22. Juli 2018

Innovative Bauprojekte für mehr bezahlbare Wohnungen

1. Preisträger: pbs architekten Planungsgesellschaft (Aachen) und RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten (Bonn) - (v. l.): Reinhard Gerlach, Jonathan Gerlach, Clas Scheele, Frank Riedel, Thomas Kißmann, Ina Scharrenbach (Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW), Hans-Jürgen Best (Stadtdirektor Essen), Ernst Uhing (Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen), Dirk Grünewald (Präsident des Bauindustrieverbandes NRW) und Heiner Farwick (Juryvorsitzender) – Foto: Sven Neidig / Architektenkammer NRW

Berlin (pm) – Ministerin Ina Scharrenbach hat am 20. März 2018 die Sieger des „Landeswettbewerb 2017 – Qualität in Serie“ ausgezeichnet. Sieger des Landeswettbewerbs ist die pbs architekten Planungsgesellschaft (Aachen) in Zusammenarbeit mit RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten (Bonn). Zielvorgabe des Wettbewerbs war es, auf einem ehemaligen Ausbildungsgelände für Baggerführer in Essen ein städtebauliches Konzept für die Realisierung von geförderten und freifinanzierten Wohnungen zu planen. Dabei war das serielle Bauen ein Themenschwerpunkt der Entwurfsaufgabe. Beim seriellen Bauen geht es um den Einsatz von Fertigteilelementen oder ganzen Modulen. Insgesamt wurden fünf Projekte ausgezeichnet.

„Alle Planungen der Preisträger überzeugen durch architektonische Qualität und Wirtschaftlichkeit. Die Umsetzung der Projekte wird eine neue Heimat in Essen schaffen und zeigen, wie auf innerstädtischen Flächen schneller bezahlbarer Wohnraum entstehen kann. Die Entwürfe können übertragbare Lösungen für andere Städte darstellen und zum Nachahmen animieren. Serielles Bauen kann die Möglichkeit bieten, kostengünstigen Wohnraum vor allem in unseren Ballungszentren schnell zu schaffen. Wichtig dabei ist, dass trotzdem ein Höchstmaß an Qualität und eine ansprechende Architektur sichergestellt werden. Die Preisträger haben gezeigt, wie es gehen kann“, sagte Ministerin Scharrenbach im Rahmen der Preisverleihung in Essen.

Auf dem fast vier Hektar großen Gelände in zentraler Lage mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr entstehen zu 40 Prozent geförderte Wohnungen. Geplant ist Wohnraum für verschiedene Zielgruppen wie Singlehaushalte, ältere Menschen, Studierende und Alleinerziehende. Außerdem sollen Gebäude für Arztpraxen und Pflegedienste sowie ein Café entstehen.

Kooperationspartner des Landeswettbewerbs ist die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. „Die Preisträgerarbeiten entwickeln ein attraktives Wohnen, das eine Bereicherung für den Essener Norden darstellt“, urteilte Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. Der erste Preis überzeuge auch städtebaulich, weil er zusätzlich neue, lebenswerte öffentliche und halböffentliche Räume vorsieht. „Ich bin der Überzeugung, dass sich bei der Realisierung des Projekts bestätigen wird, dass die Nutzung industrieller Bauweisen keinesfalls zu Uniformität führen muss, sondern dass hier vielmehr sowohl funktionale als auch gestalterische Qualitäten entstehen werden“, bekräftigte Uhing.

Mitausrichter des Wettbewerbs ist die Stadt Essen. Oberbürgermeister Thomas Kufen: „Essen ist mit aktuell rund 590.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wieder eine wachsende Stadt. Damit steigen auch die Anforderungen an den Essener Wohnungsmarkt: Wir stehen als Stadt vor der großen Herausforderung, für unterschiedliche Zielgruppen und Bedürfnisse bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Dafür benötigen wir verlässliche Partner. Mit den Sieger-Entwürfen des Landeswettbewerbs 2017 und der entsprechenden Umsetzung wird der dringend benötigte zusätzliche Wohnraum in Essen geschaffen.“

Eigentümer des Grundstücks ist der Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen, der die Bauten auch realisieren wird. „Unser ‚Barbara Quartier‘ ist für uns ein Modellprojekt, eine echte Leistungsschau der nordrhein-westfälischen Bauindustrie. Hier zeigen wir, wie wir qualitatives Bauen, architektonischen Anspruch und bezahlbare Preise in Einklang bringen, eben ‚Qualität in Serie‘. Der serielle Wohnungsbau ist heute unsere neue ‚industrielle Revolution‘. Wir machen den Wohnungsbau schneller, kostengünstiger und steigern durch Erhöhung des Vorfertigungsgrades auch noch die Qualität“, so Dirk Grünewald, Präsident des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen.

Es ist geplant, alle Preisträger mit der hochbaulichen Umsetzung eines Teilgebiets des neuen Quartiers auf Grundlage des städtebaulichen Siegerentwurfs zu beauftragen.

 

Die Gewinner des Landeswettbewerbs 2017:

1. Preis: pbs architekten Planungsgesellschaft (Aachen) und RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten (Bonn)

2. Preis: Tusker Ströhle Freie Architekten (Stuttgart) und Wiedemann + Schweizer Landschaftsarchitektur (Stuttgart)

3. Preis ACMS Architekten (Wuppertal) mit Fritzen Architekten und Stadtplaner (Köln) und Kraft.Raum Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung (Krefeld)

4. Preis: MOSAIK Architekten (Hannover) und Grün plan Landschaftsarchitekten (Hannover)

5. Preis: hks architekten (Aachen) und 3PLUS FREIRAUMPLANER (Aachen)

Pressemitteilung: Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung