15. April 2024

Klimaneutrale Städte: Fraunhofer IEG berät RheinEnergie zu nachhaltigen Quartieren

Bochum (pm) – In Stadtteilen laufen die Sektoren Wärme, Strom und Verkehr zusammen. Moderne Wohn- und Gewerbegebiete integrieren nicht nur Energieformen, sondern auch verschiedenste Verbraucher und Erzeuger gleichermaßen. Diese Komplexität erfordert sorgfältige Machbarkeitsstudien, die aktuelle Technologien und langfristige Rahmenbedingungen gleichermaßen berücksichtigen, um zukunftsfeste Lösungen zu entwickeln. Mit diesem Know-how unterstützt Fraunhofer IEG nun den Kölner Energieversorger und Quartiersentwickler RheinEnergie.

Die RheinEnergie schafft als bundesweiter Energiemanager nachhaltige Lösungen für die Immobilienwirtschaft und stimmt ihre Energiedienstleistungen auf den individuellen Bedarf ihrer Kunden ab. Dabei setzt sie auf die Integration Erneuerbarer Energien und modernster Technik für eine effiziente Wärme- und Kälteversorgung.

»Wir freuen uns auf spannende Projekte mit der RheinEnergie und die ganzheitliche Betrachtung der Energieversorgung von Neu- und Bestandsquartieren«, erklärt Ulf Hermann, wissenschaftlicher Leiter des Competence Centers »Integrierte Quartiere« am Fraunhofer IEG. »Der Immobiliensektor mit seinem großen Wärmebedarf bleibt ein dringendes Handlungsfeld der Energiewende. Wir entwickeln maßgeschneidert klimaneutrale Energiesystem für konkrete Gebiete, aber auch Blaupausen und Werkzeuge, die Projektentwickler und Gebäudetechnikplaner in ihre eigene Arbeit übernehmen können«, ergänzt Anette Anthrakidis, operative Leiterin des Competence Centers »Integrierte Quartiere« am Fraunhofer IEG.

»Mit der Planung und Umsetzung von nachhaltigen Quartieren und unseren Full-Service-Dienstleistungen gestalten wir moderne und nachhaltige Wohn- und Gewerbegebiete. Wir möchten die Energie- und Wärmewende im Quartier weiter vorantreiben und liefern mit der Expertise des Fraunhofer IEG einen weiteren wichtigen Baustein dazu«, sagt Holger Mennigmann, Leiter Geschäftsbereich Energiedienstleistungen und Fernwärme bei der RheinEnergie.

Quartiere nachhaltig planen

In der Zusammenarbeit mit der RheinEnergie beraten Hermann, Anthrakidis und ihr Team zu konkreten Versorgungskonzepten von Neubau- und Bestandsquartieren. Sie ermitteln die Strom- und Wärmebedarfe in hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung, erstellen digitale Modelle der Quartiere und schätzen mögliche Maßnahmen ab. Sie bewerten technisch und wirtschaftlich den Einsatz von alternativen Energiequellen wie Photovoltaik, Solarthermie, oberflächennaher Geothermie, Abwärme, Biomasse und Gewässerthermie. Aber sie betrachten auch die Wirtschaftlichkeit von lokalen Wärmenetzen, Wärmepumpen, Energiespeichern und Sanierung im Bestand. Sie vergleichen zentrale und dezentrale Konzepte, simulieren den Betrieb und berechnen Betriebsparameter sowie voraussichtliche Kosten und CO2-Emissionen.

»Am Ende profitieren die Kunden der RheinEnergie von CO2-freier Wärme. Sie können sichergehen, dass ihre Energieversorgung aktuelle Technologien und neuste Entwicklungen berücksichtigt. Sie erhalten ein abgestimmtes, zukunftsfestes Konzept, welches auch die Sektorenkopplung mitdenkt und die Synergie ausnutzt,« so Hermann.

Das Competence Center »Integrierte Quartiersplanung« des Fraunhofer IEG forscht im Bereich der Entwicklung und Anwendung von Werkzeugen zur Planung und zum Monitoring der Energieversorgung von Quartieren unter Berücksichtigung von Sektorenkopplung und Dekarbonisierung. Die Tätigkeit umfasst die Bereitstellung von Entscheidungshilfen zum Aus-, Um- oder Neubau von Versorgungsinfrastrukturen in Quartieren in konzeptionellen und Fallstudien. Planer und Entwickler von Quartieren erhalten Unterstützung durch Potenzialanalysen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Quartier und bei der Entwicklung von Methoden für den Ausbau und die Transformation einer Quartiersversorgung mit erneuerbaren Energien. Zudem entwickelt das Fraunhofer IEG individualisierte Ansätze zur innovativen Nutzung von Flexibilitätsoptionen in Quartieren.

Quelle: Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG