3. August 2020

Hochwasserschutz für den Kulturcampus Domäne Marienburg

1Die Domäne Marienburg ist eine spätmittelalterliche Wasserburg im südlichen Teil von Hildesheim nahe der Innerste. Sie beherbergt verschiedene Fachbereiche der Universität Hildesheim Foto: Andreas Hartmann

Hilden (pm) – Die nachhaltige Sicherung von Bauwerken gegen Hochwasser gewinnt in der heutigen Zeit – und vor dem Hintergrund des Klimawandels – zunehmend an Bedeutung. Nach einer Überflutung im Jahr 2017 wird der Universitätscampus Domäne Marienburg aufwendig saniert. Schutz gegen zukünftige Hochwasserkatastrophen gewährleistet die Ausführung eines wasserfesten Bodenbelags. Zum Einsatz kommt hierbei – neben einem Gussasphaltestrich und Bitumenabdichtungen – eine Wärmedämmung der Deutschen Foamglas GmbH. Der Baustoff aus geschlossenzelligem Schaumglas nimmt kein Wasser auf und bildet zusammen mit den anderen Funktionsschichten einen wasserdichten und auftriebssicheren Bodenaufbau.

Starke Unwetter, Überschwemmungen, lange Hitzeperioden und sogar Tornados – der Klimawandel macht sich hierzulande deutlich bemerkbar und hinterlässt seine Spuren. So auch im Sommer 2017, als über Niedersachsen tagelang starke Regenfälle niedergingen. Im Landkreis Hildesheim sorgten Niederschlagsmengen von 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter für Überschwemmungen und Hochwasser.

Universität in historischer Burg

Von dem Unwetter betroffen war auch die Domäne Marienburg, eine spätmittelalterliche Wasserburg im südlichen Teil von Hildesheim nahe der Innerste. In dem historischen Ensemble ist seit 1993 die Universität Hildesheim mit den Instituten der Fachbereiche Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation untergebracht. In Folge des Starkregenereignisses am 26. Juli 2017 trat ein Nebenfluss der Innerste, die Beuster, über die Ufer und überflutete die Domäne Marienburg und das umliegende Gelände. Die Überschwemmungen verursachten teils nicht reparable Schäden an Fußbodenkonstruktionen, Aufzügen, Dämmungen unter den Estrichen und Maschinenräumen. Die gesamte beschädigte Fläche beläuft sich auf rund 3.200 Quadratmeter. Stark beschädigt wurde das Erdgeschoss der Domäne. Der Bodenaufbau aus EPS-Dämmung, Zementestrich und Parkett musste komplett entfernt werden.

Wasserbeständige Lösung

Um für zukünftige Starkregenereignisse und Überflutungen gewappnet zu sein, entschied sich der Bauherr – die Stiftung Universität Hildesheim – dazu, einen neuen, wasserfesten Bodenbelag herzustellen. Für die Planung der Sanierungsmaßnamen wurden Woelk Wilkens Architekten aus Hannover beauftragt. Die Wahl fiel auf einen Bodenaufbau, bestehend aus Schaumglas-Dämmplatten der Deutschen Foamglas GmbH, in Verbindung mit Bitumenabdichtungen und einem Terrazzobelag aus Gussasphalt. Die Kombination dieser Materialien gewährleistet einen wasserfesten Bodenaufbau. Sowohl Schaumglas mit seiner geschlossenzelligen Struktur als auch Gussasphalt – das aus mineralischen Zuschlägen und Bitumen besteht – nehmen aufgrund ihrer Materialbeschaffenheit kein Wasser auf. Damit sind die Materialien für den Hochwasserschutz prädestiniert. Zugleich bieten die eingesetzten Schaumglas-Platten Foamglas T4+ mit einem Lambdawert von λD = 0,042 W / (m·K) auch einen guten Wärmeschutz. Der aufeinander abgestimmte und hohlraumfreie Bodenbelag behält so – auch im Falle einer Überflutung – seine mechanischen und physikalischen Eigenschaften bei.

Umfassende Vorarbeiten

Um einen provisorischen Universitätsbetrieb sicherzustellen, wurden zunächst aber Sofortmaßnahmen zur Schadensminimierung ergriffen. Nach Trocknung und Desinfizierung der betroffenen Bereiche wurden etwa temporäre Fußböden in einzelnen Seminar- und Erschließungsbereichen eingesetzt. Ende 2017 begannen dann die ersten Vorarbeiten für den neuen Bodenbelag. Zunächst musste der Betonboden mittels Kugelstrahlen mechanisch bearbeitet und mit einem Reaktionsharz versiegelt werden. Für die spätere Wandabdichtung wurden der Putz abgetragen und neue Sockel gemauert.

Herstellung des Bodenbelags

Die eigentlichen Arbeiten zur Wiederherstellung des Bodenbelags starteten im Februar 2018. Auf dem bearbeiteten Untergrund wurde eine Lage Polymerbitumen-Dachdichtungsbahn in heißflüssiger Bitumenklebemasse aufbracht. Darauf erfolgte das Verlegen der Schaumglas-Dämmung in Heißbitumen. Um die Dämmplatten wasserdicht und auftriebssicher herzustellen, wurde die Abdichtungsebene zugfest auf der Bodenplatte verlegt und an den Wänden hochgeführt. Es folgte das Aufbringen einer weiteren bituminösen Abdichtung in Kombination mit einer Mastixschicht. An aufgehenden Bauteilen wurde zusätzlich eine mineralische Schlämme bis zu einer Höhe von 70 Zentimetern aufgetragen. Die obere Abdichtungsebene bildet schließlich den Untergrund für zwei Schichten Gussasphaltestrich. Durch mehrmaliges Abschleifen und Versiegeln wurde die obere Lage zu einem Terrazzoboden verarbeitet.

Nach und nach werden auf diese Weise die einzelnen Gebäude der Domäne Marienburg saniert und für zukünftige Unwetter wasserfest gemacht. Die Baukosten belaufen sich auf rund 3,1 Millionen Euro.

Pressemitteilung: Deutsche Foamglas GmbH