25. September 2018

Heilbronner Architekturgespräche 2018

HEILBRONNER ARCHITEKTURGESPRÄCHE 2018 (c) Stadt Heilbronn

Heilbronn (pm) – Seit mehr als 100 Jahren können Frauen an technischen Hochschulen Architektur studieren. Im Berufsalltag dominieren Frauen jedoch nicht die Baustellen und Plätze in den Architekturbüros. Im öffentlichen Bewusstsein stehen sie noch immer hinter den männlichen Kollegen zurück.

In der Liga der sogenannten Stararchitekten strahlen einzig die Pritzker-Preisträgerinnen: die Irakerin Zaha Hadid und die Japanerin Kazuyo Sejima, die mit Ihrem Partner das Büro Sanaa leitet.

Lernen Sie im Rahmen der HEILBRONNER ARCHITEKTURGESPRÄCHE fünf Architektinnen kennen, deren Arbeitsschwerpunkte unterschiedlicher nicht sein können – im Schreiben eines Buches, in der Projektentwicklung, in der Vermittlung von Architektur, im Realisieren von Gebäuden jenseits der Sehgewohnheiten oder in der Planung großmaßstäblicher Projekte.

MEET THE WOMAN

Elena Schütz studierte Architektur an der ETH Zürich und der Universität der Künste Berlin. Sie arbeitete in New York und Zürich und hat einen Lehrauftrag an der ETH Zürich inne. Gemeinsam mit Julian Schubert und Leonard Streich gründete sie 2010 Something Fantastic in Berlin. Das Studio tritt für eine intelligente, einfache, berührende Architektur ein und bedient sich der Mittel des Unterrichtens, des Gestaltens von Büchern, dem Kuratieren und Gestalten von Ausstellungen, dem Objektbau, der Stadtplanung, dem Möbel- und Produktdesign.

Beim Biennale-Beitrag „Making Heimat“ in Venedig 2016 wurde das Büro mit der Idee der Maueröffnungen im deutschen Pavillon einem größeren Publikum bekannt.Elena Schütz

31.01.2018, 19 Uhr │Heilbronn, Kunsthalle Vogelmann │Elena Schütz │Something Fantastic, Berlin

 

Anne-Julchen Bernhardt hat an der RWTH Aachen und an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Seit 2008 ist die gebürtige Kölnerin Professorin für Gebäudelehre an der RWTH Aachen. Gemeinsam mit Jörg Leeser betreibt sie seit 2000 das Büro BeL – Sozietät für Architektur in Köln. Seither ist eine Vielzahl von Studien und Projekten auf allen Maßstabsebenen von der Innenarchitektur bis zum Städtebau entstanden. Beispielhaft ist das Engagement in Projektentwicklungen unter Beteiligung der Bürger. Mit dem IBA-Projekt „Grundbau und Siedler“ hat das Büro prototypisch die Idee der baulichen Selbsthilfe und des Selbstbaus durch die künftigen Bewohner entwickelt.

18.04.2018, 19 Uhr │Bad Mergentheim, Deutschordensschloss │Prof. Anne-Julchen Bernhardt │BeL – Sozietät für Architektur, Köln

 

Jeannette Merker ist Architektin und Co-Gründerin von EINSATEAM, wo sie den Bereich Strategie verantwortet. Räume, in denen man gerne und gut lebt, entstehen nur im Dialog. Als Agentur für Architekturkommunikation befördert EINSATEAM seit 2010 diesen Austausch über die Grenzen von Disziplinen, Branchen und Szenen hinweg – mit maßgeschneiderten Kommunikationsstrategien, Publikationen, Ausstellungen und Veranstaltungen. Die EINSA-Mission: Aufmerksamkeit für überzeugende Architektur- und Designansätze verschaffen. Schubladen aufziehen. Türen öffnen. EINSATEAM erzählt Geschichten, setzt Themen, positioniert Ideen, vernetzt Akteure, Organisationen und Initiativen an der Schnittstelle von Architektur, Stadt und Gesellschaft. Von 2009 bis 2015 war Jeannette Merker zudem wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Architekturkommunikation a*komm am Karlsruher Institut für Technologie.

11.07.2018, 19 Uhr │Schwäbisch Hall, Kunsthalle Würth │Jeannette Merker │ EINSATEAM, Berlin

 

Marie-Therese Harnoncourt hat 2000 nach dem Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien und der Mitarbeit u.a. bei Steven Holl in New York gemeinsam mit Ernst J. Fuchs das Büro the next ENTERprise Architects gegründet. Mit dem Seebad in Kaltern, Südtirol, erregte das Büro erstmals Aufsehen. Weiter entstanden vielfältige Projekte, vom Möbelbau, über Ausstellungskonzepte und Interventionen im öffentlichen Raum bis zu Gebäuden, die sich jeglicher typologischer und  gestalterischen und Einordnung entziehen. Zahlreiche Vorträge sowie Lehraufträge und Gastprofessuren u.a. in Bratislava, Paris und Wien zeugen von Harnoncourts Leidenschaft für die Lehre und die Vermittlung von Architektur.

12.09.2018, 19 Uhr │Neckarsulm, Musikschule │Marie-Therese Harnoncourt │The next Enterprise Architects, Wien (A)

 

Vanessa Miriam Carlow studierte Architektur und Städtebau an der TU Delft und TU Berlin. Mit ihrem Ruf zur Universitätsprofessorin und Direktorin des Institute for Sustainable Urbanism (ISU) an der TU Braunschweig gründete Vanessa Miriam Carlow im Oktober 2012 COBE Berlin.

COBE ist seit 2005 eine fortschrittliche und zeitgemäße Architektengemeinschaft, die sich auf Architektur, Städtebau, öffentlichen Raum bis hin zu großflächiger Stadtplanung und Forschung konzentriert. Der Name COBE leitet sich von den beiden Städten ab, aus denen die GründerInnen Dan Stubbergaard und Vanessa Miriam Carlow kommen – COpenhagen und BErlin. Das Büro gewann internationale Anerkennung durch die Realisierung einer Reihe von hoch profilierten Projekten, Wettbewerben und Preisen.

Als Expertin für die Transformation zur nachhaltigen Stadtgestaltung hat Vanessa Miriam Carlow zwei Publikationen (zum Thema Raum als Ressource und zur Zukunft des ländlichen Raums) veröffentlicht, die im Jovis Verlag erschienen sind. Seit 2016 ist sie Mitglied in zahlreichen Fachgremien und gefragte Expertin in Stadtentwicklungsfragen.

14.11.2018, 19 Uhr │Heilbronn, Technisches Schulzentrum │Prof. Dr. Vanessa Carlow │COBE, Berlin

 

Die Heilbronner Architekturgespräche werden von Daniela Branz und Cornelius Krähmer im Hochbauamt der Stadt Heilbronn verantwortet. www.heilbronner-architekturgespraeche.de

Pressemitteilung: Stadt Heilbronn