21. Februar 2020

„Gewohnt gut“ geht im April nach Ketzin/Havel

Berlin (pm) – Die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH Ketzin hat mit ihrem Neubau im Zentrum der Stadt nicht nur modernen Wohnraum, sondern auch gezielt Begegnungsorte geschaffen. „Gemeinschaftlich Wohnen Verbindet“ ist hier nicht nur Motto, sondern durch Einrichtungen wie die Gemeinschaftsküche gelebte Nachbarschaft. Dafür wird das Unternehmen vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung im April 2017 mit dem Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ ausgezeichnet.

Die Jury von „Gewohnt gut“ ehrt den Neubau eines Wohngebäudes im Zentrum Ketzins, an dessen Stelle zuvor eine leerstehende Ruine abgerissen wurde. Entstanden sind 20 modern ausgestattete, generationengerechte Wohnungen auf drei Etagen, dazu ein Keller, der Gemeinschafts- und Abstellräumen Platz bietet. Alle Ebenen sind vollständig mit einem Aufzug zugänglich. Die Neugestaltung der Außenanlage umfasst auch die Ausrüstung von vier PKW-Stellplätzen mit separaten E-Anschlüssen, um bei Bedarf Ladesäulen errichten zu können.

BBU-Vorstand Maren Kern erläutert die Auszeichnung: „Die GWV hat sich mit ihrem Projekt im Herzen des Stadtzentrums vor allem auf den Bau von Zweiraum-Wohnungen konzentriert. Das macht die Wohnungsgrößen für alle Generationen interessant und trägt dazu bei, Ketzins Wohnungsbestand zukunftsfest zu machen. Eine gute Anbindung, die liebevolle Gestaltung des Wohnumfelds und die Möglichkeit gemeinsamer Aktivitäten schaffen Verbundenheit und sind für junge Familien und ältere Menschen gleichermaßen attraktiv. Das ist gerade für die kleineren Orte von großer Bedeutung, um Abwanderung zu verhindern.“

Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, sagte anlässlich der Vergabe des Siegels: „Die heutige Auszeichnung ist ein gelungenes Beispiel für eine generationsgerechte Stadt- und Wohnraumentwicklung im Land Brandenburg. Der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum steigt auch wegen der älter werdenden Bevölkerung. Die GWV trägt dem mit diesem Neubau Rechnung. Das ist ein Angebot sowohl für ältere als auch für jüngere Menschen.“

Heinz Kreutzer, Geschäftsführer der GWV Ketzin, freut sich über die Ehrung. „Zwischen den Bewohnern des Hauses ist eine echte Gemeinschaft entstanden, die über das nachbarschaftliche Miteinander hinausgeht. Wir freuen uns sehr darüber, dass unsere Idee des ‚Gemeinschaftlichen Wohnens‘ auf diese Weise mit Leben erfüllt wird und sehen uns in dem eingeschlagenen Weg bestätigt. Die Würdigung der ‚Gewohnt gut‘-Jury erfüllt uns mit großem Stolz!“

Das Qualitätssiegel

Das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ wird sechsmal jährlich vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. vergeben und steht unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider. Durch die Auszeichnung beispielhafter Projekte soll darauf aufmerksam gemacht werden: Für die Wohnungsunternehmen sind auch Stadterneuerung und Aufwertung zentrale Bestandteile des Stadtumbauprozesses. Über die Preisvergabe entscheidet ein Bewertungsgremium, das neben dem BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. aus Vertretern der Arbeitsgemeinschaft „Städteforum Land Brandenburg“, der Bundestransferstelle Stadtumbau Ost, der Deutschen Kreditbank AG (DKB) sowie dem MIL besteht.

