13. Mai 2021

Grundinstandsetzung der Neuen Nationalgalerie ist fertiggestellt

Neue Nationalgalerie (c) Simon Menges

Berlin (pm) – Die Grundinstandsetzung der Neuen Nationalgalerie in Berlin, einer Ikone der Architektur des 20. Jahrhunderts, ist fertiggestellt. Am 29. April 2021 wurden die Schlüssel in einem digitalen Festakt an den Nutzer übergeben: die Staatlichen Museen zu Berlin und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Im August 2021 wird die Neue Nationalgalerie wiedereröffnet.

Ludwig Mies van der Rohe plante und verwirklichte den Stahl-Glas-Bau von 1963 bis 1968 als sein einziges Projekt in Europa nach seiner Emigration in die USA. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude benötigte nach fast fünfzig Jahren intensiver Nutzung eine umfassende Grundinstandsetzung. 2012 wurde David Chipperfield Architects Berlin mit der Planung beauftragt.

Die bestehende Substanz wurde unter Erhaltung des bauzeitlichen Erscheinungsbildes instandgesetzt und ertüchtigt. 35.000 originale Bauteile wurden demontiert und nach ihrer Restaurierung und, soweit erforderlich, Modifikation wieder an ihre ursprüngliche Position zurückgeführt.

Im Mittelpunkt des Planungsprozesses stand der angemessene Interessensausgleich zwischen Denkmalschutz und Nutzung als moderner Museumsbetrieb. Dabei mussten die unumgänglichen Eingriffe damit in Einklang gebracht werden, so viel originale Substanz wie möglich zu erhalten.

Modernisierungen verbessern die Barrierefreiheit, das Handling der Kunst sowie Service-Einrichtungen für Besucher wie Garderobe, Café und Museumsshop. Klimatisierung, Kunstlicht und Sicherheit wurden heutigen technischen Standards angepasst. Die unverzichtbaren Ergänzungen ordnen sich den gestalterischen Vorgaben des Bauwerks unter, sind jedoch als zeitgenössische Elemente diskret ablesbar.

Bei dem Bauvorhaben ging es nicht um eine Neuinterpretation, sondern um eine respektvolle Sanierung eines Hauptwerks der Internationalen Moderne.

David Chipperfield über die Arbeit seines Teams: “Ein Gebäude von solch unantastbarer Autorität zu zerlegen war eine merkwürdige Erfahrung, aber ein Privileg. Die Neue Nationalgalerie hat für meine Arbeit und die vieler anderer Architekten Maßstäbe gesetzt. Hinter die Fassade zu blicken hat ihre Genialität und zugleich ihre Mängel offenbart, jedoch meine Bewunderung für Mies‘ Vision nur verstärkt. Unsere Arbeit war daher von chirurgischer Natur. Sie befasste sich mit technischen Belangen, um seine Vision zu schützen. Ein solches Unterfangen, in einem Gebäude in dem man nichts verstecken kann, ist einschüchternd, aber wir hoffen den Patienten dem Anschein nach unberührt entlassen zu haben – nur in viel besserem Zustand.”

Pressemitteilung: David Chipperfield Architects – Gesellschaft von Architekten mbH