Till Budde für Bundesstiftung Baukultur

Potsdam (pm) – Wie steht es um die gebaute Umwelt im Kulturerbejahr 2018? Dieser Frage ist die Bundesstiftung Baukultur beim diesjährigen Konvent der Baukultur am 6. und 7. November 2018 in Potsdam nachgegangen. Rund 600 Baukulturschaffende, darunter Vertreter aus Architektur, Ingenieurwesen, Immobilien- und Wohnungswirtschaft folgten der Einladung ins Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse, um Wege für eine bessere Baukultur in Deutschland aufzuzeigen. Das Basislager am ersten Tag bot Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion in fünf offenen Foren. Am zweiten Tag präsentierte die Stiftung den neuen Baukulturbericht „Erbe – Bestand – Zukunft“. Mit dem Bericht plädiert die Stiftung für eine neue Umbaukultur.

„Der Konvent der Baukultur hat sich als zentrales Forum der Meinungsbildung fest etabliert. Er ist eine anerkannte Plattform für alle baukulturell relevanten Themen“, sagte Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und Stiftungsratsvorsitzender, in seiner Eröffnungsrede. Er betonte, dass die Bundesstiftung Baukultur in Deutschland ein wichtiger Partner in allen baukulturellen Fragen sei.

„Ein anderes Bauen ist nötig“, resümierte Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur mit Blick auf die Baukultur in Deutschland und Europa. Die Davos-Erklärung der europäischen Kulturminister zum Auftakt des Europäischen Kulturerbejahres 2018 sei ein wichtiges Zeichen, der Trivialisierung des Bauens durch hochwertige Baukultur aktiv entgegenzutreten, sagte Nagel. Dabei spiele der Bestand eine entscheidende Rolle für Identität und Charakter unserer europäischen Lebenswelten – auch und gerade in Zukunft.

Basislager der Baukultur

Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland, sogar aus der Schweiz und Österreich, fanden sich am 6. November zu den fünf Foren ein, die als Ideenschmiede und Inspirationsquelle den Auftakt für die zweitägige Veranstaltung bildeten. Sie tauschten sich zu Baukultur in der Bildung und Innenentwicklung durch Baukultur aus. Gleichzeitig fanden Netzwerktreffen von Baukulturinitiativen und Gestaltungsbeiräten statt. In einem Planspiel verhandelten rund 80 Studierende ein reales Dilemma der Stadtentwicklung anhand eines scheinbar fiktiven Szenarios.

Gemeinsam mit Christina Gräwe, Vorsitzende des architekturbild e. v., eröffnete Reiner Nagel am Abend die Ausstellung „Grenzen I Borders“ mit Fotografien des Europäischen Architekturfotografie-Preises im Kunstraum. Eine weitere Premiere bot die Installation bauhausTWINS auf dem Schirrhof der Schiffbauergasse. Mit Blick auf das Bauhausjubiläum 2019 diente die räumliche Assemblage als künstlerische Ergänzung und Anregung in der Auseinandersetzung mit den Themen, die auch im Baukulturbericht 18/19 verhandelt werden: dem Umgang mit dem Erbe der Moderne. Die Bundesingenieurkammer präsentierte in der Arena die Ausstellung „Ausgezeichnete Ingenieurbaukunst in Deutschland“ mit prämierten Projekten aus dem laufenden Jahr, daneben die Siegerprojekte des Deutschen Brückenbaupreises 2018.

Baukulturbericht 2018/19 „Erbe – Bestand – Zukunft“

Am zweiten Tag des Konvents stellte Reiner Nagel den Baukulturbericht 2018/19 „Erbe – Bestand ­– Zukunft“ vor. „Eine ganzheitliche Entwicklung unserer Lebensräume und unserer Gesellschaft kann nur aus dem Bestand heraus erfolgen. Bestand prägt Heimat, Bestand hilft neuen Flächenverbrauch zu verhindern, und Bestand schont Ressourcen. Wir haben uns einen umfassenden Vorrat an Gebäuden und Infrastrukturen zugelegt und leben, was das betrifft, auf großem Fuß und müssen mit dem Bestand im eigenen Interesse verantwortlich umgehen“, erläuterte Reiner Nagel das Anliegen des Baukulturberichts.

Nach der Vorstellung des Baukulturberichts diskutierten die Besucherinnen und Besucher des Konvents an neun Werkstatttischen die Handlungsempfehlungen des neuen Berichts „Erbe – Bestand – Zukunft“, die anschließend im Plenum zusammengetragen wurden. Thematisch daran anknüpfend bot sich die Möglichkeit, per Shuttlebus zur Messe „denkmal“ nach Leipzig zu fahren.

Pressemitteilung: Bundesstiftung Baukultur