„Gemeinschaftlich Wohnen Verbindet“ – generationengerechtes Wohnen mitten in Ketzin/Havel

18 Jahre lang stand das alte Mietshaus in der Ketziner Innenstadt leer, bevor es im Jahr 2013 abgerissen wurde. Das zur Ruine verkommene Haus mit langer Geschichte und klangvollem Namen – wohl aufgrund seiner Ziegelbauweise im Volksmund „Rotes Schloss“ genannt – konnte nach mehrjährigen Verhandlungen von der Stadt erworben und schließlich an die GWV Ketzin übergeben werden. Sie errichtete an gleicher Stelle einen Neubau mit 20 modernen Wohnungen und leistete damit einen vorbildhaften Beitrag zur demografiefesten und zukunftsorientierten Weiterentwicklung ihres Wohnungsbestands und der Stadt Ketzin/Havel.

„Das ist kein Haus nur für ältere Leute. Wir haben zukunftsfähig gebaut – und zukunftsfähig bauen heißt für mich: barrierefrei bauen“, erläutert Heinz Kreutzer, Geschäftsführer der Ketziner Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH das Selbstverständnis des Unternehmens, das den Neubau im Zentrum Ketzins realisierte. Auch junge Familien würden von Aufzügen und fehlenden Schwellen profitieren. Und um junge Mieter bemüht man sich bei der GWV ebenso wie um die älteren Bewohner. Denn auf diese Weise gelingt eine Nachbarschaft, die in jeder Hinsicht voneinander profitiert und in der in echter Gemeinschaft gewohnt wird.

Neubau mit Weitblick

Nicht nur in der Zusammensetzung der Hausgemeinschaft bewies die GWV Weitblick, sondern auch in der Ausstattung des neu errichteten Wohnhauses. An vielen Stellen wurde darauf geachtet, die technische Entwicklung und zukünftigen Bedürfnisse der Mieter im Blick zu haben. Dazu gehört beispielsweise die Ausstattung mit entsprechender Kommunikationstechnik, bei der neben Netzwerkkabeln auch Lichtwellenleiter verbaut wurden. „Die derzeit auf dem Markt befindlichen Geräte sind unter Kosten-/Nutzen-Betrachtungen noch nicht überzeugend. Aber das ändert sich, und dafür haben wir Vorbereitungen getroffen“, erklärt Heinz Kreutzer. Gleiches gilt für die Ausrüstung von PKW-Stellplätzen mit separaten E-Anschlüssen zum Aufstellen von Ladesäulen sowie die Ausstattung der Bäder: Hier wurden Kombinationsanschlüsse für Duschen und für Badewannen verbaut, womit ein Austausch ohne großen Aufwand möglich ist. Stets wurde also nicht nur an die jetzige, sondern auch an die kommende Nutzung gedacht.

Reminiszenz an die Historie des Standorts

Trotz der modernen Ausstattung fand die Geschichte des Standorts im Neubau Berücksichtigung, wie Heinz Kreutzer erzählt: „Auch nachdem die Ziegel längst verputzt waren, hielt sich der Name ‚Rotes Schloss’ im Volksmund. Wir wollten an das alte Mietshaus erinnern und haben deshalb bei der Grundsteinlegung einen originalen Ziegel als Verblendung verwendet, der nun für jeden Besucher des Hauses gut sichtbar ist.“ Bis zur Grundsteinlegung mussten jedoch einige Hürden genommen werden. Ein Bodengutachten bescheinigte dem Baugrund Schichtenwasser, so dass unvorhergesehen mit „weißer Wanne“ – einer wasserundurchlässigen Betonschicht – geplant werden musste. Kreutzer ist stolz darauf, trotzdem im Kosten- und Zeitrahmen geblieben zu sein: „Wir konnten den Bau wie geplant nach zwölf Monaten fertigstellen. Das geht nur durch kurze Entscheidungswege.“

Mehr als zwei Millionen Euro investiert

Die Gesamtbaukosten des Projektes inklusive Grundstück und Abriss belaufen sich auf 2,8 Millionen Euro. Davon hat die GWV rund 1,8 Millionen Euro aus Eigenmitteln aufgebracht, der Rest der Summe wurde über Bank- und KfW-Darlehen finanziert.

Das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“

Für Brandenburgs Wohnungsunternehmen sind Stadterneuerung und Aufwertung ihrer Wohnungsbestände wesentliche Bestandteile des Stadtumbauprozesses. Mit der Verbesserung der Sozial-, Kultur- und Bildungsinfrastruktur passen sie sich an den demografischen Wandel an.

