30. Mai 2020

Im Sprint – Fertigstellung des Corona-Behandlungszentrum Berlin

(c) Heinle, Wischer und Partner, Freie Architekten

Berlin (pm) – Wir erleben derzeit eine Krise globalen Ausmaßes, die fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens berührt und viele Gesundheitssysteme weltweit an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht hat. Um dieser Überlastung vorzubeugen, beschloss man in Berlin den Bau eines Corona-Behandlungszentrums auf dem Messegelände an der Jafféstraße. In nur vier Wochen wurde in einer der Messehallen ein Reservekrankenhaus mit knapp 500 Bettplätzen realisiert, das, sollte es zu einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen kommen, zusätzliche Kapazitäten schafft. So wurde in einem bisher kaum für möglich gehaltenen Tempo etwas gebaut, von dem alle hoffen, dass man es niemals braucht.

Die Grundrissstruktur des Corona-Behandlungszentrums basiert auf je nach Pflegeaufwand variablen Clustern mit je 16-24 Betten sowie einer zentralen Servicezone. Der Vorteil des Cluster-Systems ist, neben seiner Flexibilität, die Adaptierbarkeit für weitere Standorte. Über von oben abgehängte Traversen werden die Sauerstoffleitungen für jeden Bettplatz sowie die elektrische und datentechnische Versorgung zugeführt. Damit ist die größtmögliche Flexibilität gewährleistet und in der Bauphase konnte parallel gearbeitet werden. Für das Personal ist außerhalb der Messehalle ein Mobulbau für Umkleiden, Büros und Aufenthaltsräume errichtet worden.

Im Fokus des Projektes stand die funktionale Qualität der medizinischen Versorgung ohne die Bedürfnisse von Patienten und Mitarbeitern zu vernachlässigen. Es galt für das medizinische Personal die Vorgaben des Hygienemanagements und Arbeitsschutzes zu garantieren und angemessene Aufenthalts- und Rückzugsräume bereitzustellen.

Im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit unseren Ressourcen sind die für das Corona-Behandlungszentrum eingesetzten Materialien zu über 90% weiterverwendbar oder -verwertbar. Dies gilt für das angeschaffte medizinische Mobiliar wie den Betten, den mobilen Versorgungseinheiten und Beatmungsgeräten und dem CT, die später in anderen Krankenhäusern Einsatz finden können, ebenso wie für die Messebauwände, Traversen und weiteren Möbel, die nur angemietet sind.

Am 30. April 2020, nach nur 4 Wochen Bauzeit, ist das Corona-Behandlungszentrum baulich fertiggestellt worden. Eine gute Woche später ist die ordnungsbehördliche Abnahme erfolgt und das Zentrum ist betriebsbereit. Die üblichen Planungs- und Abstimmungsprozesse waren unter diesen Umständen auf das Wesentliche verdichtet. Letztlich war die schnelle und erfolgreiche Realisierung des Projektes vor allem möglich, da alle Beteiligten wortwörtlich an einem Tisch zusammen Entscheidungen fällten und hochmotiviert in direkter Kommunikation miteinander standen.

Pressemitteilung: Heinle, Wischer und Partner