Durch gute Wohnbedingungen und Funktionsstärkung der Innenstädte wird dafür gesorgt, dass die Menschen gerne in ihren Heimatregionen und Wirtschaftsunternehmen am Standort verbleiben oder sich neu ansiedeln. Sechs Mal im Jahr zeichnen BBU und MIL ein Projekt aus, das diesen Zielen in besonderer Weise gerecht wird. Es erhält das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“.

Auszeichnung für beispielhafte Projekte

Das Qualitätssiegel geht an brandenburgische Wohnungsunternehmen, deren Wohnungsbestände in besonderem Maße dem demografischen Wandel und der Sicherung guten und bezahlbaren Wohnraums Rechnung tragen. Das gilt insbesondere für das Wohnen im Alter und mit Behinderung ebenso wie für familiengerechtes Wohnen oder den nachhaltigen Einsatz regenerativer Energien.

Mit dem Qualitätssiegel sollen beispielhafte Projekte von Wohnungsunternehmen zur Aufwertung der brandenburgischen Innenstädte gewürdigt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Beiträge zu einer nachhaltigen Stadterneuerung. Zudem werden Standards definiert. Nur Projekte, die einem strengen Kriterienkatalog genügen, erhalten die Auszeichnung. Geprüft werden dabei beispielsweise der soziale Nutzen für die Mieter und für die Stadt sowie die Zukunftsfähigkeit der Projekte.

Mit Aufwertungsmaßnahmen wie der Anpassung von Grundrissen, dem Einbau von Aufzügen oder der Entwicklung von wohnbegleitenden Dienstleistungen haben viele Wohnungsunternehmen schon frühzeitig auf die Herausforderungen der Bevölkerungsentwicklung im Land Brandenburg reagiert und attraktiven Wohnraum für Familien und ältere Menschen geschaffen.

Abriss und Aufwertung: zwei Seiten einer Medaille

Im Mittelpunkt der Stadterneuerung steht die Zukunftsfähigkeit der brandenburgischen Städte. Im Rahmen des Stadtumbaus werden der Abriss dauerhaft nicht mehr benötigten Wohnraums und die Aufwertung der bestehenden Wohnungsbestände daher gleichzeitig vorangetrieben.

Eigeninvestitionen und Landesförderung

Im Rahmen des Stadtumbaus hat das MIL bisher den Abriss von mehr als 60.000 Wohnungen in den Stadtumbaustädten des Landes Brandenburg gefördert, der fast gänzlich von den BBUMitgliedsunternehmen geleistet worden ist. Die Leerstandsquote konnte so landesweit in den Stadtumbaustädten von über 14 Prozent auf ca. 9 Prozent abgesenkt werden. Zudem haben die brandenburgischen Wohnungsunternehmen seit 1991 mehr als 13 Milliarden Euro in die Instandsetzung und Modernisierung ihrer Wohnungsbestände investiert.

Unterstützt werden diese Beiträge durch öffentliche Förderprogramme des Landes:

Seit 2007 hat das MIL die Wohnraumförderung neu ausgerichtet. Es erfolgt eine Konzentration auf die Innenstädte mit dem Schwerpunkt generationsgerechtes Wohnen. Hierfür wurden bisher für fast 8.700 Wohnungen ca. 211 Millionen Euro bewilligt. Davon flossen rund 40 Millionen Euro in die Nachrüstung von Aufzügen.

Ergänzt wird die soziale Wohnraumförderung durch die Programme der nationalen Städtebauförderung des Landes und Bundes sowie der Europäischen Union. Seit 1990 flossen in Brandenburger Städte rund 3,4 Milliarden Euro.

So trägt das Land dazu bei, dass Modernisierungsinvestitionen der Unternehmen in ihre Wohnungsbestände auch für sozial Schwache sowie für alle Altersgruppen und Lebenslagen bezahlbar bleiben.

Pressemitteilung: BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.